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Olympus OM-D E-M5 II am Mikroskop
Paul W:
Guten Tag,
mein Name ist Paul Wuttkowski, ich sammle seit vielen Jahren Mineralien und beobachte auch gerne Insekten, Pilze, Moose und ähnliches unter dem Binokular. Das Mikroskopieren ist ebenfalls ein langjähriges Hobby von mir, wozu ich dazu ein Zeiss Discovery V12 mit Revolver, PlanApo 1x - und Achromat 1,5x - Objektiv verwende. Das Objektiv kann zentrisch in einen Strahlengang geschwenkt werden, so dass man ohne seitlichen Versatz Bilder zum Stacken aufnehmen kann. Als Kamera verwende ich seit 6 Jahren eine Canon EOS 550D, die beim Auslösen im LiveView keinen mechanischen ersten Verschluss hat, so dass ich gehofft habe, dass Verwacklungen kein Thema sind.
Die Bilder, die meine 550D liefert, sind jedoch oft farblich flau und auch wesentlich weniger scharf als das, was ich direkt im Okular sehe.
Ich überlege deshalb auf eine andere Kamera umzusteigen, z. B. die Olympus OM-D E-M5 II.
Wegen des kleineren Sensors kann man diese Kamera direkt mit einem Zwischenring ohne Adapteroptik an den Ausgang des Fototubus am Mikroskop anschließen, wodurch ich hoffe, die PlanApo-Qualität des Mikroskops auch auf den Kamerasensor zu bringen.
Hat jemand mit der Adaption dieser Kamera an ein Zeiss-Binokular Erfahrung?
Hat diese Kamera einen rein elektronischen ersten und zweiten Verschluss?
Kann man ein LiveView-Bild an den PC übertragen, idealerweise mit Lupenfunktion?
Gibt es eine Fernsteuersoftware?
Ist all dies auch im "High-Resolution-Modus" möglich, bei dem aus einigen Aufnahmen zu je 16 MP mit leicht verschobenem Kamerasensor ein sehr großes (ca. 40 MP) Gesamtbild erzeugt wird?
Falls jemand mit dieser Kamera arbeitet, würden mich Erfahrungen sehr interessieren.
Vielen Dank,
Paul
Ferdl:
Servus Paul,
könntest mit Rainer Ernst (Stonemaster) oder Matthias Reinhardt Kontakt aufnehmen.
Sind alle Mitglied im Forum.
Gruß Ferdl
loparit:
Hallo,
Hat diese Kamera einen rein elektronischen ersten und zweiten Verschluss?
Ja hat sie!
Kann man ein LiveView-Bild an den PC übertragen, idealerweise mit Lupenfunktion?
Ja geht mit der Software von Olympus. (Olympus capture)
Hier der Link zur kostenlosen Software: https://www.olympus.de/site/de/c/cameras_support/downloads/olympus_capture_sofware_downloads.html
Gibt es eine Fernsteuersoftware?
Ja gibt es von Olympus. (Olympus capture)
Ist all dies auch im "High-Resolution-Modus" möglich, bei dem aus einigen Aufnahmen zu je 16 MP mit leicht verschobenem Kamerasensor ein sehr großes (ca. 40 MP) Gesamtbild erzeugt wird?
Ja ist möglich!
Gruß Edgar Müller loparit
Paul W:
Liebe Foto-Mitstreiter,
Vielen Dank für die Antworten!, das vierfache "ja" von Edgar stimmt mich in Bezug auf die Handhabung der Kamera hoffnungsvoll!
Ich bin mittlerweile aber auf einen anderen Gesichtspunkt gestoßen, nämlich die Frage, in wie weit die von der Optik lieferbare Auflösung überhaupt vom Kamerasensor eingefangen werden kann.
Um die Auflösung des Mikroskops nutzen zu können werde ich um den High-Res-Modus (40 MP-Bild, nicht herumkommen, da sonst nocht trennbare Objektpunkte nicht mehr in getrennte Pixel gelangen, vor allem bei niedrigen Vergrößerungen.
Z.B. ist bei Abbildungsmaßstab 15 : 1 (Bildgröße : Originalgröße) die Auflösung bei der Mikroskopoptik bei 0,8 Mikrometer, das liefert auf dem Kamerasensor 0,8 Mikrometer x 15 x 1 = 12 Mikrometer. (Faktor 1: Adaption ohne Optik).
Diese 12 Mikrometer / Wurzel(2) / Pixelgröße sind ohne High-Res-Modus (ohne High-Res Mode: Pixelgröße 3,7 Mikrometer) beim Wert 2,3; also am absolut unteren Ende des Nyquist-Kriteriums.
Bei kleineren Abbildungsmaßstäben (z.B. 0,8 : 1) ist die Auflösung des Mikroskops 8 Mikrometer, dann ist
8 Mikrometer x 0,8 x 1 = 6,4 Mikrometer und 6,4 Mikrometer / Wurzel(2) /3,7 Mikrometer = 1,22 , damit kommen die 2 noch getrennt durch das Mikroskop auflösbaren Objektpunkte gar nicht mehr in 2 verschiedene Pixel (ohne High-Res Mode)!
Im High-Res-Mode ist die (virtuelle) Pixelgröße des erzeugten Bilds sicher kleiner als 3,7 Mikrometer, dann siehts beim Nyquist-Kriterium besser aus, allerdings muss man dann für ein Bild 8 Aufnahmen machen, was bei Stacks von 20 - 70 Bildern ganz schön dauert.
Dies spricht wieder eher für eine leider auch (noch deutlich) teuere Vollformatkamera, z. B. die Sony alpha 7 r ii (Pixelgröße 4,5 Mikrometer), und dann braucht man auch einen Adapter mit Vergrößerung 2x (der Faktor 1 wird zum Faktor 2 in obiger Rechnung), man hätte dann z.B.
8 Mikrometer x 0,8 x 2 / Wurzel(2) / 4,5 Mikrometer = 2,0, also schon bei niedriger Vergrößerung zwei gerade noch auflösbare benachbarte Objektpunkte auf 2,0-fachem (diagonalem) Pixelabstand. Allerdings durch den Adapter wieder mehr Linsen im Strahlengang und potenziell damit Abbildungsfehler.
Mich würde interessieren, ob bei der Wahl der Kamera solche Überlegungen überhaupt zielführend sind oder ob ich etwas ganz grundsätzlich übersehe. Natürlich ist klar, dass Qualitätsmerkmale der Kamera wie Rauschen, Dynamik, Farbtreue, nur moderate Tiefpassfilterung auch eine wichtige Rolle spielen, da halte ich Olympus OM-D E-M5 II aber für ganz gut aufgestellt.
Hat jemand Erfahrung mit der Sony alpha 7 r ii, besonders auch wieder bzgl. der Fragen aus meinem ursprünglichen Beitrag?
Viele Grüße,
Paul
Sebastian:
Di Auflösung deines Mikroskopes ist deutlich limitiert. Sprich die Kamera wird nicht ausgereizt werden, sondern der limitierende Faktor das Objektiv sein (dein Mikroskop). Aber wenn würde ich zu einer MFT Kamera raten, die Bildkreise des mikroskopes sind eher für kleine Sensoren ausgelegt.
Gruß Sebastian
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