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Autor Thema: Sievert-Angabe realistisch?  (Gelesen 1870 mal)

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Offline cinnabarit

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Sievert-Angabe realistisch?
« am: 23 Jul 19, 14:51 »
Guten Tag liebe Sammlerkollegen!
Ich habe seit einiger Zeit eine wirklich schöne Sufe
mit, laut Zettel, Uranopilit auf Pechblende. Nun ist mir auf dem Etikett
aufgefallen dass dort im oberen Bereich 27 msv/h angegeben sind.
Gehe stark davon aus dass der Vorbesitzer (leider unbekannt)
diesen Wert draufgeschrieben hat.
Vielleicht habe ich etwas falsches recherchiert, aber mir kommt der Wert schon zimlich hoch vor oder?
Ist das realistisch? Habe leider aktuell kein Dosimeter oder Geigerzähler zur Hand.
Vielen Dank schon mal!
Beste Grüße,
Max!  :)

Offline Lynx

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Re: Sievert-Angabe realistisch?
« Antwort #1 am: 23 Jul 19, 14:59 »
Servus Max,

für mich sieht die Notiz nach 27 µSv/h aus - also einen Faktor 1000 weniger als 27 mSv/h.

Gruß, Martin

Offline cinnabarit

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Re: Sievert-Angabe realistisch?
« Antwort #2 am: 23 Jul 19, 15:08 »
Hallo Martin,
habe tatsächlich nicht gewusst wie man das "my" als Zeichen schreibt  ;D
Aber dachte dass das dann eben mit "m" ersatzweise gemacht wird,
vllt habe ich daher auch viel gelesenes falsch interpretiert, vielen Dank für den Hinweis!!
Es ist schon eindeutig ein My, ist diese Strahlung als eher hoch anzulegen?
Weiß leider nicht unter welchen Umständen dieser Wert ermittelt wurde, direkt an der Probe,
ein Meter Abstand, in Dose, in Schrank...etc.
Danke schonmal für deine schnelle Antwort!

Offline Lynx

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Re: Sievert-Angabe realistisch?
« Antwort #3 am: 23 Jul 19, 15:18 »
Hoi,

schau mal hier (webminerals.com):
http://webmineral.com/data/Uranopilite.shtml#.XTcIB0xuJhE
und scrollen bis "Radioactivity"
Umrechnung : 10µSv/h=1mRem/h

Ob das so stimmt und was der Zettelschreiber gemacht hat, um den Wert zu bekommen, kann ich Dir leider nicht beantworten.
Gruß, Martin

Offline Roadrunner

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Re: Sievert-Angabe realistisch?
« Antwort #4 am: 23 Jul 19, 15:28 »
Hallo Leute,
Pechblende in massiver Form, also nicht nur als Gängchen oder ähnlich, kann auch schon mal in den zweistelligen Millisievertbereich gehen. Gemessen dann aber meist direkt an der Stufe. Ich selbst hab faustgrosse Stücke mit über 30 Millisievert im Bestand. Gemessen mit Sbm20 und direkt in Stufennähe.
Ist also denkbar mit den Werten.
Bis dann
Roadrunner

Offline Uwe Kolitsch

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Re: Sievert-Angabe realistisch?
« Antwort #5 am: 23 Jul 19, 15:43 »
Große Pechblendebrocken kommen bei einem Abstand von 1-5 cm schon mal auf 15-30 µSv/h (gemessen mit 2-jährlich geeichtem Gerät).
Der Abstand geht bekanntlich mit dem Quadrat in den Messwert ein.

Offline cinnabarit

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Re: Sievert-Angabe realistisch?
« Antwort #6 am: 23 Jul 19, 16:35 »
Hallo Roadrunner & Uwe!
Vielen Dank für eure Vergleichsmessungen die
den angegebenen Wert zumindest realistisch erscheinen lassen.
Ich bewahre die Stufe (ca. 10 x 8 cm ) in einem Hölzernen Sammlungsschrank im Dachboden,
luftdicht (klebeband) in einer Sammlungsdose aus Kunststoff auf.
Wenn man davon ausgeht dass der angegebene Wert richtig ist,
kann ich die Stufe weiterhin so lagern?
Danke auch für den Link lieber Martin!
Beste Grüße

Offline Uwe Kolitsch

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Re: Sievert-Angabe realistisch?
« Antwort #7 am: 23 Jul 19, 17:25 »
> kann ich die Stufe weiterhin so lagern?

Ja. Das wenige aussickernde Radon wird sich schön auf dem Fußboden des Dachbodens und verteilen/verdünnen bzw. durch Ritzen weiter nach unten fließen (es ist 8x schwerer als Luft).
Ich vermute, da sind keine großen Mengen von U-Mineralien in diesem Sammlungsschrank?
Potentiell gefährlicher sind Sammlungsschränke mit vielen U-Mineralien in schlecht gelüfteten Kellern.

