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Autor Thema: Börse Sainte Marie - Kurzbericht - Was gabs Neues ?  (Gelesen 22196 mal)

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Offline minfoss

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Re: Börse Sainte Marie - Kurzbericht - Was gabs Neues ?
« Antwort #30 am: 28 Jun 05, 17:50 »
Glück auf!

die Hitzeschlacht in Ste.Marie-aux-Mines haben hoffentlich alle gut überstanden.

Da die Anzahl der Aussteller von Jahr zu Jahr steigt, ist es fast unmöglich alles gesehen zu haben. Neben den schon beschriebenen waren noch recht schöne kleinere und preiswerte!! Prehnite auf Epidot (Kayes/Mali) zu bekommen. Auch die chinesischen Händler hatten stark schwankende Preise für gleichwertiges Material. Für die "ausgesäuerten" Fluoritoktaeder musste für gute Handstufen (12 x 8 cm) keine 100,- € hingelegt werden.  Ansonsten viel Masse statt Klasse.

Hallo mb, ein wenig mehr als collector geschrieben gab es schon aus Namibia. Nur war es nichts Neues - Aquamarin, Schörl, Fluorit ... aus dem Erongo. Stufen waren nicht schlecht, die Preise steigen in den letzen Jahren aber stetig. Wenn Du jetzt nicht zugreifst, wird es immer teurer, da auch "unten" die Preise im letzten Jahr sich fast verdoppelt haben. Für Namibiasammler gab es noch einen hightlight - Cupriteinzelkristalle mit Malachitüberzug bis 5 cm Durchmesser von der Onganja-Mine - Preise zwischen 250,- und 800,- Eus - musste bei diesen Preisen mächtig schlucken.

Weiterhin sehr auffällig, dass nun auch seriöse Händler rumänischer Minerale die bestrahlten Quarze als Morione/Rauchquarze en masse anbieten. Die Rumänen waren noch viel dreister - grüne Calcitkugeln auf Quarz entpuppten sich als Prehnite (wahrscheinlich aus Mali), Manganocalcit als Calcite, die in rosa Papier eingewickelt und nass gehalten werden, so dass auf der Oberfläche ein rosa "Anflug" entsteht und noch vieles mehr.

Ansonsten gab es bei den Tophändlern viele ausgezeichnete Turmaline aus Brasilien, Rhodochrosite von der Sweet-Home-Mine und auch eine ganze Menge Klassiker. Dabei muss man sagen, dass zu den Tophändlern auch Toppreise gehören.

Glück auf!
minfoss

Offline Philip Blümner

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Re: Börse Sainte Marie - Kurzbericht - Was gabs Neues ?
« Antwort #31 am: 28 Jun 05, 18:23 »
Hallo!

@der Sauerländer: Ich habe gehört, dass die nächstes Jahr Straßenarbeiten zu der Zeit machen müssen...oder sind es Kanalarbeiten? Irgendwie sowas auf jeden Fall.

Was gabs denn so an Erzen neben Stibnit?

Gruß
slugslayer

Offline der Sauerländer

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Re: Börse Sainte Marie - Kurzbericht - Was gabs Neues ?
« Antwort #32 am: 28 Jun 05, 23:36 »
Hi Sluggy

