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Strandfund aus Spanien - bitte um Hilfe
Merle:
Hallo,
nachdem ich in letzter Zeit mit ganz viel Neugier und Interesse diverse Beiträge hier im Forum studiert habe, trau ich mich jetzt doch mal, meine Fundstücke hier einzustellen und nachzufragen, ob jemand Näheres dazu sagen kann. Es ist mir ein wenig peinlich - ich hab nämlich lange Zeit die Steine einfach nur nach ihrem dekorativen Wert gesammelt und - ich trau mich kaum, es zu schreiben - sie dann auch noch mit Klarlack besprüht, um sie als Schmuck zu tragen bzw. zu verschenken. Inzwischen seh ich auch die Schönheit der Steine ohne Klarlack und Schmuckaufhänger:) - aber es ist nun mal passiert und mir ist auch bewusst, dass es die Bestimmung nicht gerade erleichtert. Trotzdem würde mich ihre Bezeichnung bzw. ihre Zusammensetzung, soweit noch erkennbar, interessieren, zumal ich demnächst wieder in die Region fahren werde (- und dann wird garantiert nichts mehr lackiert! :)) Sie stammen alle von der südspanischen Küste, ca.100km östlich von Malaga.
Bei Nr. 1 (nicht lackiert!) denke ich, dass es ein Granit sein könnte, bei dem zufällig auf der Vorderseite die Verteilung von Feldspat und Glimmer einen reizvollen Effekt ergibt.
Bei den anderen könnten vielleicht einige Gneise dabei sein, aber da bin ich schon unsicher und bei der Frage, welche Minerale für die darin enthaltenen Farben stehen könnten, muss ich leider komplett passen. Bei den Rosatönen bei Nr. 16 - 20 tippe ich auf Feldspat in Kombination mit Biotit oder Amphibol und bei Nr. 22 und 23 auf Porphyr - ist aber eher geraten.... Nochmal: mir ist bewusst, dass ich durch das Lackieren eine Bestimmung teilweise erschwert bzw. unmöglich gemacht habe und auch die Farben durch die Spiegelung stark verändert herauskommen (die Grautöne bei Nr. 8,11 und 12 z.B. sind tatsächlich eher grün und das intensiv dunkle Rot bei Nr. 23 und 24 ist auch nicht zu erkennen.) Falls es aber jemandem möglich sein sollte, trotz meiner "Mißhandlung" noch etwas zu den Steinen zu sagen bzw. zu ihrer Bestimmung beitragen zu können, würde ich mich sehr freuen. Und wenn jemand zufällig von einem Kurs oder Seminar - bevorzugt in BW, gerne auch mehrtägig, bei dem ich mich mit Hilfe etwas intensiver und schneller in das inzwischen auch für mich hochinteressante Thema einarbeiten kann, wäre ich auch für einen Hinweis dankbar.
So, jetzt schon mal vielen Dank allein für die Geduld beim Lesen :) Noch ein Hinweis: Mir ist schon auch bewusst, dass es im Prinzip zur Bestimmung sinnvoller ist, einen Stein von mehreren Seiten zu fotografieren, aber da ich hier ja erfolgreich die Bruchflächen etc. "zugekleistert" habe :( hab ich lieber teilweise mehrere ähnliche Steine eingestellt.
Merle:
Hmmm... - nachdem niemand auch nur einen winzigen Kommentar zu meinen Steinen abgeben kann oder mag, probier ich es jetzt nochmal anders. Ich hab inzwischen versucht, so gut es mir möglich war, sie selbst zu bestimmen - allerdings ist das nicht sehr systematisch. Manchmal hab ich Hinweise zu ihrer Zusammensetzung gefunden, manchmal auch nur zur Gefügeart - aber ich bin ja auch schon mit ganz kleinen Fortschritten zufrieden :) Und weil es manchmal einfacher ist, zu sagen, dass - oder wenn möglich auch warum - diese Einschätzung falsch ist, schreib ich jetzt einfach mal meine "Erkenntnisse" auf und bin für jeden Hinweis, dass etwas richtig bzw. nicht richtig ist, dankbar.
