Hallo Berthold
und alle die mitlesen,
mit vereinfacht habe ich gemeint, dass es nicht möglich ist alle auftretenden Phänomene allgemeingültig zu beschreiben. Ich sage nicht, dass es einfach ist. S.KOZU (1952) schreibt in seiner Veröffentlichung nicht nur von den 10 nach Symmetrieoperationen möglichen Stellungen der verwachsenen Kristalle, er hat vor allem erkannt, dass nur bei den vier Fundamental - Typen beide Kristalle an einer Zwillingsfläche in direkten Kontakt stehen.
Für mich ist wichtig, die Abhängigkeiten der verschiedenen Mechanismen zu verstehen.
z.B. - die für die Verzerrung verantwortlichen Versetzungen entstehen an der Zwillingsebene (SUNAGAWA I. et al. 1979). Diese kann geometrischen Gründen nur zwischen gleichwertigen Flächen an der Kontaktlinie entstehen. Wenn die Flächen nicht gleichwertig sind, kann sich die Zwillingsfläche nicht ausbilden und dadurch kommt es in diesem Bereich auch nicht zu der Verzerrung was sich wiederum auf den Habitus auswirkt....
Mit viel Glück werden die Zwillinge irgendwann gefunden, als etwas Besonderes erkannt, untersucht, interpretiert und beschrieben. Die Beschreibungen werden wieder interpretiert und helfen manchmal das an Zwillingen beobachtete besser zu verstehen.
Aber wo setzt man an wenn das Stück nicht zu den Beschreibungen passt?
Kannten die Beschreibenden nur Stücke aus Japan? Ignorierten Sie Fundstellen wie La Gardette, Mundo Nuevo, Kami oder Bedretto?
Wenn nun, wie bei dem Multiplen Japaner oben, mehrere Japaner Zwillingsebenen in einem Kristall vorhanden sind, summieren sich die Verzerrungen und der mittlere Kristall wird eben nicht plattig, sondern nur dicker als die umgebenen Kristalle.
Setzt Du "frühe Wachstumsphase" mit spontaner Keimbildung gleich? Diese kann, wie man an vielen Stufen, z.B. auf Mundo Nuevo, Peru, erkennen kann, auch zu einem Zeitpunkt geschehen, als schon gut ausgebildete Quarzkristalle vorhanden waren (Sonnenquarz). Wenn nun die neu entstandenen Keime nach einen Japaner Gesetz verzwillingt waren, ist es anscheinend möglich gewesen, dass sich diese an vorhandenen Kristalloberflächen orientieren konnten. Soweit meine Modellvorstellung, ob sich diese mit der neueren Literatur deckt ist mir nicht bekannt und werde ich auch kurzfristig nicht vertiefen. Dazu fehlt mir die Zeit.
@Jens
1. Bild: bei dem Absatz treffen tatsächlich nicht gleichwertige Flächen an der Verwachsungsnaht zusammen. Am Ende der Wachstumsphase wurde hier also nicht die Zwillingsfläche ausgebildet.
2. Bild: der rechte Teil des Zwillings überlappt den anderen. Das ist nicht ungewöhnlich, wichtig ist der Wachstumsbereich der Flächen im einspringenden Winkel.
3. Bild: die Farbabstufung kommt von der Verwachsungsfläche im inneren. Müsste hier gleichzeitig die Zwillingsfläche sein.
Ein komplexes Thema das schwierig in einen Artikel unterzubringen ist, vor allem fällt es mir schwer es in eine für normale Sammler verständliche Form zu bringen. Ich habe, zur Zeit knapp über 20 Stufen mit Multiplen Japanern von 7 verschiedenen Fundorten.

Multiple Japaner-Zwillinge (urspr. Bilderdisk. Japaner-Drilling)

Multiple Japaner-Zwillinge (urspr. Bilderdisk. Japaner-Drilling)

Multiple Japaner-Zwillinge (urspr. Bilderdisk. Japaner-Drilling)
Diese Unterschiede auf den Flächen sind, in Verbindung mit der nicht regelmäßigen Abfolge von r und z bei dem Mittleren Kristall, ein deutlicher Hinweis auf eine Dauphinéer Zwilling.

Multiple Japaner-Zwillinge (urspr. Bilderdisk. Japaner-Drilling)

Multiple Japaner-Zwillinge (urspr. Bilderdisk. Japaner-Drilling)

Multiple Japaner-Zwillinge (urspr. Bilderdisk. Japaner-Drilling)
Grüße Josef