Mineralien / Minerals / Minerales > Allg. Diskussionen Mineralien / General discussions minerals
Was geht da genau vor? Anatas befällt Titanit
Uwe Kolitsch:
Hallo Silvio,
> Fragen, wie die von mir gestellt, gar keine Resonanz findet. [nach 1 Tag]
ein bißchen Geduld wäre nicht schlecht, oder? Nichts für ungut ;-)
Zu deiner Frage: (Teil-)Pseudomorphosen von Anatas und/oder Rutil nach Titanit oder Ilmenit sind in hydrothermalen Abfolgen (z.B. alpinen Klüften) sind so selten. Titanit/Ilmenit werden unter bestimmten Bedingungen instabil und durch stabilere Minerale ersetzt. Beim Titanit geht Ca und Si in Lösung und kann in Form anderer Minerale wieder abgeschieden werden.
Man kann solche Umwandlungsprozesse mit spezieller Software modellieren, braucht dazu aber sehr gute thermodynamische Daten und realitätsnahe Randbedingungen.
Schatten:
Hi Uwe,
--- Zitat ---> Fragen, wie die von mir gestellt, gar keine Resonanz findet. [nach 1 Tag]
ein bißchen Geduld wäre nicht schlecht, oder? Nichts für ungut ;-)
--- Ende Zitat ---
;) Bei manchen Dingen brennts mir halt unter den Nägeln, da ist Geduld schwierig.
Aber wie ich schon schrieb...irgendeine Reaktion....das beruhigt ungemein :P
--- Zitat ---Man kann solche Umwandlungsprozesse mit spezieller Software modellieren, braucht dazu aber sehr gute thermodynamische Daten und realitätsnahe Randbedingungen.
--- Ende Zitat ---
Kann mir vorstellen, dass das hier nicht so einfach ist. Zumal es ja meines Wissens bis heute keine wirklich umfassende geologische Abhandlung zu meiner Ecke hier gibt. Es heißt immer nur, dass der Harz wohl zu komplex ist. Das glaube ich auch gern, denn allein hier im Bereich Wernigerode sieht jede Talseite schon anders aus.
Ich danke dir für die Infos. Diese und die Ausführungen von Sebastian bringen mich schon weiter.
Nochmals Dank an die Antwortenden, manchmal will man einfach auch nur mit seinen Fragen beachtet werden. ::)
Gruß
Silvio
wolfi:
Servus,
ich denke jetzt nicht, dass dies an der Komplexität des Harzes liegt. Auch hier im Frankenwald gibt es Pseudomorphosen Rutil/Titanit/Anatas, vom einen zum anderen und umgekehrt. Die Gründe hierfür? Keine Ahnung, da steige ich auch nicht durch...
Im Übrigen ist gerade in diesen Zeiten Geduld oberste Bürgerpflicht ;)
Servus + Glück auf
Wolfi
Schatten:
Hi Wolfi,
--- Zitat ---ich denke jetzt nicht, dass dies an der Komplexität des Harzes liegt.Auch hier im Frankenwald gibt es Pseudomorphosen Rutil/Titanit/Anatas, vom einen zum anderen und umgekehrt.h
--- Ende Zitat ---
Da hast du aber nicht genau genug gelesen ;)
--- Zitat ---Zumal es ja meines Wissens bis heute keine wirklich umfassende geologische Abhandlung zu meiner Ecke hier gibt. Es heißt immer nur, dass der Harz wohl zu komplex ist.
--- Ende Zitat ---
Es ging lediglich um eine umfassende geologische Abhandlung zum Harz, da ist mir keine bekannt. Und speziell zu meiner Ecke wird's dann ganz dünn :P
Wer da eine genaue Beschreibung der Geologie zu Wernigerode kennt...bin da offen ;D
--- Zitat ---Im Übrigen ist gerade in diesen Zeiten Geduld oberste Bürgerpflicht ;)
--- Ende Zitat ---
::)
Deshalb ist Geduld aktuell auch immer am Limit...will mich da aber nicht ausheulen, gehört hier auch nicht hin.