Da ich bekennender Erz-Mineralien-Sammler bin, schaue ich natürlich ziemlich genau hin.
Dieses Jahr habe ich auf Russland, bzw. GUS-Staaten gehofft. Nix war. Ein tschechischer Händler sagte mir, dass er mehrmals im Jahr hinfährt und kauft, aber Alles für den USA-Markt bunkert. Den einzigen Pyrhotin habe ich mitgenommen. Für meine Verhältnisse klein. Aber schön.
Ein bulgarischer Händler hatte gute Stufen, aber halt das Übliche. Habe trotzdem nicht widerstehen können und ein Stück erhandelt. Ein zerflossener Galenit mit Ätzstrukturen. Das ganze von schönen Quarzen garniert.
Wenn ich nicht schon einen richtig guten Kassiterit hätte, hätte ich zugeschlagen. 5 oder 6 gute habe ich gesehen. Und eines kannste mir glauben....wenn ich handele, dann ist ein marokkanischer Kamelhändler ein Waisenknabe. Meine Frau läuft dann schon weg :D :D :D ;D Der Ralf scheint das ebenfalls gut zu beherrschen. Bei den Poker-Faces aus China haste die Schmerzgrenze ganz schnell raus. Dann lobe ich ihn und gehe weiter. Freuen wir uns halt beide :D Mein Budget hat halt auch eine Schmerzgrenze :-\
Blei aus dem Tri-State-District war in wirklich guten Stufen zu haben. XX bis 15cm. Teuer.
Elmwood haben die Amis lange Jahre vollkommen unterschätzt. Jetzt nehmen deutsche Händler ihre guten Stücke wieder mit nach drüben. Die Amis sind sehr nationalbewusst und zahlen für Elmwood den 3-fachen Preis. Irgendwann werde ich da schon mein Schnäppchen finden.
Die Rumänen......tja, diese Rumänen. Achtlos liegen gute Bleistufen mit Zinkblende unter den Tischen und vorne liegt der geklebte und gefärbte Mist. Schwarzen Calcit gab es vor 2 Jahren kaum. Dafür dieses Jahr Bergeweise. Bournonit im normalen Rahmen. Nix tolles.
Panasqueira war wirklich gut vertreten. Das hat mich überrascht. Gute Stücke. An einer ca. 30cm- Stufe habe ich mir die Finger verbrannt. Die Wolframite glühten fast bei der Hitze. Das die nicht zersprungen sind, hat mich auch überrascht.
Spahlerit vom Picos de Europa konnte man Kiloweise kaufen. Leider nicht in guter Qualität. Der fehlt mir noch :-[
Rhodos von der Home-Sweet-Home-Mine scheinen mir billiger geworden. Dafür die aus Peru teurer. Und die aus der N`Chwaning- Mine waren durchweg schlecht. Egal. Eh zu teuer.
Ach ja....Silber aus Pöhla und Umgegend gab es reichlich und erstaunlich preiswert. Angebot und Nachfrage?

So, ich bin müde und mir fällt spontan nix mehr ein.

Gute Nacht 8)




Offline McSchuerf

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Re: Börse Sainte Marie - Kurzbericht - Was gabs Neues ?
« Antwort #33 am: 29 Jun 05, 09:13 »
Zitat
Dieses Jahr habe ich auf Russland, bzw. GUS-Staaten gehofft. Nix war.

Kein Wunder, lieber Wilhelm..

...die russischen Erz-und anderen russischen Spezialitäten bunkere i c h ja schon seit Jahren.. :o 8)

..deswegen ist jetzt nichts mehr da.. ;) ;D

Gruß Peter

inschala

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Re: Börse Sainte Marie - Kurzbericht - Was gabs Neues ?
« Antwort #34 am: 29 Jun 05, 19:25 »
So, nun will ich auch mal meinen Senf zu Ste. Marie abgeben, wobei mein Standpunkt hinter dem Verkaufstisch ist und nicht davor.

Bestätigung zu meinen Vorschreibern:
- wenig Neues ( Die Argentite aus Marokko sind zwar ein dreiviertel Jahr alt, aber ich glaube, bisher noch nicht so häufig auf  dem  europäischen Markt aufgetaucht. Gleiches gilt für Granat, Calcitperimorphosen und Lockensilber )
Ob die Chinesen was Neues hatten, weiß ich nicht, habe mangels Zeit und Interesse nicht darauf geachtet.
Silberminerale gabs -außer denen von Marokko- gegen Null. Ein paar Stücke aus Mexiko gesehen und das wars dann.

