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Autor Thema: Wissenschaftliches zu der Achatgenese  (Gelesen 72025 mal)

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Offline Ralf

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Re: Wissenschaftliches zu der Achatgenese
« Antwort #120 am: 08 May 11, 10:57 »
Ja Jens, so stehts geschrieben.

Als Schleifer lernt man aber recht schnell, dass es da doch gewaltige Unterschiede geben kann. Die Härte ist nur bei vollkommen homogenen Stücken gleich. Was wir bemerken ist ja nicht die Härte von SiO², sondern die des Gefüges der mikrokristallinen Struktur.

Offline aca

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Re: Wissenschaftliches zu der Achatgenese
« Antwort #121 am: 08 May 11, 11:45 »
Opal hat doch nicht Härte 7. Könnte also z.B. Opal sein.
Oder Quarz mit Seladonit als Bindemittel.
Aber ohne Dünnschliff oder andere, ähnlich aufwändige Verfahren wird man zu dem Grünzeug nicht viel sagen können.

Offline Jochen1Knochen

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Re: Wissenschaftliches zu der Achatgenese
« Antwort #122 am: 08 May 11, 21:11 »
Danke Amir!
Da hatte ich mit der Härte vom Opal einen Denkfehler drin ::)
Da werde ich bei Gelegenheit mal einen Test in Flußsäure machen.Da sollte sich das gut lösen.
Gruß Jens

Offline Jochen1Knochen

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Re: Wissenschaftliches zu der Achatgenese
« Antwort #123 am: 09 May 11, 21:17 »
Hallo!
Beim Flußsäuretest findet lediglich eine Entfärbung der grünen Massen statt.Eine sichtbare Reaktion findet nicht statt.Dabei entsteht ein hellblauer Niederschlag,welcher sich mit etwas Rubbeln entfernen lässt.Darunter wird die ehemals grüne Masse rotbraun.Einzelne Äderchen werden stärker angegriffen-eventuell ist ja doch etwas Opal dabei.
Gruß Jens

Offline cmd.powell

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Re: Wissenschaftliches zu der Achatgenese
« Antwort #124 am: 13 May 11, 05:47 »
Zu "rotbraun" und "grün" fällt mir als erstes die Eisenionen Fe3+ und Fe2+ ein: Die rotbraunen Farbtöne des Jaspis sollten mit ziemlicher Sicherheit auf eben jenens Fe3+ zurückzuführen sein. Fe2+ wäre dann in den grün/grauen bereichen vorhanden. Fe2+ ist an Sauerstoffatmosphäre nicht stabil und geht schnell in Fe3+ über. Wenn ihr nun mit Flusssäure die Oberfläche anätzt, geht erstmal alles in Lösung. Fe bildet mit dem Fluorit aus der Flusssäure den farblosen Komplex FeF63+ (?), somit sollte es nicht verwunderlich sein, das es zu einer Entfärbung kommt. Etwas Eisen als Fe3+ liegt sicherlich als feine FeOOH-Krümelchen vor, die sind schwer löslich, auch in Flusssäure und bilden dann braune Niederschläge.

Zur Härte: Die mikrokristallienen Modifikationen des SiO2 haben grundsätzlich eine geringere Härte als Quarz, liegen also immer unter Mohshärte 7 !

Offline Jochen1Knochen

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Re: Wissenschaftliches zu der Achatgenese
« Antwort #125 am: 14 May 11, 17:10 »
Hallo Markus!
Wenns doch nur so einfach wäre! :)
Die grüne Farbe ist in der Atmosphäre dauerhaft stabil .Eventuell käme eine Nickelverbindung in Frage.Der Niederschlag ist wie schon geschrieben hellblau und nicht braun.
Weiterhin entstehen beim Lösen von eisenhaltigen Verbindungen in Flußsäure feinste Bläschen.Diese Reaktion ist hier nicht zu beobachten.Der grüne Anteil dieses angeblichen Jaspis wird bereits in der ersten Sekunde zersetzt.Dann passiert nichts mehr !
Weiterhin gibt es neben den grünen Stücken die roten mit unterschiedlichen Farbgebungen.Eventuell sind ja diese unterschiedlichen Beimischungen auch verantwortlich für die Härteunterschiede-je nachdem wieviel beigemischt ist.
Da ist mir noch aufgefallen,daß im Lexikon in der Beschreibung zur Fundstelle auch diese Aschetheorie geschrieben ist.
Irgendwie verstehe ich nicht,daß es jede Menge Artikel zu den Achaten von St.Egidien gibt,aber das Grundmaterial in seiner Substanz nicht richtig untersucht wird!
Na ja-dann ist das eben ein Jaspisähnliches-Chalcedonartiges Hornsteinaschekonglomerat mit etwas drin ;D
Es grüßt euch alle mit einem Herzlichen
Glück Auf!
Jens