Und wie ich schon schrieb...einfach bemerkt zu werden z.B. wie Sebastian schrieb:
--- Zitat ---Das ist keine einfache Frage.
--- Ende Zitat ---
Allein der Satz hat gezeigt...OK wurde bemerkt...kann dauern...also warten ;) aber nix und das bei sehr vielen Views ist halt frustrierend.
Mir wurde, soweit es in dem Fall möglich ist, weiter geholfen. Mir ist klar das die Komplexität der Vorgänge nicht Mal eben bis ins kleinste Detail erklärt werden können, da die Datenlage zu dünn ist. Dennoch bin ich zufrieden mit den Informationen.
Das schmückende Beiwerk bedarf, denk ich, keiner Diskussion.
LG
Silvio
felsenmammut:
Glück Auf!
Die Zersetzung von Titanit vom Zentrum ausgehend und eine damit einhergehende Bildung von Anatas ist in Sachsen scheinbar weit verbreitet. In der Lausitz kenne ich das Phänomen aus etlichen Steinbrüchen. Mindestens für den Steinbruch Oßling ist es auch in der Literatur beschrieben (aber der Mechanismus nicht erklärt). Im Erzgebirge kenne ich es aus etlichen Steinbrüchen und temporären Aufschlüssen, vor allem im Gneis. Beim Wachstum der Titanite haben sich die Bedingungen wahrscheinlich kontinuierlich und stetig geändert. Die Titanitkerne scheinen unter Bedingungen gewachsen zu sein, die später zu größerer Instabilität führen als bei der Hülle. Die Unterscheidung zwischen Kern und Hülle soll hier nur als sprachliches Hilfsmittel dienen, da nicht klar ist, wie fließend der Übergang aussieht und ob und wo man da eine Grenze ziehen kann. Die Titanitkerne werden bevorzugt und zuerst aufgelöst. Die Auflösung des Titanits geht schließlich soweit, dass vom ursprünglichen Titanitkristall nichts mehr zu sehen ist. Es scheint naheliegend, dass das Titanium eine geringe Löslichkeit aufweist und ortsnah für die Anatasbildung verwendet wird. Silizium und Calcium vom Titanit werden weiter weg transportiert. Es gibt Anatasbildungen, die keinen Bezug zur Kristallform des Titanitkristalls herstellen. Es gibt aber auch Pseudomorphosen, bei denen die Kristallform des Titanitkristalls noch zu erkennen ist. Und es gibt Anataspseudomorphosen, die nicht zum Titanit passen und vermutlich ein anderes Titanmineral nachbilden, z.B. Ilmenit. Ich kenne bisher nur ein Stück vom Steinbruch Oßling, wo sich aus Titanit Brookit gebildet hat. Vermutlich stehen mit der Titanit/Anatas-Umwandlung auch andere Umwandlungen in einem Zusammenhang. Im Steinbruch Oßling wären hier die Pseudomorphosen von Monazit nach (Hydroxyl-)Bastnäsit zu nennen. Im Erzgebirge konnte ich an etlichen Stücken ebenfalls Umwandlungen von SEE-Mineralen beobachten. Hier scheinen aber auch die Allanite angegriffen zu werden, was ich so für den Steinbruch Oßling noch nicht eindeutig beobachten konnte (aber nicht ausschließen will).
Das beantwortet sicherlich nicht die eigentlichen Fragen. Der Beitrag zeigt nur, dass das Phänomen weiter verbreitet ist als vielleicht vermutet und somit vermuten lässt, dass der dahinter stehende Mechanismus nicht allzu exotisch ist.
Mit freundlichen Grüßen
Das Felsenmammut
Navigation
[0] Themen-Index
[#] Nächste Seite
[*] Vorherige Sete
Zur normalen Ansicht wechseln