- Qualität oftmals so gut wie nicht vorhanden. ( Zumindest was auf den Tischen lag, wie es darunter ausgesehen hat .... ??? )
ABER: Es gab auch gute Mineralien und Stände, nur fallen die immer weniger auf und werden erdrückt durch die Massen von schrotteligen Chinesen, Rumänen etc.. Wenn man bei der Hitze den fünfzigsten Stand mit öligen Fluoriten gesehen hat, läßt natürlich Lust und Aufmerksamkeit nach, um noch schöne Sachen zu entdecken.

- Heiß war es auch... SEHR !

- Thema Fakes: Tja - im Forum schimpfen hilft nicht viel. Wenn man was tun will, und das gerade als Besucher dieser Messe, sollte man zum Veranstalter gehen und sich beschweren, dass Fakes und gezüchteter Kram nicht als solcher ausgezeichnet wird. Je mehr das tun, desto eher besteht die Chance, dass was passiert (und sei es nur deshalb, weil es der Veranstaltungsleitung auf die Nerven geht, wenn laufend jemand kommt  :'().

- Was mich nun doch stark wundert, ist die Flohmarktmentalität, die hier im Forum auftaucht. Ich habe den Eindruck, ein Mineral, das man erworben hat, ist nur dann ein gutes Stück, wenn es billig war. Nicht das Mineral an sich wird gelobt - weil es selten oder optisch attraktiv ist, sondern "es hat nur 15 € gekostet" scheint wichtig zu sein. Klar stellt der eigene Geldbeutel die Grenze dessen dar, was jeder bereit ist auszugeben - nur eine Mineraliensammlung lebt von attraktiven, kuriosen Stufen oder von Stücken, die einem wichtig sind - und nicht von den Preisschildern, die hinten dran kleben. Wir haben auch einen Stein für unsere Sammlung gekauft. Obwohl wir sehr häufig in Marokko sind, haben wir in Ste. Marie bei einem deutschen Händler ein wunderschönes Lockensilber von Imiter gesehen und gekauft. Damit war zwar mit einem Stück unser Budget für die Sammlung aufgebraucht, aber dafür sind wir überzeugt, dass wir an Marokko-Silber selten etwas Schöneres gesehen haben und vermutlich so schnell auch nicht mehr sehen werden. Also werden wir an diesem Stück sicher lange unsere Freude haben. Sammeln bedeutet für uns: Prioritäten setzten und nicht eine "Kompromiss-Sammlung" aufzubauen.



-  Handeln bis zur "Schmerzgrenze" - auch dazu noch ein paar kurze Anmerkungen: Ein kleines Zelt in Ste. Marie kostet etwas über 800 €, ein großes 1800 €, egal ob mit dem Transporter von Marokko oder mit dem Flugzeug aus China, Mensch und Mineralien müssen nach Ste. Marie gebracht werden, das kostet Geld und nicht gerade wenig. Gut, die "Überlebenskosten" in Ste. Marie kann jeder so groß oder klein halten, wie er will, aber auch das nagt am Geldbeutel.
Bevor der erste Stein überhaupt verkauft ist, fallen Börsen- und Transportkosten von 1500 bis 2500 € an. Wers nicht glaubt, setze sich bitte ins Auto und fahre mal schnell nach Marokko und zurück ;). Sprit und Mautgebühren sind schon beträchtlich. Flug und Luftfracht von China kosten auch Geld.

Ich feilsche auch, wenn ich Mineralien kaufe, aber nicht bis zur Schmerzgrenze. Ich finde es nämlich toll, dass Stücke aus allen Ecken der Welt den Weg bis kurz vor meine Haustür gefunden haben. Einiges davon ist mir zu teuer, dann kaufe ich es halt nicht, einiges zu schrottelig, das lass ich auch gerne liegen, aber wenns was Schönes ist, kann ich auch verstehen, dass es Geld kostet und bin auch bereit, dafür einiges zu zahlen. Ich will ja das Stück besitzen - deswegen muß ich mir die Frage stellen: wieviel ist es mir wert ? Und DAS ist für mich dann der angemessene Preis und nicht der, den ich nach weiteren 2 Stunden Handeln erzielen könnte. Leben und leben lassen ... und hoffentlich verdient dieser Händler so viel, dass er auch  im nächsten Jahr wieder den langen Weg, von wo auch immer, nach  Ste. Marie findet.

