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Verwitterung von Biotitgneis
Heike:
Hallo,
...ich hätte da eine Frage bezüglich des Verwitterungsverhaltens von Biotitgneis (in diesem Fall "Freiberger Gneis")...
...Gewässer die solche Gebiete durchfließen dürften doch durch Steine, Blöcke und Kiese gekennzeichnet sein, fast ohne Sand im Sohlsubstrat?????
Wäre schön, wenn mir jemand weiterhelfen könnte.
Methakos:
Das kommt auf die Verwitterungsbedingungen an. Bei rein mechanischer Verwitterung sollte der Gneis in Koerner aus Quartz, Feldspat und Glimmer zerfallen. Allerdings ist eine rein mechanische Verwitterung in unseren Breiten eigentlich selten, da ueberall Wasser ist, usw.
Gneis an sich verwittert eher hinzu Ton oder Lehm bzw. sehr feinkoernigem Material, das man mitunter nicht mal mehr mit einer guten Lupe in einzelne Koerner aufloesen kann. Hier in Freiberg unter Geologiestudenten auch als "Freiberger Dreck" (der Gneis hier und was oben auf ist) bekannt. :)
Wenn also in dem Flussbett fast nur reiner Sand(Quarzsand) und bisl Kies ist, dann wuerde das eher fuer Sandsteine oder Quarzite im Liefergebiet sprechen. Da Geologie keine exakte Wissenschaft ist, schliesst dies natuerlich anderes nicht komplett aus. Ist aber unwahrscheinlich.
Was hilfreich waere, ist den Schotter mal genauer anzugucken und zu sehen, was su Gesteinsbruchstuecke vorkommen.
Des weiteren spricht mMn das vorhandensein nur von Steinen, Bloecken und Kies entweder fuer eine kurze Transportdistanz oder eine hohe Stroemungsgeschwindigkeit, die den Sand einfach wegspuelt. So per Ferndiagnose ist es leider kaum moeglich das genauer zu bestimmen.
Edit: Wenn die Fliessgeschwindigkeit ausreichend niedrig ist, sprich gaaaannnzzz langsam, dann sollten sich noch die Verwitterungsprodukte vom z.B. Gneis, sprich Schluff oder Ton absetzen und zwischen deinen Brocken muss dann nennenswerte Mengen an Matsch/Schlamm/wie auch immer du es nennen willst liegen.
P.S. Geht's immer noch um die Elbe? :)
Heike:
...et jet um die Müglitz bei Glashütte.
Momentan vorhandenes Sohlsubstrat eher Blöcke, Steine und Schotter - fast kein Sand (zumindest was ich sehen konnte). Die Fließgeschwindigkeit ist recht hoch --> feinkörnige Fraktionen werden wohl eher flussabwärts transportiert
giantcrystal:
Zitat
"Da Geologie keine exakte Wissenschaft ist..."
grummel ??? Was soll denn das heißen ?
Die Geologie versucht - im allgemeinen mit Erfolg - die in der Natur ablaufenden Prozesse zu beschreiben und zu verstehen. Da die Natur aber ein äußerst komplexes System ist, an deren exakter Beschreibung sich bis heute eine Menge Wissenschaftler, allen voran die Mathematiker, die Zähne ausgebissen haben, hat natürlich auch die Geologie ihre Probleme damit.
Es handelt sich also bei der Geologie um eine sehr komplexe Wissenschaft, mit Sicherheit aber nicht um eine unexakte !
Das sollte man nicht verwechseln.
Glück Auf
Thomas
P.S. Ihr werdet es schon erraten haben : Diplom - Geologe
Galenit:
Naja so exakt arbeiten die aja nun auch nciht diese beiden.
Ich habe hier keine Karte zur Hand und ich habe die Geologie Sachsens auch nciht 100% im kopf, bin mir aber doch sicher das die Müglitz den Freiberger Genikomplex so um ca 50km verfehllt, bzw. es von dort auch keinen Eintrag durch Nebenflüsse gibt, da die Flußrichtungen alle mehr ode rminder parallel sind....
Wo soll denn da bitte der Freiberger Gneis her kommen?
Sie fließt von Altenberg durch einen kleinen Teil Oberkarbon Perm und dann ne ganze Weile durch Granulit und dann eigentlich durch die Kreide nur unterbrochen von noch einem bisschen Perm, Oberkarbon Perm und dann wieder Kreide bevor sie in die Elbe mündet.
Im Bereich von Glashütte dürften die letzen Ausläufer Cadomischer bis Frühpaläozoischer Magmatite von der Müglitz geschnitten werden. Meint ihr evtl. die?
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