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Bestimmungshilfe - skelletierter Quarz

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Zarni:
Hallo Experten!

Ich habe eine Verlassenschaft von einem Alpinisten mit vielen großen Bergkristallen bekommen.
Die Stücke sind überwiegend alte Eigenfunde aus der Tauernregion bzw. Tirol.
Leider ist keine Dokumentation vorhanden - nicht weiter schlimm, da ich sie großteils in die Vitrine stelle...

Einzigartig finde ich jedoch skelletierte Quarze (siehe Fotos).
Größe: 25 * 12 * 8 und ca. 2,5 kg

Bei näherer Betrachtung ist der Quarz glasklar, hat lauter Flächen und ist eigentlich ein Schwimmer.
Ich finde das Stück toll und würde gerne mehr erfahren.

Meine Fragen:
kann man näheres zu dieser Quarzform sagen (woher diese eigenartige Skelletierung kommt)? - ein bisschen was konnte ich ja googlen...
gibt es vielleicht klassische Fundorte für diese Form, oder kann so ein Wuchs theoretisch überall auftreten? (wahrscheinlich handelt es sich um einen alpinen Eigenfund...)

Für mich ist das Stück ja was Besonderes :)
Ist es aber tatsächlich etwas Besonderes oder ein "Allerwelts-Quarz"?

Klaus Schäfer:
Hallo Zarni,

Ich gratuliere dir zu deinen wunderschönen Kristallen, die du "geerbt" hast. Meistens sehen wir in solchen Fällen hier im Forum Kieselsteine, Dekomaterial und Schlimmeres.

Ich  habe hier im Mineralienatlas eine Zeichnung eines skelettierten (d.h. angelösten) Quarzsplitters von der Teufelsmühle im Habachtal

Bestimmungshilfe - skelletierter Quarz

publiziert. Das Stück von der Teufelsmühle stammt aus einem Großfund österreichischer Sammler der 1980iger Jahre. Die Kluft im Untersulzbachtal wurde von einem meiner Schüler geöffnet. Hiervon gelangte kein Material in andere Sammlungen.

Gruß von Klaus

robodoc:
Hallo Alex,

herzlichen Glückwunsch zu diesem Stück, das beileibe kein Allerweltsquarz, sondern ein besonders schöner, angelöster Bergkristall und nicht etwa Skelett-Quarz (auch Fensterquarz genannt), wie sie aus Tradition, aber eigentlich  fälschlicherweise auch von Händlern im Hochpreissegment aber auch in Museen (z.B. Bramberg) genannt werden, ist. Sie entstehen wohl durch Eintritt untersättigter Lösung in Klüfte, wodurch bereits perfekt ausgebildete Bergkristalle teilweise wieder in Lösung gehen und bieten als, wie Du schon richtig erkannt hast, Schwimmer durch ihre bizarren Formen begehrte Sammelobjekte. Wenn Du den um jeden Preis loswerden wolltest, tät er mich schon interessieren.

Freundliche Grüße

Robert

stoanklopfer:

--- Zitat von: Klaus Schäfer am 20 Aug 18, 18:34 ---
publiziert - beide von Fundstellen in in Tirol.

--- Ende Zitat ---

Hallo Klaus, ich möchte nur festhalten, daß sowohl das Habachtal (Teufelsmühle) als auch das Untersulzbachtal in Salzburg liegen, nicht in Tirol!

Volkmar

Zarni:
Hallo Klaus: Vielen Dank für die Abbildungen und die Info. Das kommt gut hin. Ich habe ja Erfahrung mit Mineralien und kann viele der Stücke recht gut zuordnen - nur bei dem Einen stand ich vor einem Rätsel ;)

Robert: Super Info und Erklärung! Vielen Dank! D.h. die Bildung kann vielerorts passieren, ist aber in der Praxis sehr selten. Und auch Salzburg/Tirol kommt als theoretischer Fundort gut hin (was ja prinzipiell zu den möglichen Fundgebieten passt).
Vielen Dank auch für dein Angebot - im Moment bin ich aber von dem Stück selbst total begeistert und platziere ihn einmal in meiner Vitrine. Sollte ich mich einmal trennen wollen komme ich aber gerne auf dich zurück.

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