Vielleicht denkt der eine oder andere mal darüber nach, dass es nicht selbstverständlich ist, in Ste. Marie über 800 Händler aus der ganzen Welt zu sehen. Und dass es eigentlich egal ist, ob der Stein 15 oder 50 € gekostet hat, wenn es genau das Stück ist, das man schon immer haben wollte  ;D.

MfG   Inschala & stonesister

Offline Ralf

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Re: Börse Sainte Marie - Kurzbericht - Was gabs Neues ?
« Antwort #35 am: 30 Jun 05, 00:38 »
Hallo Inschala,

was Das handeln betrifft gebe ich Dir vollkommen recht und widerspreche gleichzeitig energisch.

Ich bin ja nun auch gewerblicher Händler und bei mir is nicht viel mit handeln. Meine Preise sind knallhart durchkalkuliert und es gibt da keinen Feilschaufschlag, den ich dann runterhandeln lasse. Ich halte das für unfair meinen Kunden gegenüber und sehe überhaupt nicht ein, warum ein zaghafter Verhandler wesentlich mehr für ein Stück bezahlen soll, als ein gewiefter Fuchs. Klar gibts schon mal einen kleinen Mengenrabatt oder einen Nachlass bei einem Stück, das schon lange in meinem Lager steht. Das wars.

Im völligen Gegensatz sehe ich aber die Sache bei Marokkanern, Chinesen und Rumänen. Nicht weil ich etwas gegen diese Menschen habe, sondern weil ich ganz genau weiß, daß es in aller Regel abgezockte Verkäufer sind. Ich verurteile das auch gar nicht, warum auch.
Aber....
Erstens haben fast alle Ihre Läger in Frankreich oder hier in Deutschland. Zweitens sind weder die Einkaufspreise noch die Transportkosten so unglaublich hoch, drittens zahlen sie in aller Regel keine oder nur geringe Steuern und Sozialabgaben und viertens haben die eine völlig andere Mentalität wenns ums Verkaufen oder die Preisfindung geht.
Die Preise werden z.T. mit mehreren 100% Aufschlag festgelegt um einen ausreichenden Spielraum zum Feilschen zu haben. Du kannst mir glauben, das 95% aller Stufen für einen höheren als den kaufmännisch ermittelten Preis weggehen. Weiter ist es ganz sicher, daß auch nicht ein einziger dieser Händler ein Stück ohne Gewinn weggibt.
Von daher ist feilschen angesagt, bis der Verkäufer abwinkt.  Man muß sich auch darüber klar sein, daß man als Dummkopf angesehen wird, zahlt man einen zu hohen Preis und in deren Augen an Respekt gewinnt, wenn man als harter Verhandlungspartner auftritt.
S´is halt eine völlig andere Mentalität.
Und es ist auch ein Unterschied, ob ich an einem Stand mit Massenware stehe, oder an einem mit ausgesuchten Einzelstücken. Ich denke das jeder, der nicht mit dem Klammerbeutel gepudert wurde weiß, daß ein excellentes Stück in aller Regel auch einen excellenten Preis hat. Es ist sicher blödsinnig zu versuchen, ein hochwertiges 200€ Stück für 50 haben zu wollen. Es ist aber mindestens genau so blödsinnig für ein 50€ Stück 200 zu bezahlen.
Das eigentliche Problem der Verkäufer ist doch die Sorge, das die Kunden mit den reell kalkulierenden genauso feilschen wollen wie mit Marokkanern oder Chinesen. Ich glaube aber, da werden die Kunden gewaltig unterschätzt. Jeder Sammler weiß in der Regel in etwa den Wert einer Stufe richtig einzuschätzen und ist auch bereit, einen fairen Preis dafür zu zahlen. Oft reicht ein freundlicher Hinweis auf die Preise von vergleichbaren Stufen an anderen Tischen und die Aufforderung es dort zu versuchen allemal aus.



