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Autor Thema: Börse Sainte Marie - Kurzbericht - Was gabs Neues ?  (Gelesen 22189 mal)

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Offline Collector

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Gerade zurückgekehrt und noch voller frischer Eindrücke ein kurzer Zwischenbericht.

Wie immer ein open-air Festival, bei erstickend 34 Grad Hitze und einem reichen Angebot an Mineralien, Dekorativsteinen und, immer mehr, Schmuck. Dominierend, wie meist Marokkaner mit umfangreichen Angeboten an Mineralien und Fossilien, nicht wenige Pakistanis, Chinesen und Freunde aus Osteuropa.

Für mich das schönste war, erstmals nicht wenige der mir nur aus dem Forum bekannten Mitglieder persönlich kennenzulernen.

Was gab`s ?

Die spektakulärsten Mineralien kommen aus Asien und Afrika; aber auch - was nicht alltäglich ist, viele und tw. seltene gesehene Stufen aus aufgelösten französischen und italienischen Sammlungen.

Asien:

Aus China hervorragende tafelige Goshenite auf schneeweißem Orthoklas, Zirkone auf bis zu 10 cm langen rötlichen Calcit-Skalenoedern (!), jede Menge violettgrüne Fluoritoktaeder von Hunan, nach wie vor glasklare meeresgrüne Fluoritwürfel in jeder Größe, schneeweiße Schmetterlings-Calcite und immer noch die bereits aus den Vorjahren bekannten Pyromorphite sowie hervorragende Kombinationsstufen aus royalblauen Azuritkristallen mit Malachit sowie Azuritstufen, die an die alten Klassiker aus Chessy erinnern.

Aus Afghanistan super rasiermesserscharfe Brookite in Bilderbuchqualität bis cm-Größe und sehr gut ausgebildete große Lapis Lazuli-Kristalle in weißer Matrix.

Aus Pakistan diamantglänzende, bis 12 cm langgestreckte hellviolette, komplett transparente Kunzite mit Endflächen auf Feldspat; nach wie vor wie seit eh und je schöne wasserblaue Aquamarine sowie bis 2-3 cm große hochglänzende Spessartine auf weißer Matrix. Aus Skardu sehr schöne weiße bis mattporzellanartig glänzende Orthoklase in tw. sehr großen Kristallen bis über 15 cm.

Afrika

Aus Mali "riesige" hochglänzende tiefschwarze Andradite; als Einzelkristalle bis 7-8 cm Kantenlänge, aber auch in sehr schön aufgebauten Stufen aus glänzenden Kristallen; dicktafelige bis langgestreckte Epidote in Stufen bis 15 cm und gelbbraune Vesuviane im über 10-cm Bereich.

Aus Tunesien ( Hammam Sriba) spitzrhomboedrische himmelblaue Baryte sowie Stufe aus farblosen flachtafeligen Baryten, welche attraktiv und durchscheinend mit einer orangebraunen Oxidschicht überzogen sind; farblose perfekte Fluoritwürfel und sehr attraktive Geoden mit reichlich farblosen scharfen und mehrere cm-großen Cölestinen.

Aus Marokko diesmal kaum Vanadinit, aber nette Stufen von stalaktitischem Hollandit aus Taouz. Aus Imilchil Neufunde der sehr scharfen grünen Titanite (bis 2 cm), sowie - bisher nicht auf dem Markt, über cm-große nelkenbraune hochglänzende Zirkone bis cm-Größe auf braunen Orthoklaskristallen, zahlreich Epidot-. Apatit- und Vesuvianstufen sowie sehr scharfe Magnetitoktaeder bis 6 cm auf Matrix.  Von einem neuen Fundort nahe Midelt tiefviolette Fluorite mit sägezahnartigen Kanten. Aus einem Vorkommen im Tafoudeit sehr flachtafelige hochglänzende, bis mehrere cm-große Quarzkristalle, tw. Gwindel, tw. als Fadenquarze, mit nadeligem Pb-Cu-Spießglanz (Aikinit ?), Calcit und Chalcopyrit. Aus Bou Azzer Karibibit auf Skoroditkristallen und Paragenesen seltener Arsenate. Sehr schön auch tw. große Erythrinstufen mit radialstrahligen, mattsamt-himbeerfarbenen Kristallbüscheln auf Matrix sowie, nach längerer Pause, wieder große Skutteruditkristalle sowie scharf ausgebildete rosa Co-haltige Calcitskalenoeder bis 2 cm auf Matrix. 
Aus Imiter einige aufsehenerregende Proustite mit Xanthokon und Akanthite sowie, lange nicht gesehen, Chalcostibitkristalle in Stufen bis 20 cm aus Ghar el Anz.