1 Granit mit Xenolithen
2 " " "
3 Migmatit
4 ?
5 weißschlieriger Granat - Amphibolit
6 - 9 Schiefergneis/ Glimmerschiefer
10 Granit
11+12 Unakit
13+14 Jaspis
15 Sandstein
16-19 Gneis
20 Migmatit
21 Migmatit
22+23 Pegmatit
24 Migmatit
25 Gneis
26 Migmatit/ Amphibolit
27 Amphibolit
28 Olivin-Basalt
29 Porphyr
30 Schneeflocken-Epidot (Epidot-Amphibolit)
31 Pegmatit/ Unakit
32 Prasinit
33 Gneis
Alcest:
Hallo,
es handelt sich scheinbar größtenteils um Gerölle/Geschiebe. Mit unscharfen Übersichtsfotos von z. T. zehn verschiedenen Proben pro Foto hat hier wohl niemand Lust, da loszuraten. Weil es schlicht und einfach nicht geht, da die Thematik Gesteine hochkomplex ist. Gesteine sind eine Klasse für sich. Da ist eine Bestimmung nicht selten schwierig, selbst, wenn man es selbst in der Hand hält (und wir sind hier zudem größtenteils Mineralien- und nicht Gesteinssammler).
Mein Tipp: die Stücke einzeln mit jeweils einem guten Bild inklusive Maßstab einzustellen und da nicht 30 auf einen Schlag... Selbst da ist es ohne Dünnschliff und genaue Handbetrachtung mit Auszählung einzelner Phasen schwierig, ein exaktes Gestein zu bestimmen.
Es ist wie gesagt ein hochkomplexes Thema und aus meinem Geostudium weiß ich, dass die Ansprache selbst mit dem Stück in der Hand schwierig ist. Für Geschiebe/Gerölle an den norddeutschen Küsten gibt es eigene Bücher. Gesteine von Spaniens Küsten sind da noch einmal eine andere Hausnummer - für mich zumindest. Aber ich spreche da sicherlich nicht nur für mich, da es sonst mehr Rückmeldungen gegeben hätte.
Da heißt es bei den meisten Sammlern: wenn man sich nicht sicher ist, dann lieber gar nichts in den Raum werfen. Ist nicht böse gemeint.
Eckard:
Hallo Inga,
was Jan hier gesagt hat, das kann ich nur bestätigen.
Ich gebe ungern ungebeten Rat, aber ich möchte Dir doch empfehlen, die hier gezeigten Stücke als Schmucksteine und als schöne Erinnerung an Spanien zu behalten oder sie zu verschenken. Auch hierzulande kann man sehr schöne Steine finden, wenn man mit offenen Augen durch die Welt geht. Dir wünsche ich dabei viel Glück. Wenn Du dann welche gefunden hast, wo auch immer, und gerne wüsstest, um welche Art Stein es sich handelt, dann wird Dir hier in diesem Forum jeder gerne helfen, der diese erkennt.
Besten Gruß
Eckard
Merle:
Vielen Dank, Alcest und Eckard, für eure Rückmeldungen - ich hab inzwischen auch gesehen, dass ich wahrscheinlich versuche, den X-ten Schritt vor dem ersten zu machen und sehr komplexe Formationen, die ich noch nicht einmal richtig darstellen kann, ohne irgendwelche Grundlagen zu bestimmen versuche. Auch der Hinweis Masse statt Klasse stimmt natürlich - war halt einfach der Versuch, etwas mehr über die Steine zu erfahren. Aber ich sehe inzwischen, dass meine Herangehensweise so wohl nicht funktioniert und ich nach und nach versuchen muss, mir die Grundlagen zu erarbeiten (was ausschließlich über das Internet und ohne Vorkenntnisse und praktische Hilfen wahrscheinlich ein eher aussichtsloses Unterfangen ist) oder aber tatsächlich diese Steine und auch zukünftige Funde einfach als schöne Steine zu sehen und zu akzeptieren, dass ich nicht das Wissen, was andere sich in einem jahrelangen Studium angeeignet haben, mir kurz mal so ergoogeln kann...:)
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