Ralf






Offline der Sauerländer

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Re: Börse Sainte Marie - Kurzbericht - Was gabs Neues ?
« Antwort #36 am: 30 Jun 05, 00:40 »
Hallo inschala

Natürlich sehen wir das aus anderen Blickwinkeln. Ich könnte mir jetzt das Leben einfach machen und sagen: das ist das Risiko des Händlers.
Möchte ich aber nicht. Selber habe ich aus Frankreich vor vielen Jahren Fossilien geholt und versucht, einige davon zu verkaufen. Da biste 2000 km gefahren, hast malocht und bei 4,-DM haben die Leute gemault. Da hau ich lieber mit`m Hammer drauf.
Mein Problem ist die Willkürlichkeit der Preise. Ich rede nicht von Pederneira- Turmalinen oder Sweet-Home Rhodos. Ich rede von z. B. Scheeliten aus China, wo bei vergleichbaren Stücken ein mal 40,-€ erhandelt werden können und 10 Meter weiter 1.400,-€ dran steht. Ich rede von Fluoriten, die massenhaft da sind, gut geölt, damit sie nicht quietschen und der erste Preis um bis zu 60% gedrückt werden kann. Ist mein "Geschäftsgebahren" dann unsittlich? Einen fairen Preis aktzeptiere ich, einen Phantasiepreis nicht.
Dass ich irgendwie recht habe, beweisen die Händler mit ihren eklatant unterschiedlichen Vorstellungen bei vergleichbaren Stücken. Vor Jahren habe ich in München einen Hübnerit für um die 200,-DM erstanden. 10 Meter weiter ein vergleichbarer für 3.600,- DM. Gute Ilvaite kosteten damals bis 3.000,- DM. Ich habe 180,- bezahlt. Sehr gute Vivianite aus Bolivien damals nicht unter 1.000,- DM. Meiner für 270,-.
Was ist fair? Was ist Phantasie? Bei einem Diamanten ist das ziemlich klar geregelt. Gewicht, Reinheit, Farbe, Schliff  usw
Aber ein Feldspat? Hmmmmmhh....
Ein Stein ist das wert, was Jemand bereit ist, dafür zu zahlen.

Mein Erfolgserlebnis in St. Marie waren keine Steine für 15,-€. Sondern Menschen.

Dir noch gute Geschäfte......

Offline der Sauerländer

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Re: Börse Sainte Marie - Kurzbericht - Was gabs Neues ?
« Antwort #37 am: 30 Jun 05, 00:48 »
Hallo Ralf

Da haben sich unsere Einträge überschnitten. Gebe dir voll und ganz recht.

Bei meiner letzten Runde am Sonntag habe ich bei einem Italiener noch zufällig ein Flat mit Anatasen gesehen. Auf meine Frage gab er mir seine Preisvorstellung an. Auf meine zweite Frage nach einem best Price sagt er lächelnd: "ich bin kein Chinese!"
Er hat sein Geschäft gemacht! Und wir hatten beide ein gutes Gefühl. Damit kann ich leben.

Offline Ralf

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Re: Börse Sainte Marie - Kurzbericht - Was gabs Neues ?
« Antwort #38 am: 30 Jun 05, 00:54 »
Hallo Sauerländer.

Das mit den Anatasen ist genau das, was ich meine und was ich als Händler auch immer wieder erlebe. Positiv für beide Seiten.

