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Ostsee Steine - wer kennt diese Steine ?

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felsenmammut:
Glück Auf!

4: Granit, granitoides Gestein; Wird das Bruchstück im Vergleich zur Mineralkorngröße klein, wird es immer unsicherer mit der richtigen Bezeichnung. Die Wahrscheinlichkeit für andere Gesteine wie Pegmatit oder Bruchstück aus einem Migmatit nimmt zu. Letztlich kann man nur noch die Minerale benennen: Quarz und Feldspat.

5: Paragneise und Granatamphibolite sind die häufigsten Granatträger in den Geschieben aus Schweden. Granatamphibole haben eine Dichte über 3 kg/l und enthalten oft Magnetit. Sie sind im Allgemeinen dunkel, können stellenweise aber auch vermehrt Feldspat oder Quarz enthalten. Paragneise enthalten in der Regel viel Feldspat und Quarz und sind dadurch vergleichsweise hell. Magnetit kann enthalten sein. Dunkle Bestandteile sind meist Glimmer, untergeordnet Amphibol und Chlorit + diverse Akzessorien. Aufgrund der Menge an weißen Flächen und den nicht feststellbaren Magnetismus würde ich es in Richtung Paragneis schieben. Im trockenen Zustand können die weißen aufgeriebenen Stellen aber auch täuschen. Viele dunkle Silikate haben eine weiße oder helle Strichfarbe, die dann den Stein bei einer aufgeriebenen Oberfläche im Trockenen heller erscheinen lassen. Die roten Punkte sind Granate.

6: Hier wäre herauszubekommen, aus was für einem Mineral die hellen Flecken (Einsprenglinge/Phänokristen) bestehen. Arbeitshypothesen wären Quarz, Feldspat oder Calcit. Da die Phänokristen vermutlich Einzelkristalle sind sollten Quarz und Feldspat anhand der Spaltbarkeit unterscheidbar sein. Mit etwas Übung hilft auch ein Härtetest.Calcit sollte positiv auf den Säuretest reagieren und eine deutlich geringere Härte als Quarz und Feldspat aufweisen. Die schwarze Matrix, die entscheidend für die Namensgebung sein wird, erscheint mir recht grobkörnig, womit das Gestein wohl eher in Richtung Plutonite zu schieben ist. Da wäre dann Gabbro so eine erste Arbeitshypothese. Letzlich müssten aber die Minerale (Quarz, Feldpst, Amphibol, Pyroxen) in der Matrix identifiziert und quantifiziert werden. Vielleicht ist es aber auch etwas in die Richtung Schonenbasalt oder Öje-Diabas oder Rödö-Syenitporphyr (wobei der wohl nicht so schwarz wird) oder oder oder.

7 Hier schlage ich als Arbeitshypothese mal Grönklitt-Porphyrit vor. Der sollte (in der Regel) Magnetit enthalten. Grönklitt-Porphyrit enthält keinen bis wenig makroskopischen Quarz. Es wäre also ein Härtetest an den vermeintlichen Quarzflecken durchzuführen.

8 Hier schlage ich als Arbeitshypothese einen ignimbrit vor. Die hellgrauen Körner sind wie vermutet meist Quarz --> Härtetest. Die weiß bis rosa gefärbten Einsprenglinge sind Feldspat, wahrscheinlich Alkalifeldspat. Vermutlich ist es ein Ignimbrit aus Älvdalen. Diese laufen auch heute noch unter der historisch bedingten Bezeichnung Älvdalen-Porphyre.

9: Schwierig, da man wenig deutbares erkennt. Magnetismus? Härtetest? Dichte? Säuretest? Arbeitshypothesen: Basalt, Diabas, Gabbro, Dolerit, Amphibolit, vielleicht auch was Sedimentäres oder Silifiziertes.

Blaue Fluoreszenz: Lassen sich die Flecken durch Reinigung entfernen?

Mit freundlichen Grüßen

Das Felsenmammut

mecki:
Vielen Dank für deine Hilfe, felsenmammut! Und Danke auch an Fabian99 für deine Hinweise.

Zu den blauen leuchtenden Punkten :
ja, sie waren wegwischbar. Werden wohl Baumwolle-Partikel gewesen sein, sie lagen auf einer solchen Decke zum Trocknen.
'Dreck' gibt's an meinen Steinen NICHT, die werden alle immer sehr aufwendig gewaschen.

Leider hat Quarz gar nicht auf das UV-Licht reagiert. Ich hatte gehofft, das Mineral damit leichter nachweisen zu können.
Wäre wohl zu einfach gewesen.
Habe ich nur die falsche Wellenlänge mit 365nm? Ist kurzwelliges UV-Licht evtl. hilfreicher?

Lynx:

"Dreck" = Materie am falschen Ort...

Kluftknacker:
Ehe hier weiter spekuliert wird, soll auf diese Webseite verwiesen werden:

http://www.kristallin.de/index.htm

karlov:
Moin mecki,

manchmal ist es sinnvoll, die Gesteine bzw. ein Teil des Gefüges nass zu fotografieren, um die Minerale besser zu erkennen. Ist ein bisschen Fummelei, wenn man die Lichtreflexe nicht mit auf dem Bild haben will. Dies wäre bei Fund Nr. 6 und 9 hilfreich.

3: Also "Quarzrhyolith" kommt mir doppelt gemoppelt vor, da das Erkennen von Quarz eine Bedingung für die Bestimmung als Rhyolith ist. Porphyr ist doch eine ausreichende Bezeichnung, wenn Quarz enthalten, auch Quarzporphyr.

5: Mach den Stein doch mal nass, sind schwach graubläuliche, mit Glimmer pigmentierte Partien enthalten? Dies ist ein Hinweis auf enthaltenen Cordierit: https://www.kristallin.de/gesteine/minerale_14.htm
Gneise dieses Typs kommen verbreitet in Sörmland (und anderen Gebieten) vor. man kann die Bezeichnung "migmatitischer Granat-Cordierit-Gneis vom Sörmland-Typ" oder schlicht Gneis vom Sörmland-Typ wählen  ;D

7: Sieht tatsächlich wie ein Grönklitt-Porphyrit aus. Das Gestein enthält nur selten Quarz, auf jeden Fall nicht als Einsprengling. Das graue dürfte Feldspat (Plagioklas) sein (zur Bestimmung braucht man auch hier wieder eine Bruchfläche).

8: Ignimbrit: ja, auf jeden Fall. Älvdalen-Ignimbrit: nein. Als solche im Geschiebe erkennbare Ignimbrite enthalten keinen Quarz und sollten am besten einsprenglingsreich sein (ansonsten Verwechslungsgefahr mit Ignimbriten aus Smaland).

9: Sieht mir nach einem basaltischen Gestein mit stark alterierten Feldspat-Einsprenglinegn (?) aus. Eine Detailaufnahme der nassen Oberfläche könnte helfen. Magnetisch?

6: keine Spekulationen, was das für ein "Leitgeschiebe" sein KÖNNTE. Ich sehe da nicht im Ansatz äußere Ähnlichkeiten zum Schonen-Basanit, geschweige denn zum "Rödö-Syenitporphyr" (kein Leitgeschiebe)! Erstmal rauskriegen, was das für ein Gesteinstyp ist (feinkörnig, dunkel, schwer, mit Mandeln: basaltischer Mandelstein). Was sagt der Test mit Salzsäure?

karlov

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