Gesteine / Rocks / Rocas > Geschiebe / Glacial erratic

Urkalk

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Angler:
Hallo Sprotte,
vielen Dank für die Nennung dieser Quelle. Jetzt werden wir mal schauen, ob wir diese Publikation bekommen können. Ist schon eine spannende Sache mit dem Urkalk.

VG Michael

karlov:
Moin,
das Problem an den Marmorgeschieben ist, dass sie sich kaum bestimmten Lokalitäten zuordnen lassen. Dafür gibt es zu viele kleine Vorkommen. Der Kolmarden-Marmor ist deswegen so bekannt, weil er as Zierstein "in alle Welt" exportiert wurde. Wikipedia hat ein Verzeichnis der Bauwerke, an denen dieses Material verwendet wurde. Im weiteren Gebiet gibt es mehrere Vorkommen, an denen ein Marmortyp abgebaut wurde, den die Schweden "Kolmarden-Typ" nennen. Das ist aber ein Lokalname und kein Leitgeschiebe, weil nicht zuverlässig bestimmbar. Es muss damit gerechnet werden, dass andernorts ähnliche Marmorvarietäten vorkommen. So sieht der Kolmarden-Typ übrigens aus (Proben vom Anstehenden):

karlov:
Hier einige Brandungsgerölle von einer Abraumhalde auf der Insel Oaxen (S Södertälje). Die hellgrün-weiße Marmorvarietät wurde aufgehaldet und ist der Typ, der im Geschiebe am leichtesten erkannt werden kann, weil bunt und auffällig. Abgebaut wurde dort aber der weiße Marmor (oben links), der in diesem Falle ebenfalls wenig grüne Serpentinminerale führt.

Grüße,
karlov

Angler:
Hallo karlov,
vielen Dank für die schönen Bilder.


--- Zitat von: karlov am 15 Apr 18, 08:04 ---Moin,
das Problem an den Marmorgeschieben ist, dass sie sich kaum bestimmten Lokalitäten zuordnen lassen. Dafür gibt es zu viele kleine Vorkommen.
--- Ende Zitat ---

Ja, das hatten wir schon befürchtet. Wie Du bestimmt weißt, versuchen Laien und nur mittelmäßig begabte Menschen oft zu Generalisieren bzw. schablonenhaft zu denken, weil uns das die Zu-/Einordnung erleichtert und erheblich beschleunigt. ;D
Je mehr wir uns in die Geschiebekunde einarbeiten, um so klarer wird uns, dass auch hier die Welt leider nicht so einfach ist, wie wir sie gelegentlich gerne hätten. :-\

Wir werden also unsere zukünftigen Marmor-Funde nur sehr vorsichtig als Urkalk ausweisen und dessen angegebene Herkunft deutlich als "Vermutung" kennzeichnen.

Herzlichen Dank und eine erfolgreiche Arbeitswoche für Dich!

VG Michael   

karlov:
Hallo Michael,


--- Zitat ---Laien und nur mittelmäßig begabte Menschen
--- Ende Zitat ---
  ;D
Das ist der normale Weg, jeder fängt so an, vom Grobem zum Feinen. Das Problem dabei ist nur, dass manche Bestimmungsbücher und Internetquellen suggerieren, man könnte mit ihrer Hilfe zu weitreichenden Aussagen/Bestimmungen kommen, was mitnichten der Fall ist, je näher man sich mit der Materie, in diesem Fall den Geschieben, beschäftigt. Eine einzige Reise ins Anstehende zeigt, was die Bücher alles verschweigen (und wer von wem abgeschrieben hat). Die Bestimmung "Urkalk, wahrscheinlich svekofennisch" ist auf jeden Fall realistischer als "Kolmarden-Marmor, Herkunft aus der Nähe von Norrköping". Und nicht weniger wert, nur weil kein Lokalname verwendet wurde.

Viele Grüße,
Marc

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