Gruß
Ralf

Offline der Sauerländer

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Re: Börse Sainte Marie - Kurzbericht - Was gabs Neues ?
« Antwort #39 am: 30 Jun 05, 01:06 »
Sehr verehrter und hochgeschätzter Peter McS....

Ihre Einstellung zum Bunkern von Erz- und anderen russischen Spezialitäten kann ich nicht nachvollziehen >:( :-X
Diese Vorgehensweise halte ich für in höchstem Maße unsozial :-[
Was soll aus all den Sammlern werden, wenn Sie, Peter Mc S..., die wahren Schätze Russlands in ihrem Keller vor kaufwütigen, gierigen, Sammlern verbergen und selbstsüchtig ihr Ego pflegen?

Also Peter....rück die Läggen raus :) ;) :D ;D ;D ;D (Läggen ist ein plattdeutscher Begriff für Steine)

Wilhelm (nach 1 Kanne Bier) 8) ::)

P. S. mir gehts, nach dem schönen Wochenende in St. Marie, ziemlich beschissen. Wir mussten heute 210 Leuten kündigen. Der schwärzeste Tag meine beruflichen Laufbahn. Da hilft nur hilfloser Humor. Sorry.

inschala

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Re: Börse Sainte Marie - Kurzbericht - Was gabs Neues ?
« Antwort #40 am: 30 Jun 05, 06:34 »
Erst mal danke für die tollen Rückmeldungen.
Tja man sieht alles nicht so einfach.
Also erst mal zu Marokko. In all den Jahren die ich nach Marokko fahre habe ich sehr viele nette Menschen kennengelernt und mich sehr an Ihrer Gastfreundschaft erfreut. Und das egal ob es zu einem Geschäft gekommen ist oder nicht. Handeln in Marokko ja, aber auch nicht mehr um jeden Preis. Bei Massenware unverzichtbar, aber bei guten Stücken fast nicht mehr möglich weil der Marokkaner mittlerweile weis, und das mit recht, ist das Stück etwas besonderes, käuft es vieleicht nicht der erste Händler aber bestimmt der zweite.
Ein Händler in Marokko gab mir mal den schönen Hinweis als ich um den Preis feilschen wollte, ich solle mir überlegen ob ich an dem Stück Geld verdienen könne oder nicht. Als ich dies verneinte weil mir der Preis zu hoch schien, wurde der Roselith einfach wieder weggepackt. Da war nix mit verhandeln. Kauf es oder lass es bleiben. So ist es zumindest bei den Händlern in Marokko die hochwertige Mineralien anbieten. Bei den Ramschverkäufern ist das natürlich anders.
Mit China habe ich selbst keine Erfahrung, weis aber von einem Freund der öfter das Land aufsucht wegen Mineralien, das Ihm dort Stufen angeboten worden sind die mehrere tausend € kosten sollten und er sie dann in Ste. Marie oder München für ein paar hundert € wiedergesehen hat. Das ist dann übelste sägerei, wie ich sie von den Marokkanern nicht kenne. Klar auch bei ihnen gibt es solche und solche, aber da ich sehr viele als faire und nette Händler kennengelernt habe will ich mich davor hüten alle einfach über einen Kamm zu scheren.
Zu den willkürlichen Preisen hatte ich auch meine Horrorerlebnisse, ein polnischer Händler bot einen Sylvanit für 2700 € an, dazu sagen muß man das das Ding thumbnail größe hatte. Oder das hässlichste Kongsbergsilber das ich je gesehen habe für 50 000 €. Oder Bleiglanz der als Argenetit von Marokko ausgezeichnet war für 450 €. ( Nicht bei den Marokkanern sondern bei einem Händler aus Europa, ich halte mich hier mit Absicht etwas schwammig).   Ich habe das Gefühl das oftmals diese Irrsinnigen Preise aus Unsicherheit und Unwissendheit entstehen. Einige haben halt wohl die Mentalität besser zu teuer oder garnicht verkauft als zu billig wenn man keine Ahnung hat was man als Preis aufrufen soll. Und das wiederum ist meiner Ansicht nach schlecht für die ganze Szene.