Aus Madagaskar reichhaltige Angebote an tw. geschliffenen, aber auch rohen, ausgezeichnet changierenden Labradoriten, sowie aus Tanzania gute Rubine in Zoisit.

Die Preise: Nun - was früher DM war, ist heute Euro. Die höchsten Steigerungsraten hatten die Pakistanis, aber auch die chinesischen und marokkanischen Stufen guter bis bester Qualität hatten tw. Preise fern von gut und böse.

Das nur ein kurzer Zwischenbericht. Ich bin sicher, daß die anderen Forumsmitglieder, welche noch " vor Ort " sind,  nach meiner Abreise noch viele andere Schätze vorgefunden haben und (vielleicht) darüber berichten werden.

gruß
collector

« Letzte Änderung: 25 Jun 05, 08:26 von Collector »

Offline Galenit

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Re: Börse Sainte Marie - Kurzbericht - Was gabs Neues ?
« Antwort #1 am: 24 Jun 05, 15:06 »
Was musste man denn für nen guten wulfenit aus toussit ausgeben, bzw. ordentliche Vanadinit, cerussit oder anglesit?

Offline Schweizer Strahler

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Re: Börse Sainte Marie - Kurzbericht - Was gabs Neues ?
« Antwort #2 am: 24 Jun 05, 15:11 »
Moin collector,

da ich noch nie in Sainte Marie war habe ich mal eine Frage: Wie sieht es da mit alpinen Stücken aus, und - vor allem - sind sie bezahlbar?

Gruß Dominik

Offline Collector

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Re: Börse Sainte Marie - Kurzbericht - Was gabs Neues ?
« Antwort #3 am: 24 Jun 05, 15:48 »
@Galenit

Anglesite aus Touissit gabs recht viele (Neufunde), aber nur kleinere x in und auf Galenitmatrix (x bis max. 5-8 mm, glasklar), je nach Besatz zwischen 30.- und 100.- Euro

Wulfenite aus Touissit so gut wie garnichts auf dem Markt, nur aus älteren Samlungen und dann bei entsprechend guter Ausbildung und Größe ( so um die 8x12 cm) zwischen 250.- und 350.- Euro

Cerussite aus Mibladen gabs schon für 20.- Euro aufwärts; aber da findest Du bessere und preiswert bei pareja minerals im ebay.
Es gab auch perfekte Cerussit-x in "Geoden" von Galenit, aus Touissit- - fürchte aber, daß die da reingeklebt waren.

Vanadinite gabs so gut wie nichts in einigermaßen brauchbarer Qualität. Das meiste (99%) ist Schrott. Sehr gute Stufen bei guten Händlern ab 300.- Euro aufwärts, nach oben keine Genzen. Auch oft bei pareja recht vernünftig zu ersteigern oder im ebay shop.

Der Vana-Boom ist z.Zt. vorbei und es arbeiten nur 3 Leute am Gang,  Ausbeute ist dürftig. Gab aber schöne Stufen mit Galenit xx ( x bis 1 cm) von Mibladen ( ab 20.- Euro )

@Schweizer Strahler

Alpin war dürftig vertreten. Hier und da n paar Adulare und Perikline vom Großglockner, tw. Stufen mit Byssolith, wenige ältere Knappenwand -Epidote für horrende Preise, meist alle aus älteren Sammlungen. Auch ein Franzose mit feinen Rauchquarzen und Axiniten, auch sehr teuer. Bisschen was vom Binntal (habe aber nicht drauf geschaut, da nur MM). In der Luxusgruppe 2 Scheelite von Tavetsch, aber unerschwinglich teuer. Ansonsten Byssolith und sehr viele Granate aus dem Zillertal.

