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Lepidokrokit vs Hämatit vom Revier Schlema
harzgeist:
Hallo
Beim Betrachten der Lepidokrokit-Galerie fielen mir einige Bilder auf, von denen ich denke, dass es sich um Hämatit handelt.
Jeder, der schon einmal die Halden im Revier Schlema besucht hat, kennt die Drusen im Dolomit, ausgekleidet mit feinsten rötlich reflektierenden schuppigen Kristallen. Ich meine, dass dies Hämatit ist.
Auch weil es sich hierbei unzweifelhaft um eine endogene Bildung handelt, wogegen Lepidokrokit eine exogene Bildung ist. Ich will nicht ausschließen, dads es dabei auch Ausnahmen gibt, bezweifele aber, dass dies hier der Fall ist.
Ich kenne ähnliches Material von Ilfeld, das ausnahmslos alles Hämatit ist.
Gibt es hierzu Erkenntnisse / Meinungen ?
Thomas
Uwe Kolitsch:
https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/LokationMineralData?param=558,2186,0
Stimme dir vollkommen zu.
Diese Fotos sollten alle korrigiert werden.
smoeller:
Hallo,
Eindeutig Hämatit. Mir ist kein sicherer Lepidokrokit aus der Paragenese bekannt. Lepidokrokit bildet sich eher bei der Zersetzung von Fe-haltigen Karbonaten (Fe-Dolomit, Ankerit, Siderit) zusammen mit Goethit/Limonit und Mn-Oxiden, also einer typischen Hutbildung in der oberflächennahen Oxidationszone, während der Dolomit aus Schlema meist frisch ist. Bei der enormen Teufe des Bergbaus ist Lepidokrokit eher nicht zu erwarten, hächstens am Anfang des Abbaus in den 50-ern, als oberflächennah gebaut wurde.
Lepidokrokit hat übrigens einen gelbbraunen bis orangegelben Strich und lässt sich dadurch von Hämatit unterscheiden, dessen Strich immer tief rotbraun bis kirschrot ist.
Glück Auf!
Sebastian
harzgeist:
Danke, Uwe und Sebastian für die klaren Antworten!
Das hilft, einen meiner Erfahrung nach recht weit verbreiteten Irrtum aufzuklären.
Außer den Bildern (ich habe noch eines vom Ronneburger Revier gefunden) sind dann ja auch noch die Einträge aus den Mineralienlisten der Fundorte zu streichen, es sei denn, es liegt eine verlässliche Referenz vor, die sich auf Material vom Eisernen Hut bezieht.
Bin mal gespannt ob sich ein paar Erzgebirgler der Sache annehmen. (Oder ob sich einer auf den anderen verlässt und am Ende ist nichts passiert).
Thomas
nwsachse:
Hallo,
in der Bergbaumonographie / Band 14: "Geologie und Uranbergbau im Revier Schlema-Alberoda" (S. 189) wird Lepidokrokit als
"Sehr verbreitet im Raum Schlema-Alberoda; feindispers in Karbonaten oder in blättrigen Kristallen
mit rot durchscheinenden Rändern; z. B. Gang „Limonit"
beschrieben. Weitere Erwähnungen finden sich auch noch an anderen Stellen dieses Bandes.
https://publikationen.sachsen.de/bdb/artikel/12174
Jörg N.
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