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Sammelverbot Steinbruch Schaan Baumholder

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Steinbruch Hubertusruh:
Guten Morgen,
viele Sammler beklagen sich zu Recht, dass die Möglichkeiten der Mineraliensuche immer geringer werden und zugleich mit Restriktionen verbunden sind. Doch die Frage nach dem Warum wird zu selten gestellt. Haftungsrisiken etc. werden gerne als erste Argumente genannt. Ich möchte heute ein Beispiel aus der betrieblichen Praxis erzählen.
Uns sind die verstärkten Aktivitäten der Sammler in den letzten Monaten allein dadurch nicht entgangen, weil sämtliche Sohlen mit weggeworfenen Papiertaschentüchern gedeckt waren. Nun nicht schön und vor allem nur ärgerlich. Wenn ein paar Stunden später der Magnetscheider die Anlage stoppt, ist es dann schon unangenehmer. Heißt konkret, Band leerschaufeln bis der Metallgegenstand gefunden ist, ein Meißel. Schaden ggf. beschädigte Bänder und mindestens eine Stunde Produktionsausfall.
Und dann diese Woche das Highlight.
Der Sprengtrupp rückt an. Ziel oberste Sohle, nur erreichbar über eine ca. 5 m breite Strosse. Kurz vor dem Ziel Stopp Kommando zurück. Warum. Die Sohle war nicht mehr befahrbar. Eine Strecke von 10 m war metertief untergraben, überall wieder diese Taschentücher und verschiedene PET-Flaschen. Selbst für den Radlader kein Durchkommen. Alle zurück, Fahrt planieren und neuer Versuch. Zeitverlust 1,5 h für 5 Mann, plus unnötiger Geräteeinsatz. Noch Fragen?
Doch eine Steigerung ist immer möglich!
Schon im Post vom 24.3.2020 hatte ich berichtet, wie wir zwei Sammler trotz Corona- Ausgangssperre im Bruch angetroffen haben.
Heute Morgen 6:20 - war es dann wieder soweit.
Dieselben Sammler vom März, plus zwei weitere Mineralienfreunde beginnen ihre Tätigkeit. Verständlich, das wir sie einige Zeit später mit Polizeibegleitung auf sicheres Terrain begleitet haben. Als humorige Einlage, natürlich wurde abgestritten, dass Sie Meißel oder ähnliches verlieren würden. Und was lag da, als die Sammler vom Betriebsgelände begleitet wurden? Eine Brechstange!
Fazit?
Wer mag schon gebrauchte Taschentücher und olle PET-Flaschen von seinem Grundstück aufsammeln?
Oder zentnerweise Steine vom Band schaufeln, weil ein Meißel die Anlage gestoppt hat?
Oder seine Arbeit eine Stunde später beginnen, weil die Freizeitbeschäftigung anderer Schäden ergeben hat, die erst beseitigt werden müssen.
Oder sich verhöhnt zu fühlen, weil genau die selben Personen, welche man noch vor Wochen freundlich verwarnt hat, wieder alles durchwühlen?
Oder am Pfingstsonntagmorgen, den ausgelösten Alarm quittieren muss?
Oder, oder ..............
In diesen Sinne wünsche ich allen noch frohe und sonnige Pfingsten.

wolfi:
Grüß Gott,

aus dem fernen Nordbayern ein ganz fettes Danke für diesen schonungslosen Bericht, der zwar diese schwarzen Schafe/Idioten/Egoisten vermutlich nicht ändern wird, der aber vielleicht dazu beiträgt, dass die Vernünftigen der Sammlergilde diese Schwachmaten aus der Gemeinschaft ausschließen - und zwar ganz konsequent!
Vollstes Verständnis für Ihre Situation, und ebenso vollstes Verständnis für sämtliche Maßnahmen, die Sie nun ergreifen (müssen).

Danke auch für Ihre aufgewendete Zeit, diesen Bericht am Sonntag Vormittag zu schreiben!

Servus + Glück auf
Wolfi

alfredo:
"Field collectors are their own worst enemies."
...ist in Amerika und Japan genauso.  :'(

Gerdchen:
Kaum zu glauben, dass es Einige einfach nicht kapieren. Das Ganze hat mit Sicherheit auch Auswirkungen auf alle anderen Steinbrüche der Juchem Gruppe.
Als Ergänzung, die BAG lässt jetzt in Kirn und Eckelsheim auch niemend mehr rein. Genau die gleichen Probleme.

Gerdchen

Pcheloyad:
@ Steinbruch Hubertusruh,

Mir fehlen da ruhige und besonnene Worte, wenn ich von solchen "Kollegen" lesen muss. Ob bei Ihnen im Bruch oder "Batteriegefüllte" Klüfte in den Alpen und andere Abartigkeiten.

Persönlich hinterlasse ich ( so gut es geht ) keinerlei Spuren und nehme die Hinterlassenschaften von Sammlern, Waldarbeitern, Spaziergängern etc. immer mit zum nächsten Container.

Hier, in BG, gelte ich ( deswegen ) als "Verrückter", aber Mutter Natur belohnt mich nicht nur mit besten mineralogischen Funden.

Habe mich in Deutschland schon geärgert, aber was hier, hauptsächlich Kunsstoffprodukte, an den unmöglichsten Orten zu finden sind, läßt mir sehr oft mein Herz schwer werden.

Da werde ich mich nicht ändern, da ich mich selber verraten würde.

Ihnen als Steinbruchbetreiber wünsche ich aus vollstem Herzen, das diese "Personen" zu horrenden Geldstrafen verdonnert werden. Soviel Respektlosigkeit wiederholt fremdes Eigentum zu betreten, zu beschmutzen und zerstören ( Strosse ), hat mit Naturverbundenheit nicht im geringsten zu tun.

Beste Grüße

Marcus

P.S. noch Waldarbeiter und in wenigen Tagen Mitarbeiter in einem Steinbruch, der fast "Mineralfrei" ist. Zum Glück !

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