gruß
collector

Offline Galenit

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Re: Börse Sainte Marie - Kurzbericht - Was gabs Neues ?
« Antwort #4 am: 24 Jun 05, 15:51 »
mmh

die Galenite wären dann sicher was für mich gewesen.... naja und prreia wollte ich irgendwann mal besuchen :)

Offline Schweizer Strahler

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Re: Börse Sainte Marie - Kurzbericht - Was gabs Neues ?
« Antwort #5 am: 24 Jun 05, 16:12 »
Danke für die Auskunft  ;)

Dann habe ich ja nichts verpasst...

Gruß Dominik

Offline michael berghäuser

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Re: Börse Sainte Marie - Kurzbericht - Was gabs Neues ?
« Antwort #6 am: 24 Jun 05, 18:51 »
@ collector  :) und andere,

was gabs denn aus namibia?

glück auf aus dem quarzreichen westtaunus

Offline Collector

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Re: Börse Sainte Marie - Kurzbericht - Was gabs Neues ?
« Antwort #7 am: 25 Jun 05, 08:30 »
@mb

ganz, ganz  wenig aus Namibia; jedoch Topstufen Goboboseb-Quarze und ausgezeichnete Schörle ( Foitit ? ) und tiefdunkelgrüne Fluoritwürfel auf Schörl bei den teuren Händlern. ( Preise ab ca. 300.- Euro, nach oben unlimitiert ).

gruß
collector

Offline McSchuerf

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Re: Börse Sainte Marie - Kurzbericht - Was gabs Neues ?
« Antwort #8 am: 25 Jun 05, 09:50 »
Hallo Collector, .. :)

gab es auch irgendwelche ganz sprektakulären Neuheiten im Systematikbereich?..ähnlich wie das erste Aufkommen der Poldervaartite? Also entweder ganz neue Mineralien oder Mineralien, die vorher nur im MM-Format bekannt waren - nun aber in cm-Größe vorkommen?

Denn alles was ich jetzt Deinen Berichten entnehmen konnte, sind im Prinzip Mineralien bzw. Stufen die man schon kannte und die auch vorher schon, wenn auch z.T. in nicht so guter Qualität auf dem deutschen Markt waren. (Pakistan, China, Afrika, etc..)

nach den Preisen frag ich lieber gar nicht erst weiter..denn wenn erst eine Stufe über 300 € z.T. nicht mehr als 'Schrott' bezeichnet wird, oohh..dann muss ich ja viel 'Schrott' in meiner Sammlung haben.. ;D ;D

Gruß Peter McS
« Letzte Änderung: 25 Jun 05, 09:52 von McSchuerf »

Offline Ralf

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Re: Börse Sainte Marie - Kurzbericht - Was gabs Neues ?
« Antwort #9 am: 25 Jun 05, 09:53 »
Hallo Leute,

bin gestern spät aus St. Marie zurückgekommen. Collector hat ja schon das Wichtigste sehr gut geschildert.  Wie immer auf so großen Börsen kann man sicher nicht alles sehen, ist einfach zu viel.

Ergänzend  und z.T. widersprechend  ;) ist mir aufgefallen:

China:

Chalkopyrit mit bis 3 cm großen Kristallen, vergesellschaftet mit Pyrit ( bis 2 cm ) und Quarz aus der Da Yei ? Mine ( das muß ich noch recherchieren ) / Prov. Hubei / China. Sehr attraktives Material. Preise von 100 -300 € auf der Euromin, bzw 30 - 100 € auf der Eurogem.

Manganocalcit in einem sehr schönen ( echten ) rosa. Mittlere bis große Aggregate aus Pagodenartig aufgebauten Kristallen. Auffallend war hierbei der sehr gute Zustand. Es war kein Problem, unbeschädigte Stufen zu finden. Man scheints begriffen zu haben. Preise zwischen 20 und 300 €.

