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Autor Thema: Bi-Mineral?  (Gelesen 7353 mal)

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Offline Erik

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Bi-Mineral?
« am: 18 Sep 03, 11:09 »
Hallo zusammen!

Ich bräuchte Tipps zur Bestimmung eines  Bi(?)-Minerals!
Bilder kriegt Ihr leider nicht zu sehen, aber evtl. anhand der Paragenese??

Es handelt sich um stahlgraue nadelige bis haarförmige, teilweise zu "Büscheln" verwachsenen XX auf Zechstein-Dolomit.
Fundort ist die Halde einer Schwerspatgrube (im Dolomit) im Spessart.
Paragenese besteht aus Baryt, Goethit, Siderit, Pyrit, Erythrin,
das primäre Co-Erz scheint feinverteilt im Baryt oder Siderit aufzutreten. Keine Cu- oder Pb-Minerale.
Auffällig ist auch, daß das Mineral im Gegensatz zum Großteil der anderen Erzminerale in keinster Weise Zersetzungserscheinungen aufweist.

Schon mal Danke im Vorraus,
Erik
« Letzte Änderung: 08 May 08, 22:31 von Erik »

Offline Robin

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Re:Bi-Mineral?
« Antwort #1 am: 18 Sep 03, 20:16 »
Hallo Erik,

Nadelige Bi-Erzmineralien sind ja immer schwer zu bestimmen. Im Prinzip kann man ohne Analyse nicht viel dazu sagen. Ein genaue Fundortangabe würde hilfreich sein; vielleicht sind dort öfters Bi-mineralien oder sonstige nadelig ausgebildete Erze gefunden.

Grüße und Glück Auf,
Robin.

Offline uwe

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Re:Bi-Mineral?
« Antwort #2 am: 18 Sep 03, 20:49 »
Hallo Erik,

es wäre natürlich naheliegend, auf Emplektit zu tippen, aber Du schreibst, daß keine Spur von Kupfer vorkommt. Außerdem verwittern Wismuterze ziemlich rasch, laufen zumindest an oder überziehen sich mit einer Schicht. Sollte die Lagerstätte Wismut enthalten, müßten irgendwo kräftig gelbe (nicht das Limonitgelb) Beläge auftreten. Kobalt allein ist kein Grund, daß dort auch Wismut vorkommt.

Ich nehme an, daß es sich um eine sekundäre Haldenbildung handeln könnte. Da entstehen die abenteuerlichsten Minerale und Kristallformen. Auch "einfacher" Pyrit kommt nadlig oder haarförmig vor. Ob primär oder sekundär kannst Du feststellen wenn Du beobachtest wo die Kristalle aufgewachsen sind. Außerdem ist die Kristallgröße of auch ein Indiz für sekundär und primär. Sekundärbildungen zeigen meist kleine Kristalle, da die Zeit zum Wachsen zu kurz ist. Sind die Kristalle allerdings größer, dann wäre auch ein Antimonspießglanz nicht ausgeschlossen. Antimonerze kommen oft auf karbonatische Matrix vor. Haarförmige Kistalle auf Calzit können auch Millerit sein. Ich denke da an die bekannten Millerit der Zeche "Zollverein".

Auf jedem Fall die Stufen aufheben und Fundort sowie Funddatum dokumentieren. Was es für ein Mineral ist, kann auch noch nach Jahren festgestellt werden. Zwischenzeitlich versuchen, Veröffentlichungen oder Mineralienlisten dieser Halde zu erlangen - es gibt dazu viele Datenbanken wie Dir sicher bekannt ist. Irgendwo findest Du dann ein Bild diese Minerales.

Glück Auf
Uwe

Offline Erik

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Re:Bi-Mineral?
« Antwort #3 am: 18 Sep 03, 21:09 »
Hallo,

die genaue Lokalität ist die Grube "Rosa" bei Ober-Sommerkahl im Spessart, ist aber relativ unbekannt denke ich.
Ich habe jedenfalls vergeblich Literaturangaben gesucht und auch sonst konnte mir niemand weiterhelfen.
Das Mineral befindet sich entweder auf DolomitXX oder auf Baryt, scheint aber in einem Fall auch im Baryt eingewachsen zu sein (schlecht zu sehen). Teilweise auch von Erythrin überkrustet. Für eine Analyse sind mir die recht hübschen Stücke eigentlich zu schade! Für Millerit fehlt meiner Meinung nach der gelbliche Farbstich, wenn überhaupt ist die Farbe eher ein stahl- blaugrau.

