Hallo Erik,
es wäre natürlich naheliegend, auf Emplektit zu tippen, aber Du schreibst, daß keine Spur von Kupfer vorkommt. Außerdem verwittern Wismuterze ziemlich rasch, laufen zumindest an oder überziehen sich mit einer Schicht. Sollte die Lagerstätte Wismut enthalten, müßten irgendwo kräftig gelbe (nicht das Limonitgelb) Beläge auftreten. Kobalt allein ist kein Grund, daß dort auch Wismut vorkommt.
Ich nehme an, daß es sich um eine sekundäre Haldenbildung handeln könnte. Da entstehen die abenteuerlichsten Minerale und Kristallformen. Auch "einfacher" Pyrit kommt nadlig oder haarförmig vor. Ob primär oder sekundär kannst Du feststellen wenn Du beobachtest wo die Kristalle aufgewachsen sind. Außerdem ist die Kristallgröße of auch ein Indiz für sekundär und primär. Sekundärbildungen zeigen meist kleine Kristalle, da die Zeit zum Wachsen zu kurz ist. Sind die Kristalle allerdings größer, dann wäre auch ein Antimonspießglanz nicht ausgeschlossen. Antimonerze kommen oft auf karbonatische Matrix vor. Haarförmige Kistalle auf Calzit können auch Millerit sein. Ich denke da an die bekannten Millerit der Zeche "Zollverein".
Auf jedem Fall die Stufen aufheben und Fundort sowie Funddatum dokumentieren. Was es für ein Mineral ist, kann auch noch nach Jahren festgestellt werden. Zwischenzeitlich versuchen, Veröffentlichungen oder Mineralienlisten dieser Halde zu erlangen - es gibt dazu viele Datenbanken wie Dir sicher bekannt ist. Irgendwo findest Du dann ein Bild diese Minerales.
Glück Auf
Uwe