Marokko:

Wulfenit aus Touissit gabs bei einem Händler zwischen 5 und 30 €. Meist Kleinstufen bis ca. 10 x 10 cm. Reich besetzt, allerdings mit kleinen Kristallen bis 0,5cm. Unter dem Tisch habe ich zwei Große Handstufen mit wenigen aber dicktafeligen Kristallen von 1,5 cm Kantenlänge gefunden. Der Preis, nun ja.. wirklich extrem günstig.


Stufen aus vollständig mit Limonit überzogenen Calcitskalenoedern. Darauf sitzen cmgroße Aragonitbüschel. Fundort ist Azro, ca. 100 km von Midelt entfernt. Optisch vielleicht kein Hochgenuss, aber für Calcitfreaks sicher interessant und vor allem mit 3 - 5 € richtig günstig.

Vanadinit:
Hier muß ich Collector widersprechen. Ich hab zahlreiche wirklich gute Vanadinitstufen gesehen und auch gekauft. Auf der Eurogem gabs Stufen, reich besetzt mit bis cmgroßen, dicktafeligen Kristallen in sehr guter Farbe und hohem Glanz. Größe zwischen 5 und 10 cm. Preise zwischen 5 und 25 €. Fand ich nicht für zu teuer. Relativ günstig waren mit 60 - 100 € auch große Handstufen bis ca. 20 cm. Sehr dicht und oft auch rundum mit herrlich roten Kristallen besetzt. Die Kristalle waren mit einer Größe von 2 bis 5 mm zwar nicht gigantisch, aber der optische Gesamteindruck stimmte.

Pyromorphit aus Oujda war auch in sehr guter Qualität zu bekommen.  Handstufen mit bis 2 cm großen Kristallen kosteten zwischen 30 und 50 €


Sehr interessant waren die extremen Unterschiede in den Preisen auf der Euromin und der Eurogem, bzw die Flexibilität der Händler. Während man sich auf der Euromin recht schwer tat, konnte man auf der Eurogem bereits gestern sehr gut handeln. Die dort untergebrachten Verkäufer sahen offenbar schon ihre Felle schwimmen, weil sich der Besucherandrang dort arg in Grenzen hielt. Wer geschickt handelte, konnte die Preise z.T um zwei drittel nach unten drücken. Wer was bestimmtes suchte ( z.B. Wulfenit aus Marokko ) sollte die Händler gezielt danach fragen. Vieles war unter den Tischen und die Preisverhandlungen aus dem Karton sind erfolgreicher als vom Tisch.

Leider gabs auch wieder viel negatives zu sehen. Der überwiegende Teil der Stufen war gar nicht ausgezeichnet. Das die Chinesischen Stufen sehr reich an ungesättigten Fettsäuren sind, daran hat man sich fast schon gewöhnt. Auch hier empfiehlt es sich nach Ware aus den kartons zu fragen. Diese ist meist noch nicht, bzw. zumindest nicht frisch geölt.

Alles in allem lohnt sich der Besuch dieser Börse wirklich. Allerdings muß man sich Zeit lassen und mit den Händlern reden. Man kann durchaus günstige Stücke bekommen, wenn man sich nicht von den Preisschildern, bzw. der ersten Preisangabe der Händler abschrecken lässt. Beim Handeln mit Chinesen und Marokkanern kann man ruhig sehr unverschämt sein, die Händler sind´s auch. Schlimmstenfalls geht man halt zum nächsten Stand.

Ach ja, wer jetzt noch auf die schnelle hinfahren möchte:

Seht zu, das Ihr spätestens um 07.00h in St. Marie seid. Dann kriegt man noch einen guten Parkplatz. Bereits ab 8.00h ist auf der Straße die Hölle los. Ab 09.00h gibts nur noch Parkplätze außerhalb des Ortes.
Ab 06.30h kann man in den kleinen Cafe´s und Bäckereien gemütlich frühstücken und sich das Chaos der Spätkommer anschauen oder die Flics beim Strafzettel schreiben beobachten.