Offline agategerd

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Re: Wissenschaftliches zu der Achatgenese
« Antwort #126 am: 14 May 11, 17:55 »
Hallo Jens

Diese Untersuchungen gibt es .
siehe Artikel"Achate aus sächsischen Vulkaniten des Erzgebigischen Beckens" von R. Möckel und J. Götze
in den Veröffentlichungen des Museums für Naturkunde Chemnitz, Band 30 (2007) 25-60.


Sammlergrüße Gerd

PS: Bestimmt im Museums Shop noch erhältlich

Offline Jochen1Knochen

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Re: Wissenschaftliches zu der Achatgenese
« Antwort #127 am: 14 May 11, 20:05 »
Hallo Gerd!
Ja gut-dann fahre ich jetzt mal schnell die 400km und schau mal obs die Broschüre noch gibt. :-\
Gruß Jens

Offline nwsachse

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Re: Wissenschaftliches zu der Achatgenese
« Antwort #128 am: 14 May 11, 20:21 »
http://www.naturkunde-chemnitz.de/index.php?id=natur&pg=publikationen

Bestellung ist auch per Mail / Kontaktformular moeglich.


Offline cmd.powell

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Re: Wissenschaftliches zu der Achatgenese
« Antwort #129 am: 15 May 11, 03:54 »
@Jens: Fe2+ ist nur in wässriger Lösung gegenüber Sauerstoff instabil und wird zu Fe3+ oxidiert. In festen Verbindungen ist es relativ stabil und über längere Zeiträume haltbar (auch geologische !). Je nach Bedingung ist auch die Reduktion von rotbraunen Fe3+ zum grünlichen Fe2+ möglich. Solch eine Reduktion erklärt häufig graugrüne Schlieren oder Bänder in so rostbraunem Gestein.
Das bei Lösen von Eisenverbindungen in Flusssäure Bläschen entstehen müssen, ist schlicht falsch ! Solange das Eisen nicht an Anionen gebunden ist, die beim Lösen in Form einer gasförmigen Verbindung freigesetzt werden, gibt es auch keine Bläschen. Letztlich gibt es in der Natur nur die Gruppe der Carbonate, die mit Säuren Bläschen bilden (Kohlendioxid). Alle anderen Verbindungen gehen meist unauffälliger in Lösung. Das Einzige, was sonst noch zu Blasenbildung beim Lösen führen könnte wären im Kristall/Gestein eingeschlossene Gasbläschen.
Nach dem "Klockmann" und dem "Rössler" ist Jaspis eine dichte gesteinsbildene Form von Chalcedon, wechsend stark durch Eisen- oder Manganoxide gefärbt. Die verschiedenen Farben lassen sich durchaus erschöpfend durch die verschiedenen Oxidationsstufen dieser Elemente erklären. Unterschiede in der Härte/Dichte innerhalb eines Stückes lassen sich durch Schwächezonen o.ä. erklären, in die korrodierende Lösungen eingedrungen sind.

Offline Jochen1Knochen

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Re: Wissenschaftliches zu der Achatgenese
« Antwort #130 am: 15 May 11, 07:59 »
Jörg!
Danke für den Link!Hab die schon mal angeschrieben.Hoffentlich haben die das noch.
Markus!
Danke für die einleuchtenden Erklärungen!
Beim Nachlesen ist mir noch was aufgefallen.
Jaspopal:undurchsichtig,rot bis braun durch Fe-Verbindungen.
Im Lexikon haben wir es nicht drin.
Gruß Jens

Offline Jochen1Knochen

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Re: Wissenschaftliches zu der Achatgenese
« Antwort #131 am: 18 May 11, 21:27 »
Hallo!
Das untersuchte Stück im Heft des Naturkundemuseums weist leider kein Gramm von dem fragwürdigem Jaspis auf.
Also alles wie gehabt-das Zeug interessiert niemanden wirklich >:(
Ansonsten ist das Heft trotzdem empfehlenswert.Ein paar nette Gedankenanreger sind da schon dabei und über Fossilien stehen auch genug Themen drin.Diese Publikation ist mit 182 Seiten schon ein ganz schönes Buch-und das für unter 10 Euro.Da war ich angenehm überrascht :)
Gruß Jens

 

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