Hallo zusammen!
Ich hätte da mal ein paar Fragen an die erfahrenen Steineklopfer unter euch. Mag sein, dass für euch vieles davon selbstverständlich scheint – aber für nen echten Sammler "Noob" wie mich ist die Kunst des Mineralienfindens eben noch immer ein großes Mysterium.
Das Thema um das es mir geht ist der banale "physische" Suchvorgang.
Bsp.: Ich stehe mit Hammer und Meissel, Sucherlaubnis und allem was man sonst noch so brauchen könnte mutterseelenallein in einem mir bis dahin unbekannten Steinbruch. Gehen wir mal davon aus, dass ich aus zuverlässlichen Quellen weiß, daß Fundmöglichkeiten bestehen. Ich habe 2 Stunden Anfahrt hinter mir und ca. 4 Std. Zeit bevor ich mich auf den Heimweg machen muss. Diese Zeit möchte ich so effektiv wie möglich nutzen. Also was tun – und vor allem wie?
Klingt simpel oder? Lustig ist nur, das ich nirgendwo eine Art nachvollziehbare Anleitung zum Prozedere des Mineraliensuchens gefunden habe, weder in der Literatur noch im Internet. (und im Netz findet man sonst ja wirklich fast alles...).
Also, genauso eine Anleitung hätte ich gerne mal von euch und zwar so praxisbezogen wie möglich und wenn dabei geologische Fachbegriffe fallen müssen, bitte ich darum diese gleich mitzuerklären (Ganz schön unverschämt – ich weiß...).
Zurück in den Steinbruch: Ich sehe keine Mineralien herumliegen. Soll ich die Wände absuchen, wenn ja nach was? Die Farbe des Gesteins in den Wänden variiert. Es gibt graue, grünliche und eher rötliche Bereiche, es gibt helle Bänder im Gestein und sehr dunkle Stellen, kann die Farbe ein Hinweis sein? Ok Mineralien kommen fast ausschließlich in Hohlräumen vor – richtig? Ich muss wahrscheinlich nach Hohlräumen suchen, ich finde aber keine, verstecken die sich irgendwo? Wenn ja, gibt es Anzeichen dafür wo sich Hohlräume verbergen könnten? Ok, irgendwie hab ich im Kopf, das der Begriff Mineralien oft mit dem Begriff Quarz-, Pegmatit-, oder Barytgang(band) zusammen auftaucht (Ich habe übrigens keinen Dunst worin der unterschied besteht, für mich sind das alles nur helle Bänder/Adern!). Also ran an die Bänder. Ich sehe mindestens 20. Ein grosses trennt einen roten Bereich vom grünen Bereich, viele stehen im grauen Gestein und ein paar im roten. Manche sind max 5 cm breit andere 50 cm. manche laufen senkrecht andere waagrecht. Es ist schon wieder ne halbe Stunde vergangen und ich weiß nicht wo ich anfangen soll. Verdammt es muss doch irgendwelche Faustregeln geben?
In der Mitte liegt Haufwerk. Soll ich die grünen oder die grauen Brocken aufklopfen. Oder doch lieber die roten. Oder nur die, die von Quarz durchsetzt sind? Oder gibt es noch andere Kriterien?
Seht Ihr ich bin ganz schön lost und das Ganze wird noch viel komplizierter: Wie suche ich am effektivsten auf Halden (Oben graben? unten graben? oberflächlich graben? möglichst tief graben? Auf was sonst achten?
Achate: Oberflächennah suchen, im völlig verwitterten Gestein, etwas tiefer im teilverwitterten, oder im (fast) anstehenden?
Ich erwarte nicht das die Mineraliensuche ein einfaches Hobby ist. Ich fände es nur supernett, wenn man mir und anderen Anfängern ein paar Kardinalfehler ersparen könnte und die Profis unter euch ein paar von ihren "Standard-Vorgehensweisen" in unterschiedlichen Loations (Bruch, Halde, Gelände) verraten würden.
Am besten ist natürlich, mit erfahrenen Leuten zusammen loszuziehen (Danke nochmal an "mb" für die spontane Einladung!)
aber ich habe den Monat wahrscheinlich keine Zeit mehr und ich bin doch so furchtbar ungeduldig und neugierig!
Bitte, bitte füttert mich mit infos (auch Literaturhinweise!)
Peter
