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Autor Thema: Geröllachate aus Kiesgruben usw. Lausitz, Mosel ....  (Gelesen 509811 mal)

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Offline Donat

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Antw:Geröllachate aus Kiesgruben usw. Lausitz ,Mosel ....
« Antwort #750 am: 08 Feb 10, 21:27 »
Hallo,
Hatte dieses Thema in ähnlicher Form mit diesen Achat hier:
http://mineralienatlas.de/viewF.php?param=1230670011#
einem anderen Forum.

Und der HeikoB schrieb mir dazu diese Theorie:
http://www.jgr-apolda.eu/index.php?PHPSESSID=b930pt526ibs5pg49ssdq0nsd6&topic=1754.60

Gruß
Donat

Offline Sargentodoxa

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Antw:Geröllachate aus Kiesgruben usw. Lausitz ,Mosel ....
« Antwort #751 am: 08 Feb 10, 21:46 »
Hallo Markus
Interessant, deine Beobachtungen mit den Kieselhölzern im !!! Konglomerat. Ich habe nur welche mit Anhaftungen bisher gefunden und dies kann ja später angekittet worden sein. Ich hatte in meinem ersten Beitrag schon gesagt, vielleicht gibt es heut neuere Datierungen für die Tremosna-Konglomerate, hab bisher aber nichts gefunden. Gebe dir recht, das die Kieselhölzer ( Dadoxylon ) mit Konglomeratanhaftungen  identisch mit den losen Stücken sind, sprich im Permokarbon verkieselt. Möglich ist, auch da gebe ich dir recht, wir machen einen Denkfehler bzw wir interpretieren die Definition Tremosna-Konglomerat  falsch und haben ganz andere viel jüngere Konglomerate???
Werner

Offline Mineralroli

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Antw:Geröllachate aus Kiesgruben usw. Lausitz ,Mosel ....
« Antwort #752 am: 08 Feb 10, 22:10 »
Hallo
Ich finde auch das diese Diskussion doch sehr lebhaft in der Begründung geworden ist.
Genau so muß es auch sein denn das ist das Salz in der Suppe.
Ich muß aber eingestehen das ich von den Tremosna-Konglomeraten und Kieselhölzern sehr wenig verstehe.
Daher glaube ich auch nicht das ich in der Aufschlüsselung weiter behilflich sein kann.
@donat (Günter)
Der Achat aus deinem Link ist echt fantastisch.
Ich hatte den schon bei der Einstellung bewundert aber erklären kann man das wohl nicht so einfach.
Es sieht aus wie zwei Achate und eine Trümmerung ist nicht erkennbar.
Ich hatte das mal in Waldhambach gefunden einen Achat in einem Achat der wie ein Stock durch das Zentrum steckte.
Ich denke das ähnliches hier auch der Fall ist.
Beste Grüße
Roland

Offline Ralf

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Antw:Geröllachate aus Kiesgruben usw. Lausitz ,Mosel ....
« Antwort #753 am: 08 Feb 10, 23:02 »
Na gut, dann versuch ich mich auch mal.

Erst mal kann man die Stücke aus Uruguay nicht mit dem " Brekzienachat " vergleichen. Die Uruguaystücke sind Scheiben oder Kopfenden von stalagtitischen oder stalagmitischen Bildungen, die äußerlich mit Achat/Quarz überwachsen sind. Somit ist der " Kern " recht einfach zu erklären.

Bei dem Brekzienachat handelt es sich dem Foto nach um eine Mandel. Da eine sedimentäre Bildung anhand des optischen Eindrucks sehr unwahrscheinlich ist, sollte es sich also um eine vulkanische Bildung handeln. Das bedeutet nix anderes, als eine ausgefüllte Gasblase in der Lava. Darin kann kein Konglomerat entstehen. Wohl können in solchen Mandeln Bruchstücke der Lava eingebettet sein, kaum aber Sande oder Gerölle. Das solche Mandeln Hohlräume haben ist nichts ungewöhnliches. Dass der Hohlraum im abgebildeten Stück schräg nach hinten zu verlaufen scheint, wird an der Schnittführung des Stückes liegen und sollte nicht verwirren.

Ergo bleibt nur die Möglichkeit der Bildung an einer sekundären Lagerstätte.
 
Hierfür gibt es zwei Erklärungen.

1.) Die Häufigere bzw. belegte.