Bin gespannt auf weiter Erlebnissberichte aus Ste. Marie

MfG Inschala

Offline McSchuerf

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Re: Börse Sainte Marie - Kurzbericht - Was gabs Neues ?
« Antwort #41 am: 30 Jun 05, 06:43 »
Zitat
Zu den willkürlichen Preisen hatte ich auch meine Horrorerlebnisse, ein polnischer Händler bot einen Sylvanit für 2700 € an, dazu sagen muß man das das Ding thumbnail größe hatte.

Selbst wen der Sylvanit aus dem berühmten rumänischen Nagjag stammen sollte, ist es in meinen Augen ein Verbrechen (ohne wenn und aber!) solch einen Preis dafür zu verlangen...auch wenn die Sylvanite von dort quasi nur noch aus Sammlerhand erhältlich sind..Ich habe z.B. auch Nagyagit von Nagyag und das ist auch thumbnail-Größe zu einem vernünftigen Preis. Der polnische Händler gehört gesteinigt und früher hätte man so jemanden an den Pranger gestellt oder Schlimmeres..

Fehlt nur noch, dass es sich wieder gar nicht um Sylvanit, sondern um Altait handelt und dann noch von Usbekistan..das kam mal bei einem meiner Käufe heraus..der sog. Sylvanit kostete aber auch nur grad mal 10 €..aus Interesse kaufte ich das Stück dann um es bei Herrn Blaß analysieren zu lassen..heraus kam dann die Überraschung: Altait plus..und das für 10 €....und schon mehr in Richtung KS als MM gehend..so herum liebe ich das natürlich wieder.. :)

Gruß Peter

Die Pulle

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Re: Börse Sainte Marie - Kurzbericht - Was gabs Neues ?
« Antwort #42 am: 01 Jul 05, 21:01 »
Hallo ihr zusammen,
ich dachte hir geht es um aktuelle Lageberichte aus St.Marine aux Mines?Obwohl die Diskussion sehr interessant ist,die hir stattfindet.Die Sammler sind doch sehr verschieden und somit auch ihre Ansichten und das ist grundsätrzlich gut so.Nun kann ich es aber nicht lassen obwohl ich mich eigendlich zurückhalten wollte,auch mal meine Ansicht hir mitzuteilen.Hat sich mal einer Gedanken gemacht wieviel Gewinnaufschlag ein Bäcker auf seine Brötchen macht oder was der Möbelhändler an seinen Spanplattenmöbeln verdient?Leben und Leben lassen,und somit hat auch ein Gewerblicher Mineralienhändler seine Existenzberechtigung.Keiner wird gezwungen bei überteuerten Preisen einzukaufen,das liegt ja an jeden selber.Wie in fast allen Lebensbereichen hat sich auch bei Mineralien ein Trend durchgesetzt,hohe Qualität sehr hoher Preis.So können die exklusiven Händler nicht so viel Material herbeischaffen wie an Schaustufen bedarf herrscht,also bekommt man eine Schaustufe zu 5000 Eur schneller verkauft als ein Belegstück für 20 Eur.Dies veranlasst natürlich viele Händler einfach ihre Mineralpreise hochzusetzen,was natürlich Kopfschütteln bei vielen verursacht.Denn die Qualität ist dann meistens nicht mehr stimmig zum Preis,und hir liegt der Hase im Pfeffer.Und hir sollte man sich dann die grundsätzliche Frage stellen,was macht eine perfekte Mineralstufe (Schaustufe) aus um einen hohen Preis zu rechtfertigen?Ich glaube diese Frage ist mal eine Diskussion wert.Nur sehr wenige Händler haben das Talent eine Mineralstufe nach rein Ästetischen Gesichtspunkten zu bewerten,und nur diese Händler haben die Mineralien mit dem gewissen etwas.Ich gehöre zu den Sammlern die nicht Feilschen und dazu stehe ich,obwohl ich auch nichts zu verschenken habe.Wenn ein Stück eine dem Preis entsprechende Qualität hat und ich es mir leisten kann,kauf ich es.Wenn ein Händler mir immer eine durchweg gute Qualität bietet dann bleibe ich diesen meist "treu",und gehe davon aus,das auch in Zukunft alles fair verläuft.Händler mit Massenware und minderer Qualität sind für mich nicht von interesse,weil ich mich nicht dadurch verbessere.Ich glaube das hat auch schon inschala erwähnt.Jeder muß seinen eigenen Weg finden und seine Sammlung aufbauen wie es ihn gefällt,ich jage jedenfalls den Calciten weiter hinterher,und ob sie 5 Eur kosten oder mehr.....Wenn die Qualität stimmt und ich es mir leisten kann,was natürlich nicht immer so ist,dann ok.
So dann fröhliches Jagen
Die Pulle