EDIT: Ich würde die Stufe bzw. den Plastikbehälter deutlich mit einem Radioaktivitätssymbol kennzeichnen (wenn nicht schon gemacht).
« Letzte Änderung: 23 Jul 19, 17:40 von Uwe Kolitsch »

Offline Hg

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Re: Sievert-Angabe realistisch?
« Antwort #8 am: 23 Jul 19, 18:47 »
Die 27 µSv/h sind ein durchaus realistischer Wert.
Bei einer Angabe von 30 mSv/h wäre ich da ein wenig vorsichtiger (wie war das nochmal mit der Jahresdosis? 5 mSv/a für nicht beruflich strahlenexponierte Personen, 20 mSv/a für beruflich strahlenexponierte?). Jeder, der sich mit Strahlenschutz beschäftigt, wird mir da sicher zustimmen. Wie hoch ist der sichere Messbereich des Sbm20?
Die höchste Dosisleistung, die ich je gemessen habe, war jetztes Jahr in Ste. Marie. Vermutlich unten auch recht massive Pechblende mit sek. U-Mineralien.

Grüße,
Andreas
« Letzte Änderung: 23 Jul 19, 19:31 von Hg »

Offline wolfilain

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Re: Sievert-Angabe realistisch?
« Antwort #9 am: 23 Jul 19, 19:25 »
Ja ich würde sagen auf dem Zettel steht 27 µSv/h.
Das halte ich auch für Wahrscheinlicher.
Wären das 27 mSv dann hätte ich als Besitzer der Stufe dann mehr als nur den Wert in die Ecke geschrieben. :P
Denn 27 mSv/h ist dann nichts mehr für zufällig bei jemandem in der Sammlung finden.

Zum Vergleich:
Ab Jahresdosis von 1mSv gilt die Strahlenschutzverordnung im betrieblichen Bereichen.
Ab 6 mSv im Jahr sind Kontrollbereiche und Körperdosen zu prüfen.
Und ab 3 mSv/h gelten Sperrbereiche.

Diese Gesetze und Regelungen entfalten aber in einer Sammlung in welcher radioaktive Minerale mal mit dabei sind keine Wirkung.
Mann sollte sich aber darüber im klaren sein wie man damit umgeht.

Grüße
Volker

PS: Und im klaren darüber sein das das mal zufällig jemand findet und einen Feuerwehr-Einsatz auslösen könnte.

PPS: Es gibt aus China relativ gute Geräte welche auch die Hintergrundstrahlung Messen für 70 Euro.
« Letzte Änderung: 23 Jul 19, 19:41 von wolfilain »

Offline Roadrunner

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Re: Sievert-Angabe realistisch?
« Antwort #10 am: 23 Jul 19, 21:35 »
Hallo Leute,
sorry mein Fehler! Hab nochmal nachgemessen und es sind nicht 30 Millisievert sondern 0,3 Millisievert, oder anders ausgedrückt um die 60000 Imp/Min.
Ich hatte aber auch eine größere Stufe im Bestand welche in Bereiche von über 100000 Imp/Min gingen das wären dann 0,57 Millisievert.
Wohlgemerkt direkt an der Stufe! In ca. 3 Meter Abstand ist nix erhöhtes feststellbar!
Gelagert werden die Stufen bei mir in der Garage in einer Blechbox und die Garage ist ca. 8 Meter vom Haus entfernt. Ich denke mal das sollte reichen.
Bis dann
Grüße
Roadrunner

Offline weirdo

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Re: Sievert-Angabe realistisch?
« Antwort #11 am: 23 Jul 19, 22:24 »
30 MILLIsv/h wird pechblende nie erreichen können, das SBM20 kann auch nur bis max 1millisv/h erfassen bei korrektem konversionsfaktor, wenn es mehr anzeigt hat das messgerät evtl eine totzeitkorrektur und fügt dem realen wert einen aufschlag hinzu der theoretisch aber nur stimmt, praktisch müsste man mit oszi die totzteit jeder röhre einzeln messen weil starke streuung wegen alter und toleranzen, sbm 20 ist auch nicht energiekompensiert und zeigt bei betastrahlung in der pechblende einen zu hohen wert an, ausserdem haben die meisten einfachen geräte keine spannnungsanpassung, also bei hohen zählraten bricht die spannung an der röhre ein und muss nachgeregelt werden

Offline cinnabarit

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Re: Sievert-Angabe realistisch?
« Antwort #12 am: 25 Jul 19, 11:25 »
Vielen Dank für eure zahlreichen Antworten
und Einschätzungen!  :)
Beste Grüße und einen
schönen Vize-Freitag an euch allen!
Glück Auf

 

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