Grade in den Moselkiesen findet man sehr oft Mandeln mit Hohlräumen, die mit Sand und kleinen Quarzkieseln ausgefüllt sind. Nicht selten ist diese Masse fest verbacken und geht nur mit einiger Mühe da raus. Betrachtet man diese Mandeln, findet man immer eine Öffnung, durch die diese Sande in das Mandelinnere eingedrungen sind. In den Kieslagerstätten herrscht nicht selten hoher Druck, so dass die Verfestigung des eingetragenen Materials durchaus erklärbar ist.
Die eingelagerten Sande und Kiesel sind immer kleiner als der Hohlraum. Ist ja auch logisch, weil sie sonst ja nicht hätten eindringen können. Dabei kann aber auch die Schnittführung einen optischen Streich spielen. Diagonale Schnitte gaukeln manchmal vor, das eine Einlagerung größer ist, als der Durchmesser des Hohlraums. Da muss man schon genau hinsehen.
Auch die unterbrochenen Lagen eines Achates, wie z.B. an Donat´s Stück, haben manchmal eine einfache Erklärung. An einem Hohlraum umschließen die Achatlagen selbigen. Bei einem ungünstigen Schnittwinkel kann es sein, dass diese Lagen quasi gekappt werden. Unser Auge zieht eine grade Linie und meint, da ist eine Unterbrechung. In Wirklichkeit ist die Lage aber genau an dieser Stelle nach oben um den Hohlraum herum abgeknickt und führte auf der gegenüberliegenden Seite wieder herunter. Da ist das Gegenstück dann von Bedeutung, weil man das daran erkennen kann. Ist nur mit Worten etwas schwierig zu erklären.
Zusätzlich könnte der Inhalt einer Hohlraumfüllung natürlich auch sekundär durch mineralisation verkittet worden sein.

2. ) Die Interessantere von Felsenmammut

Der Achat war selber Bestandteil einer Brekzie. Er muss dazu vor der Brekzienbildung dort abgelagert und eingeschlossen worden sein. Später ist er dann wieder ausgewittert und nur im Hohlraum hat sich die Brekzie erhalten.



Eine Bildung des Achates in der Brekzie halte ich in dieser Form für nicht wahrscheinlich. Man kann das auch nicht mit den Trümmerachaten vergleichen, die ja am Ort der Bildung zerstört und wieder verkittet wurden. Also ist der Kern dieses Brekzienachates nach m.M. in jedem Fall eine sekundäre Bildung, die nichts mit der Achatgenese zu tun hat, was ihn aber in keinem Fall uninteressanter macht.

Offline Goldi85

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Antw:Geröllachate aus Kiesgruben usw. Lausitz ,Mosel ....
« Antwort #754 am: 08 Feb 10, 23:19 »
Hallo,

Donats Achat würde ich mir als Pseudomorphose (beispielsweise nach einem Calcit-Skalenoeder oder verzerrten Rhomboeder) erklären. Man kann deutlich sehen, dass einige Kanten der Grenzfläche sehr gerade verlaufen. Die Obere beispielsweise.
Wenn man sich das nun also so vorstellt, dass zwei Calcitkristalle dicht nebeneinander und dabei teilweise ineinander gewachsen sind, dabei die Kristallflächen eine mehr oder weniger starke Wölbung aufweisen (gerade bei Calcit doch oft zu beobachten) und der Schnitt nicht exakt parallel entlang einer Achse sondern nur um einen kleinen Winkelbetrag gekippt ausgeführt wurde, hat man sehr schnell ein solches Schnittbild. Ein sehr schöner und interessanter Achat auf jeden Fall.

Gruß  Daniel

Offline Mineralroli

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Antw:Geröllachate aus Kiesgruben usw. Lausitz ,Mosel ....
« Antwort #755 am: 08 Feb 10, 23:21 »
Hallo Ralf
Das war doch eine recht ausführliche Erklärung.
Gut, das das mit den Uruguaystücken nicht das selbe ist war mir nach dessen Einstellung auch fast klar.
Es sollte auch mehr eine Anregung sein.
Beim sekundären Einschluß kamen wir uns aber doch sehr nahe. Ich halte deine Erklärung für plausibel.
Beste Grüße
Roland

Offline Ralf

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Antw:Geröllachate aus Kiesgruben usw. Lausitz ,Mosel ....
« Antwort #756 am: 08 Feb 10, 23:28 »
Keine Frage Roland. Sekundäre Bildung dürfte sicher sein.

Um das von mir geschriebene etwas zu veranschaulichen, hab ich grad noch ein paar Bilder gemacht.

Hier sieht man eine Achathälfte von außen. Zu erkennen ist, dass der Hohlraum mit kleinen Quarzkieseln vollgestopft ist. Diese sitzen bombenfest.

Offline Ralf

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Antw:Geröllachate aus Kiesgruben usw. Lausitz ,Mosel ....
« Antwort #757 am: 08 Feb 10, 23:32 »
Der gleiche Hohlraum von der anderen, geschliffenen Seite. Deutlich sieht man die in den Hohlraum hineinragenden Kiesel. Der Hohlraum war urprünglich voll. Ich popel die nur immer raus, weil sich sonst schonmal ein Stück beim schleifen oder polieren löst und heftige Kratzer verursacht. Dazwischen hängt immer noch Sand, so dass es im Anschnitt durchaus den Eindruck einer Brekzie vermittelt.