Offline loparit

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Re: Börse Sainte Marie - Kurzbericht - Was gabs Neues ?
« Antwort #43 am: 01 Jul 05, 21:20 »
Hallo Pulle,

stimme Dir voll und ganz zu. Wenn die Stufe gut ist, darf auch der Preis entsprechend sein.   ;)
Aber einfach den Preis hochzusetzen weil sich hochpreisige Stücke besser verkaufen lassen ist nicht in Ordnung.  >:(
Doch wie Du so schön schreibst, es ist ja jedem selbst überlassen was er bereit ist zu bezahlen.
So habe ich mal folgendes erlebt. Und zwar ging es um indische Stilbite, die ich recht preiswert einkaufen konnte. Ich hatte sie auf 3 oder 4 Börsen so angeboten, dass ich die Stücke für meine Sammlung heraus hatte. Die Stilbite ließen sich nicht verkaufen. Dann habe ich auf den Rat eines anderen Sammlerkollegen gehört, der meinte das die Teile zu preiswert sind und ich habe Sie im Preis erhöht. Man glaubt es nicht, aber es hat nicht lange gedauert (bin auf max. 1-3 Börsen im Jahr) und die Stücke waren verkauft.
Hört sich komisch an, aber viele Sammler glauben wenn etwas nicht teuer ist, taugt es nichts  :D
Ähnliche Erfahrungen hatte ich in den 80er Jahren mit Ramsbeck-Material, erst als ich die MM's höher ansetzte habe ich diese verkauft, verstehe wer will ??? ???

Gruß
loparit

Offline kraukl

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Re: Börse Sainte Marie - Kurzbericht - Was gabs Neues ?
« Antwort #44 am: 01 Jul 05, 21:35 »
Hallo Edgar, hallo Ingo,
natürlich hat Ingo recht, was ich nicht will, muß ich nicht kaufen.
Interessant ist, was Edgar schreibt.
Ich habe es auch schon erlebt, wenn Stufen recht günstig sind, lassen
sie sich nicht verkaufen, erhöht man den Preis, siehe da, plötzlich sind Interessenten
vorhanden und die Stufe wird verkauft.
Ist schon seltsam, aber so sind die Menschen halt.
Billiges kann keine Qualität sein !!
Doch ich glaube, die Leute, die nur für teures Geld kaufen, haben keine Ahnung.
Mineralien kann man nicht mit Maschinen oder hergestellten Dingen vergleichen
bei denen es Qualität gibt.
Der Preis kann sich eigentlich nur über Seltenheit des Minerals, Ausbildung der
Kristalle, Ästhetik und Nachfrage bilden.
Es gibt hier keine allgemein verstandene "Qualität".
Aber es ist müßig darüber zu schreiben oder zu reden, ändern werden wir die
willkürliche Preisgestaltung nicht.
Auf jeden Fall macht Sainte Marie Spass !!!!
Glückauf
Klaus