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Autor Thema: Vulkanisches, wohl Zeolithe, vom Stenzelberg/Siebengebirge...  (Gelesen 1310 mal)

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Offline Tom67

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Hallo Allerseits.
Ich hoffe es hatte jeder schöne Ostern und alle Ostereier gefunden :-)

Ich hab die "wir-bleiben-zuhause"-Zeit genutzt und einige Stufen aus dem Siebengebirge genau durchgeguckt. Hier sind einige Sachen vom Stenzelberg, ehem. Steinbruch im Vulkangestein.
Ich nehme an, es sind Zeolithdrusen, alles sehr klein. Erstes Bild eine Übersicht, die anderen Bilder sind Details.
Kann jemand genauer definieren, um welche Zeolithe es sich handelt? Vermutlich geht das nicht ohne weitere, größere Analysen, oder?
Was ich über Zeolithe gefunden hab, auch hier im Mineralienportrait Zeolithe. reicht nicht ganz aus zur rein visuellen Bestimmung...
Oder handelt es sich evtl. gar nicht in allen Fällen um Zeolithfüllungen?

Ich hab demnächst noch ein paar Bilder von dem Fundort...

Vielen Dank  für Hilfe!

Offline smaragd123

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Ein paar von den Einschlüssen könnten meiner Meinung nach auch Siliziumdioxid sein. Ob man das dann als Chalcedon, Opal oder was auch immer bezeichnet weiß ich nicht. (z.B auf Foto 2)

Offline Uwe Kolitsch

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Einiges dürften Tonminerale (Smektit) sein.

Offline guefz

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Hallo,

was grundsätzlich fehlt, ist eine Angabe der jeweiligen Bildbreite...

Daher sagt Bild 1 sehr wenig aus. Bild 2 würde ich auch am ehesten zu den Tonmineralen einsortieren. In Bild 3 sehen die Hohlräume ziemlich leer aus. In Bild 4 könnte entweder Calcit oder ein Zeolith die kugeligen Aggregate bilden.

Günter

Offline Tom67

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Vielen Dank schon mal. Weiß nicht, wer den Stenzelberg selbst kennt: Es ist wohl nur ein begrenzter Bereich, in dem sich diese Stücke finden, in den anderen Bereichen des Stenzelbergs hab ich ansonsten in z.T. sehr porösem Vulkangestein ganz andere Zusammensetzungen und Erscheinungsbilder gefunden, die auch einfacher für mich zu bestimmen sind.

Aber diese hier erscheinen mir geschichtet und erscheinen an den beiden Achsen unterschiedlich: Die ersten vier Bilder von gestern sind die "flache" Seite, viele kleine Hohlräume und Drusen (alle zwischen <1mm bis ca. 2mm) wie auf Bild 1 von gestern. Die dazu senkrechte Achse der Steine erscheint dann wie mit Überzügen, Bläschen und Schlieren (sinterähnlich), daher bin ich in dem Bereich selbst schon auf Opal gekommen. Auf Chalcedon noch nicht, ist auch nicht hier im MA oder bei Mindat dokumentiert, ebenso sind Tonminerale nicht dokumentiert, daher glaube ich ja immer nicht, dass ich etwas finde, was nicht schon angegeben ist... ;-)

Hier noch vier andere Bilder: Die oberen beiden sind nochmal von der "flachen" Seite, also der mit den zahlreichen kleinen Hohlräumen, die unteren beiden von der dazu senkrechten Seite mit den sinterähnlichen Überzügen.
Ich glaube diese Bilder hier sind besser für eine Bestimmung, oder?

Von den so gelagerten Stufen habe ich diverse sehr ähnliche in dem genannten Bereich gefunden. Ich würde auch total gerne erfahren oder nachlesen, wie die Genese dieser Mineralisation ist, v.a. weil die meisten Bereiche am Stenzelberg ansonsten ganz anders aussehen (poröser Basalt und Latit mit z.T. gut auskritallisierten Thomsonit-Kügelchen, Biotit, Magnetit in ganzen Rasen, Hornblende auch richtig groß, etc.) - hat jemand einen Tipp?

Vielen Dank nochmal!!

Offline guefz

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Im Nachgang von Vulkanismus treten häufig heiße Quellen auf. In deren Umfeld ist die Bildung von Zeolithen und anderen Mineralen besonders stark, da durch das heiße Wasser das Gestein ausgelaugt wird und sich bei Abkühlung wieder Kristalle in den Hohlräumen bilden. Mag sein, dass du so eine Zone gefunden hast. Ich selbst war noch nicht am Stenzelberg.

Tonminerale werden nicht so häufig dokumentiert, da sie keine schönen Kristalle bilden, sondern letztlich "Dreck" sind. Außerdem sind sie auch sehr schlecht exakt nachzuweisen, weil es eben keine guten Kristallen gibt sondern nur Massen aus sehr, sehr kleinen Kristallen.

Diese Blasenhohlräume sind meist auch mit meist auch mit mehreren Mineralen bestückt. Außen gibt es häufig eine dünne grüne Schicht aus Seladonit, nach innen hin dann eine oder mehrere Lagen Zeolithe oder andere Minerale. Bei den winzigen Hohlräumen in deinen Stücken wird man allerdings kaum frei gewachsene Kristalle finden sondern fast nur komplett gefüllte Hohlräume.

Offline Tom67

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Vielen Dank für die prägnante und gut verständliche Beschreibung der geologischen Vorgänge, die hier zu den gefundenen Mineralien geführt haben kann! Eigentlich logisch die Zusammenhänge, schließlich hat wohl jeder schon von Heißen Quellen, Geysiren etc. im Zusammenhang mit Vulkanismus gehört, es ärgert mich dann immer, dass ich da nicht selbst drauf komme... Bibliotheken sind aktuell ja zu, aber ich hab mir wenigstens mal ein Lapis-Heft mit einem Bericht über die Mineralien des Siebengenirges bestellt, mal sehen, was das noch hergibt, gibt ja auch noch andere Fundstellen dort.

Kann man die Mineralien auf den Bildern dennoch mit gewisser Wahrscheinlichkeit etwas genauer bestimmen? Chalcedon, Opal, welche Tinminerale..(Smektit...)?

Danke letztmals hierzu und schöne Grüße!

Offline guefz

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