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Autor Thema: Granatfrage  (Gelesen 1936 mal)

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Offline berthold

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Granatfrage
« am: 20 Jun 05, 14:35 »
Hallo Leute,

meine Granatfrage betrifft eine seltsame Bildung aus einem feldspatreichen (Meta-?)-Aplit der nördl. Oberpfalz (nahe Pleystein). Die Mehrzahl der dort vorkommenden eingewachsenen Granatkristalle zeigen nur bei grober oberflächlicher Betrachtung die Gestalt von Granat. Genauer angesehen sind es mehr oder minder feine Gemenge von verschiedenen Mineralien, wie man unter dem Mikroskop gut erkennen kann. Selbst "Kristalle", die sich in erkennbarer Rhombendodekaeder-Form bei ca. 2 cm Durchmesser gut aus dem Aplit gelöst haben (was selten ist) erscheinen schon mit der Lupe betrachtet aus verschiedenen Mineralien (Granat, Turmalin, versch. Glimmer, Quarz, Pyrit, Manganmineralien u.a.m.) aufgebaut. Da kann es gut vorkommen dass trotz übergeordneter Granat-Kristallform weniger als die Hälfte Granat drinnen ist, dieser aber dann z.B. wieder in stecknadelkopfgroßen "echten" Kriställchen. Manchmal ist das körnige Mineralgemisch recht einfach (Quarz+Granat), manchmal kunterbunt zusammengesetzt  Es scheint fast so, als sei der Granat von anderen Mineralien verdrängt worden wogegen allerdings der Umstand spricht, dass die Mehrzahl der körnigen Einlagerungen zum Aplit hin nicht scharf abgegrenzt ist (und deswegen können diese bis 5 cm großen Bildungen oft nicht herauspräpariert werden). Meine Fragen nun:

1.) Wie bezeichnet man so eine Bildung?
2.) Wie könnte man sich die Entstehung vorstellen - geht das NUR über Metamorphose/(Teil-)Anatexis ?
3.) Referenzen - wo hat man ähnliche Formen gefunden ?

Ach ja, dieser Aplitgang, aus dem diese Granat-Bildungen kommen zeigt relativ schafen Kontakt (zum moldanubischen Gneis), ist scheinbar nicht mit diesem verfaltet und führt neben Granat noch auffällig Turmalin (Schörl ?, wobei dieser nicht zersetzt/verdrängt ist). Leider ist der ca. 700 Meter lange Gang nur durch reichlich Lesesteine belegt und in der geol. Karte (1:25000) nicht eingezeichnet. Diese Granatbildungen machen im Vergleich zu Granatkristallen aus Metapegmatiten die ich kenne (z.B. Menzlhof) keinen verformten Eindruck.

Gruß

Berthold   

Offline ZEO

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Re: Granatfrage
« Antwort #1 am: 20 Jun 05, 18:50 »
Hallo,

vielleicht ein passender Hinweis. Es gibt eutektische Verwachsungen von Granat mit Quarz, Feldspat usw. Dies entspricht der Verwachsung Feldspat-Quarz im Schriftgranit.
In ExtraLapis No.9, S.13, ist ein Hinweis mit Bild, Fundort Monte Brolla, Tessin. Wird dort als "äußerst selten, aber in Pegmatiten durchaus möglich" bezeichnet. In meiner Sammlung habe ich ein Stück von Kiya Steinbruch, Kyoto -Watsuka Cho, Sohraku-gun, Watsuka Cho, Kyoto, Japan, das so ähnlich aussieht.

Grüße
Jürgen