Glück auf,
Erik :)




Offline Robin

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Re:Bi-Mineral?
« Antwort #4 am: 19 Sep 03, 11:41 »
Hallo Erik,

Eine Analyse soll nicht unbedingt die Stufe zerstören; Röntgen-Analyse ist sehr 'safe', aber vielleicht ein bißchen teuer. So etwas kannst du z.B. bei Günter Blaß machen lassen (Unkostenvergütung: 12,5€-17,5€, E-mail: guenterblass@AOL.com). Selbstverständlich solltest du sicher sein die Analyse wird sich lohnen, d.h. es gibt keine Literatur oder Spessart-Experte die Dir weiterhelfen können.

Gruß Robin.

Offline McSchuerf

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Re:Bi-Mineral?
« Antwort #5 am: 19 Sep 03, 16:25 »
Ja richtig, den Günter Blaß habe ich übrigens auch immer seit Jahren und überall für preiswerte EDX und XRD-Analysen empfohlen..nehme ich auch in Anspruch.. :)..
...läuft übrigens über Kernforschungsinstitut Jülich..

Gruß Peter

Offline McSchuerf

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Re:Bi-Mineral?
« Antwort #6 am: 20 Sep 03, 12:25 »
Hallo Erik.. :),

die Grube Wilhelmine bei Sommerkahl hat z.B. auch Klaprothit (Gemenge aus Wittichenit und Emplektit) hervorgebracht!
Also kommen in dem Bereich 'Sommerkahl' des Maingebiets neben silberhaltigem Fahlerz, Kupfer-Mangan-Erzen (Brauneisen) auch Wismut-Geschichten in den Schwerspat-Gängen im Gneis vor.
Außerdem natürlich jede Menge Oxidationsmineralien wie z.B. Tirolit, etc..

Gruß Peter

Offline Erik

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Re:Bi-Mineral?
« Antwort #7 am: 20 Sep 03, 12:45 »
Hallo Peter,

Grube Wilhelmine kenne ich gut, leider sind dort jetzt aber die Fundmöglichkeiten erloschen (Besucherbergwerk).
Klaprothit aus dem Bereich Sommerkahl - Vormwald habe ich auch schon gefunden, dieser ist allerdings weitgehend in grüne Sekundärmin. zersetzt und zeigt frisch eine stark blaue Farbe.
Aber mir ist eingefallen als ich gestern dort war:
Die Funde mit dem Bi-Mineral? stammen vom Fuß einer Halde, die sich in stark sumpfigem Gelände befindet, kamen also unter dem Wasserspiegel vor. Vielleicht erklärt der Luftabschluß den guten Erhaltungszustand??

Gruß,
Erik

Offline McSchuerf

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Re:Bi-Mineral?
« Antwort #8 am: 20 Sep 03, 13:19 »
Hallo Erik,

ich denke ja. Einleuchtende Erklärung für den guten Zustand.. :)

Gruß Peter

Offline Erik

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Re:Bi-Mineral?
« Antwort #9 am: 31 Jan 04, 16:22 »
Hallo,

ist zwar schon ne' Weile her, aber ich habe endlich ein ganz akzeptables Bild hinbekommen - so als Dank für die Hilfe!

Gruß, Erik ;)




« Letzte Änderung: 23 Feb 07, 21:31 von Erik »

Offline uwe

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Re:Bi-Mineral?
« Antwort #10 am: 01 Feb 04, 10:39 »
Hallo Erik

dem Bild nach tippe ich auf Bismuthinit. Emplektit hat meistens grünliche Verwitterungsbeläge - nicht nur Anlauffarben.

Falls es am Fundort Antimonvererzungen gibt, solltest Du natürlich auch in diese Richtung denken. Antimonspießglanze sind aber optisch genauso schwer, wenn nicht noch schwerer als Wismuterze zu bestimmen.

Also Fundort genau dokumentieren und warten, bis Du mal etwas in einer Veröffentlichung über diese Fundstelle findest.

Glück Auf

Uwe

Offline Erik

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Re:Bi-Mineral?
« Antwort #11 am: 01 Feb 04, 11:42 »
Hallo Uwe,

der Beitrag war eigentlich gar nicht als Fortsetzung gedacht, trotzdem Danke für die Antwort!  ;D
Aber ich bin jetzt sehr davon überzeugt daß es sich um Emplektit handelt, - habe eine Veröffentlichung im Aufschluss 6, Jahrgang 1993 (SCHMITT, R.T.) gefunden, in welchem Vorkommen von Bi-Erzen in verschiedenen Schwerspatgängen des Spessarts beschrieben werden.
Dabei handelt es sich durchweg um Emplektit (ausnahmsweise auch ged. Bi).

Glück Auf, Erik

 

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