Offline Sargentodoxa

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Antw:Geröllachate aus Kiesgruben usw. Lausitz ,Mosel ....
« Antwort #758 am: 09 Feb 10, 08:37 »
Hallo Ralf
Ja, diese eingepressten Sandkörnchen keine ich auch z.B. in Hohlräumen der Fossilien der Seeser Geröllgemeinschaft. Ehemals paläozoische Korallen, Moostierkolonnien, Schwämme usw., die sekundär in lavendelblauen Hornstein umgewandelt wurden. Egal wie fest, aber irgentwie bekommt man diese Körnchen doch aus den Hohlräumen, spätestens wenn man mal Stücke schneidet und anschleift. Das Problem, was aber scheinbar nicht nur ich habe, ist, das zumindest einige Lausitzer Sammler in dem  "Fremdkörper" den Tremosna-Konglomerat erkennen bzw glauben zu erkennen! Diesem Gesteinstyp begegnen wir ja ständig in der Lausitz. Leider kann ich keine Fotos durchs Bino machen um hier mal ein Vergleichsstück vorzustellen.
Vielleicht hat ein anderer Lausitzer Sammler mal ein Bild.
Hallo Markus
könndest du mal ein Bild von einem Dadoxylon im Konglomerat vorstellen, würde mich doch sehr interessieren.
Gruß Werner

Offline Ralf

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« Antwort #759 am: 09 Feb 10, 08:49 »
Hallo Werner,

über Konglomerate weiß ich leider gar nix. 

Natürlich besteht die Möglichkeit das es sich bei der " Füllung " dieses oder anderer Achate um Konglomerat handelt. Aber, wie ich schon geschrieben habe, müsste der Achat dann bereits fertig im Konglomerat eingeschlossen worden sein. Die Bildung solcher Achate im Konglomerat halte ich für sehr unwahrscheinlich.

Bei verkieselten Hölzern könnte das u.U. anders sein, sprich der Verkieselungsprozess könnte auch im Konglomerat erfolgen.

Offline Mineralroli

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« Antwort #760 am: 09 Feb 10, 16:12 »
Hallo Ralf
Genau so kennen ich es auch (Kiesel im Drusenraum) und das ist für die Kiesgruben in der Lausitz auch recht häufig.
So hatte ich es ja auch in meiner Theorie zu verstehen gegeben.
Ich habe mir den Achat mit dem Konglomerat nochmal genauer angesehen und es ist eigentlich keine plastische Verformung der Bänder zu erkennen.
Das Gesteinsstückchen grenz scharf ab und wie schon beschrieben sind durch den Schnittwinkel Täuschungen möglich.
Was noch weiterhin für eine sekundäre Bildung spricht ist die etwas schwärzliche Umrandung um das Gesteinsstückchen. Es könnte sich durchaus um Manganablagerungen handeln die ebenfalls mit durch die Öffnung eingedrungen sind.
Beste Grüße
Roland

Offline moldijaeger

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Antw:Geröllachate aus Kiesgruben usw. Lausitz ,Mosel ....
« Antwort #761 am: 09 Feb 10, 16:53 »
Hallo,

hier noch mal ein Kieselholz mit einer Anhaftung, die das selbe Material wie in dem Achat sein dürfte!
Bildgröße : 4 x 3 cm

Grüße
« Letzte Änderung: 05 Sep 13, 15:29 von oliverOliver »

Offline Sargentodoxa

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« Antwort #762 am: 09 Feb 10, 17:04 »
Hallo
danke Enrico, so hatte ich auch mal ein Stück, hab es aber weggegeben.
Habe heut Nacht nochmals etwas Literatur gewälzt. Mir scheint es gibt noch reichlich andere Konglomeratarten in der Lausitz, die dem Tremosna-K ähnlich sehen. Werd demnächst mal jemanden Fragen, der sich bestens mit Elbeachate und Leitgerölle auskennt.
gruß Werner

Offline Ralf

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« Antwort #763 am: 09 Feb 10, 17:12 »
hier noch mal ein Kieselholz mit einer Anhaftung, die das selbe Material wie in dem Achat sein dürfte!

Die Anhaftungen an dem Holz könnten nach dem Foto auch Tuff, möglicherweise auch verkieselt, sein. Sowas findet man oft in der Hessischen Rhön. In diesem Tuff sind auch allerlei andere Einschlüsse enthalten.

Aber nur nach dem Bild kann man das nicht genau sagen.

Kannst Du nicht von dem Achatzentrum eine detailliertere Aufnahme machen. Hab mal versucht das Bild zu vergrößern, aber dann ist alles verpixelt.
« Letzte Änderung: 05 Sep 13, 15:29 von oliverOliver »

Offline moldijaeger

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« Antwort #764 am: 09 Feb 10, 17:20 »
Zitat
Kannst Du nicht von dem Achatzentrum eine detailliertere Aufnahme machen. Hab mal versucht das Bild zu vergrößern, aber dann ist alles verpixelt.

Klar kann ich das machen, wird aber erst morgen, da ich nur mit Tageslicht Fotografiere!

 

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