Gleich stelle ich noch ein paar Fotos von interessanten gefälschten/gefärbten Sachen ein. Dafür gibts ja einen extra-Threat, weiß ihn im Moment aber nicht auswendig. Link folgt.

Ralf






Offline McSchuerf

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Re: Börse Sainte Marie - Kurzbericht - Was gabs Neues ?
« Antwort #10 am: 25 Jun 05, 09:55 »
..also offensichtlich keine 'wirklichen' Neuheiten bzw. Highlights..

Offline Ralf

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Re: Börse Sainte Marie - Kurzbericht - Was gabs Neues ?
« Antwort #11 am: 25 Jun 05, 10:13 »
Hier die versprochenen Fakes.


http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,4851.30.html

@Mc Schuerf

Zumindest keine atemberaubenden Massenfunde optisch interessanter Stücke. Für den Sammler findet sich aber garantiert immer was interessantes, wenn man sich genug Zeit nimmt.

Gruß
Ralf

Offline Collector

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Re: Börse Sainte Marie - Kurzbericht - Was gabs Neues ?
« Antwort #12 am: 25 Jun 05, 10:31 »
@Peter McS

Nein, highlights nicht - zumindest hab ich keine entdeckt. Kann natürlich sein, daß echte Neuheiten unter der Hand weggehen, ohne im offenen Verkauf angeboten zu werden. ( z.Bsp. die seit letzem Jahr absolut traumhaften Akanthite bis mehrer cm-Größe in Superstufen ).
Stimmt, was Du sagst: das meiste war bereits bekanntes Material, wie es auch auf anderen Börsen zu sehen ist.

Das mit dem "Schrott" bezog sich explizit auf die Masse der angebotenen Vanadinite, nicht auf die anderen Mineralien.
Mittlerweile schrieb ja Ralf, daß er sehr gute Vanas zu günstigen Preisen  auf der Eurogem gefunden hat - die sind mir entgangen, sonst hätt ich darüber berichtet.
Dessenungeachtet war das Preis-Qualitätsverhältnis der meisten auf der Euromin angebotenen Vanas nicht zufriedenstellend; selbst mit Handeln kosteten Handstufen mit winzigen Kristallen immer noch zuviel.
Vielleicht ist mein Anspruch bei Vanadiniten zu hoch , da ich immer nur - gerade bei Vanas - nach Superqualität suche. (bin da leider etwas verwöhnt und hab in vielen Jahren schon ne ganze Menge richtig guter Vanas gesehen )

Was ich selbst an neuen Sachen fand : Erstmalig bis über 1 cm große, nelkenbraune bipyramidale Zirkone auf perfekten großen, graubraunen Orthoklasen (Milchil), begleitet von zahlreichen hochglänzenden tiefschwarzen Bipyramiden von 5-10 mm (lt. Info eines französischen Kenners sollen dies Thorite sein - möchte dies nicht ausschließen, will sie  aber noch analysieren lassen)
Desweiteren nadlig-strahlige glänzend schwarze Cu-Pb-Bi- Verbindungen (wahrscheinlich Aikinit, muß überprüft werden) auf " gwindelten" Fadenquarzen (Marokko); außergewöhnlich schön auch die superscharfen Brookite aus Afghanistan (ein Forumsmitglied hat einige der schönsten Stufen erwerben können), sowie einige recht große, neue Bournonite aus einem Neufund in Frankreich.

Aber - nobody is perfect - vielleicht gabs doch noch was spektakuläres - was ich nicht gesehen hab ! Warten wirs mal ab, was die anderen nach Rückkehr berichten.

@Ralf

Glückwunsch zu den günstigen Vanas, Pyromorphiten und Wulfeniten aus Touissit.  Da hab ich wahrscheinlich nur die Topstufen im Theater angeschaut - auf der Euromin hab ich so gut wie nix gesehen und durch die Eurogem bin ich nur durchgerannt - zu viel Schmuck. Na ja - Glück muß man haben !

