So, nun will ich auch mal meinen Senf zu Ste. Marie abgeben, wobei mein Standpunkt hinter dem Verkaufstisch ist und nicht davor.
Bestätigung zu meinen Vorschreibern:
- wenig Neues ( Die Argentite aus Marokko sind zwar ein dreiviertel Jahr alt, aber ich glaube, bisher noch nicht so häufig auf dem europäischen Markt aufgetaucht. Gleiches gilt für Granat, Calcitperimorphosen und Lockensilber )
Ob die Chinesen was Neues hatten, weiß ich nicht, habe mangels Zeit und Interesse nicht darauf geachtet.
Silberminerale gabs -außer denen von Marokko- gegen Null. Ein paar Stücke aus Mexiko gesehen und das wars dann.
- Qualität oftmals so gut wie nicht vorhanden. ( Zumindest was auf den Tischen lag, wie es darunter ausgesehen hat ....

)
ABER: Es gab auch gute Mineralien und Stände, nur fallen die immer weniger auf und werden erdrückt durch die Massen von schrotteligen Chinesen, Rumänen etc.. Wenn man bei der Hitze den fünfzigsten Stand mit öligen Fluoriten gesehen hat, läßt natürlich Lust und Aufmerksamkeit nach, um noch schöne Sachen zu entdecken.
- Heiß war es auch... SEHR !
- Thema Fakes: Tja - im Forum schimpfen hilft nicht viel. Wenn man was tun will, und das gerade als Besucher dieser Messe, sollte man zum Veranstalter gehen und sich beschweren, dass Fakes und gezüchteter Kram nicht als solcher ausgezeichnet wird. Je mehr das tun, desto eher besteht die Chance, dass was passiert (und sei es nur deshalb, weil es der Veranstaltungsleitung auf die Nerven geht, wenn laufend jemand kommt :'().
- Was mich nun doch stark wundert, ist die Flohmarktmentalität, die hier im Forum auftaucht. Ich habe den Eindruck, ein Mineral, das man erworben hat, ist nur dann ein gutes Stück, wenn es billig war. Nicht das Mineral an sich wird gelobt - weil es selten oder optisch attraktiv ist, sondern "es hat nur 15 € gekostet" scheint wichtig zu sein. Klar stellt der eigene Geldbeutel die Grenze dessen dar, was jeder bereit ist auszugeben - nur eine Mineraliensammlung lebt von attraktiven, kuriosen Stufen oder von Stücken, die einem wichtig sind - und nicht von den Preisschildern, die hinten dran kleben. Wir haben auch einen Stein für unsere Sammlung gekauft. Obwohl wir sehr häufig in Marokko sind, haben wir in Ste. Marie bei einem deutschen Händler ein wunderschönes Lockensilber von Imiter gesehen und gekauft. Damit war zwar mit einem Stück unser Budget für die Sammlung aufgebraucht, aber dafür sind wir überzeugt, dass wir an Marokko-Silber selten etwas Schöneres gesehen haben und vermutlich so schnell auch nicht mehr sehen werden. Also werden wir an diesem Stück sicher lange unsere Freude haben. Sammeln bedeutet für uns: Prioritäten setzten und nicht eine "Kompromiss-Sammlung" aufzubauen.
- Handeln bis zur "Schmerzgrenze" - auch dazu noch ein paar kurze Anmerkungen: Ein kleines Zelt in Ste. Marie kostet etwas über 800 €, ein großes 1800 €, egal ob mit dem Transporter von Marokko oder mit dem Flugzeug aus China, Mensch und Mineralien müssen nach Ste. Marie gebracht werden, das kostet Geld und nicht gerade wenig. Gut, die "Überlebenskosten" in Ste. Marie kann jeder so groß oder klein halten, wie er will, aber auch das nagt am Geldbeutel.
Bevor der erste Stein überhaupt verkauft ist, fallen Börsen- und Transportkosten von 1500 bis 2500 € an. Wers nicht glaubt, setze sich bitte ins Auto und fahre mal schnell nach Marokko und zurück

. Sprit und Mautgebühren sind schon beträchtlich. Flug und Luftfracht von China kosten auch Geld.
Ich feilsche auch, wenn ich Mineralien kaufe, aber nicht bis zur Schmerzgrenze. Ich finde es nämlich toll, dass Stücke aus allen Ecken der Welt den Weg bis kurz vor meine Haustür gefunden haben. Einiges davon ist mir zu teuer, dann kaufe ich es halt nicht, einiges zu schrottelig, das lass ich auch gerne liegen, aber wenns was Schönes ist, kann ich auch verstehen, dass es Geld kostet und bin auch bereit, dafür einiges zu zahlen. Ich will ja das Stück besitzen - deswegen muß ich mir die Frage stellen: wieviel ist es mir wert ? Und DAS ist für mich dann der angemessene Preis und nicht der, den ich nach weiteren 2 Stunden Handeln erzielen könnte. Leben und leben lassen ... und hoffentlich verdient dieser Händler so viel, dass er auch im nächsten Jahr wieder den langen Weg, von wo auch immer, nach Ste. Marie findet.
Vielleicht denkt der eine oder andere mal darüber nach, dass es nicht selbstverständlich ist, in Ste. Marie über 800 Händler aus der ganzen Welt zu sehen. Und dass es eigentlich egal ist, ob der Stein 15 oder 50 € gekostet hat, wenn es genau das Stück ist, das man schon immer haben wollte

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MfG Inschala & stonesister