Vermischtes / Miscellaneous / Varios > Dies und Das / this and that
Rot-Grün-Blinder Geologe?
Quarzsammler:
Moin,
ich habe schon seit Längerem den Wunsch Geologie an der TU Freiberg zu studieren und in diesem Fachgebiet später tätig zu werden. Ich bin schon seit einigen Jahren Sammler (eher unprofessionell), interessiere mich aber sehr für die Theorie hinter dem Optischen (v.a. Chemie gehörte schon immer zu meinen Lieblingsfachgebieten ;D). Deshalb würde ich mich gerne zum nächsten Sommersemester immatrikulieren. Allerdings leide ich unter einer Rot-Grün-Sehschwäche. Das machte sich in der Vergangenheit schon beim Sammeln negativ bemerkbar, als ich beispielsweise grüne Kupferminerale in rotem Schlamm suchen wollte und rein gar nichts erkennen konnte. In Chemie hatte ich bei Farbreaktionen auch immer kleine Probleme. Ich kann zwar auf größeren Flächen oder der Ampel rot von grün gut unterscheiden, bei Farbnuancen (bspw. Brauntöne bei Strichfarben) oder bei der Beurteilung, ob eine Lade-LED von rot auf grün umgesprungen ist, komme ich an meine Grenzen. Das ist auch ärztlich festgestellt worden. Ich wollte nun fragen, ob es für mich unrealistisch oder gar unmöglich ist, Geologie zu studieren und als Geologe zu arbeiten? Vielleicht gibt es einige Studenten, die wissen, ob solch eine Sehschwäche ein zu großes Hindernis ist. Es wäre wirklich schade, wenn dem so wäre, weil es schon lange mein Wunsch ist :'(. Aber es ist besser, es vorher zu wissen, als das Studium dann abbrechen zu müssen.
Ich würde mich über Erfahrungen und Meinung freuen.
Viele Grüße
Quarzsammler
Johannes Kalbe:
Hi,
das stellt dich natürlich vor Herausforderungen, und einfacher wird es nicht. Da RG-desensitive Menschen aber im Vergleich zum Durchschnitt eine durchaus relevante Anzahl von Graustufen mehr differenzieren können, hast Du in anderen Bereichen durchaus Vorteile (z.B. im Erkennen grauer Bentonitlagen in grauen Tonsteinen auf große Distanz). ;) Auch als Jäger oder bei anderen Dämmerungsaktivitäten bist Du damit eindeutig im Vorteil...
Sebastian:
Das Studium ist weitaus mehr als Minerale bestimmen.
Ich denke kaum das außer punktuellen Beeinträchtigungen du
Wenig Probleme haben solltest aufgrund deiner Sehschwäche.
Wissenschaft ist vielfältig. Wenn es dein Wunsch ist, komm vorbei und
Mach es.
Gruß Sebastian
Mampfbacke:
Hallo,
dem Geologie-Studium sollte eine Rot-Grün-Sehschwäche keinen Abbruch tun. Wie schon geschrieben wurde, wird es voraussichtlich nur wenige Situationen geben, in denen du "benachteiligt" sein würdest. Wenn ich mich recht entsinne, gab es im Chemie-Praktikum beim Arbeiten mit Indikatoren eine solche, wo wir gefragt wurden, ob wer eine Rot-Grün-Schwäche hat. Falls dem so gewesen wäre, hätten dir die Betreuer bei dem Versuch geholfen - es wäre also überhaupt kein Problem gewesen. Bei anderen Fällen bin ich mir sicher, dass dir da ebenfalls geholfen werden würde. Sei es beim Mikroskopieren oder beim makroskopischen Bestimmen. Mit so vielen Mineralen, die man anhand ihrer grünen oder roten Farbtöne verwechseln könnte, wirst du vermutlich auch nicht in Kontakt kommen ;)
Nur Mut, wenn es dein Wunsch ist, mach es!
Viele Grüße
Thomas
Quarzsammler:
Vielen, vielen Dank für die Einschätzung :D. Das freut mich wirklich sehr und bringt mir Erleichterung!! Ich hatte schon die Befürchtung, dass das nichts werden würde, weil mir in meiner jetzigen Beschäftigung als Grabungshelfer das Zeichnen bzw. Darstellen der oberen Bodenhorizonte (Oberflächengeologie) schwer fällt. Aber nun sehe ich, dass das kein allzu großes Hindernis für das Studium darstellen sollte (Hilfestellung, usw.) und nach @Johannes Kalbe sogar Vorteile bringen kann ;). Ich werde es jedenfalls versuchen!
Viele Grüße
Quarzsammler
Navigation
[0] Themen-Index
[#] Nächste Seite
Zur normalen Ansicht wechseln