Die pagodenartig aufgebauten "Manganocalcite " - meinst Du damit kobalthaltige schöne rosa Calcite aus Bou Azzer ?
(Manganocalcite gibts von da nicht, aber vielleicht kommen deine von einem anderen Fundort ? )
Das hatte ich ja schon erwähnt - ich habe auch sehr schöne scharfe rosa, sehr gut ausgebildete Co-haltiger Calcite gefunden, sehr schöne Stufen bester Qualität.

Die Chalcopyrite aus China waren auch sehr schön, muß ich zustimmen; sind aber nicht so ganz neu

Und was die Fettsäuren angeht: Volle Zustimmung. Ich erwarte eigentlich immer, daß so mancher Chinese irgendwo n Kanister Öl stehen hat und ständig nachölt.

@
Mein Kurzbericht erhebt natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit - man kann wirklich nicht alles sehen, sondern nur Eindrücke wiedergeben

gruß
collector

Offline Ralf

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Re: Börse Sainte Marie - Kurzbericht - Was gabs Neues ?
« Antwort #13 am: 25 Jun 05, 11:49 »
@ Collector.

Ich mach´s doch immer wieder  >:(  Natürlich Kobalt und nicht Mangan. Sorry, weiß auch nicht warum ich das jedesmal durcheinanderhaue.

Man kann auf so einer Börse einfach nicht alles sehen. So sind mir z.B. die Zirkone vollständig entgangen und sicher noch vieles mehr.

Naja, in´s Theater gehe ich eingentlich nie. Das ist mir dann doch zu exklusiv. Ich kuck lieber an den Ständen und wühl am liebsten in den Kisten unter und hinter den Tischen. Da findet man wirklich so manchen Schatz.

Aber ist doch auch gut, daß jeder ein wenig anders Börsensammelt  ;)

Ralf

Offline kraukl

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Re: Börse Sainte Marie - Kurzbericht - Was gabs Neues ?
« Antwort #14 am: 25 Jun 05, 11:54 »
Hallo, auch ich will mal kurz berichten:
Da ich leider nur einen Tag zur Verfügung hatte, mußte ich alles im
"Schnelldurchgang" machen aber besser so, als gar nicht dort
dort gewesen zu sein.
Schön waren, wie Collector schon geschrieben hat, die persönlichen
Begegnungen mit den Forumsmitgliedern. Leider, wie schon oben
erwähnt, fehlte mir die Zeit um Gespräche zu vertiefen.
Der Kurzbericht von Collector ist treffend und schon sehr vollständig.
Die Kobaltcalcite von China, die Ralf beschreibt, fand ich auch
sehr schön, doch wirklich gute (ohne Macken zu vernünftigen Preisen)
habe ich nicht gefunden. Allerdings habe ich die Euro Gem nur im
"Dauerlauf" und erst kurz vor Schluss besucht.
Über gefärbte und geölte, geklebte und montierte Stufen auf Börsen
ist ja schon genug geschrieben worden und hier ist es halt genauso.
Mir sind noch die herrliche Rutile aus Brasilien aufgefallen, leider zu
solch horrenden Preisen, dass ich verzichtet habe.
Im Zelt von "Magmaminerals" konnte man noch die herrlichen cognagfarbenen
Calcite, Sphalerite und Fluorite aus Elmwood sehen.
Stufen aus China konnte man, etwas Verhandlungsgeschick
vorausgesetzt, recht günstig erwerben.
Die Konkurrenz war ja recht groß!!
Allgemein sind die Preise für Mineralien, wie schon mehrfach erwähnt,
gestiegen. Der Vergleich von Collector: "DM gleich Euro" trifft voll zu und
wird hier und da schon überboten.
Insgesamt gesehen hat es mir aber wieder einmal Spass gemacht, ich
habe einige Stücke, sowohl für meine Sammlung wie auch für meine
Site erworben und werde im nächsten Jahr (mit etwas mehr Zeit)
wieder dabei sein.
Glückauf aus dem Ruhrgebiet
Klaus
« Letzte Änderung: 25 Jun 05, 12:03 von kraukl »