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Geschiebefund

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oliverOliver:
du hast völlig Recht -
Quarzit: Quarzkörner engstens miteinander verzahnt (durch metamorphe Überprägung)
hingegen:
gut abgrenzbare Quarzkörner in "glasiger" Quarzmatrix: eingekieselter Quarzsandstein.
wird leider oft verwechselt bzw. durcheinandergewürfelt.

Eckard:
Hej Oliver,

danke für Deine Einschätzung.

Die richtige Einordnung der Sedimente fällt mir mitunter etwas schwer. Muss wohl mal einen Lehrgang machen. :) - Sandsteine, Quarzsandsteine, Quarzite, Quarze in allen Variationen sind ein interessantes Gebiet, mit dem sich, wenn ich es richtig erkannt habe, Geschiebesammler weniger befassen. Aber vielleicht hört man nur zu wenig darüber von diesen. 

Für mich ist es blöd, weil ich in meiner Nähe niemand habe, der sich mit Steinen befasst. Ich lese möglichst viel in Büchern und im Internet, aber nicht immer ist es möglich, nach den da aufgeführten Daten und Fotos‚ seine eigenen Funde’ zu bestimmen. Da bleibt es dann eben bei den Angaben wie ‚Granit’, Sandstein’, ‚Porphyr’ oder was auch immer. Also ähnlich, wie auch Michael es geschrieben hat.

Ich bin kein Geologe, werde auch keiner mehr, darum kann ich mit ‚Brüchen’ nichts anfangen. Ich möchte mich nur noch an der Schönheit der so unterschiedlichen Gesteinsarten erfreuen. Die Wissenschaft überlasse ich anderen.

Schönen Abend
Eckard

felsenmammut:
Glück Auf!

Noch ein paar Anmerkungen zu diesem schönen Thema:

Quarzsand und (Quarz-)Sandstein haben einen fließenden Übergang. Die Diagenese, die Sande zu Sandstein verfestigt, ist ein kontinuierlicher Prozess. Das kann man sich z.B. in der Buckschen Schweiz anschauen. Der dort vorkommende Quarzsand ist stellenweise so fest, dass sie an der Oberfläche Felsen bilden. In Teilen der Quarzsandlagerstätte ließ sich der wenig verfestigte Sand tatsächlich baggern. In den derzeit gewonnenen Lagerstellenteilen ist der Quarzsand so verfestigt, dass man mit ihn mit einem Hochdruckwasserstrahl schneidet.

Auch Sandstein und Quarzit haben einen fließenden Übergang. Wo Diagenese aufhört und Metamorphose anfängt, lässt sich wohl nicht eindeutig festlegen. Und der Grad der Metamorphose von Quarziten ist auch sehr verschieden. Es gibt schwachmetamorphe Quarzite, wo an (einigen) Quarzen noch Rundungen zu erkennen sind und ein geringes Porenvolumen noch vorhanden ist. Es gibt Quarzite mit sehr schön eckig begrenzten Quarzkörnern und einem porenfreien Gefüge. Und es gibt Quarzite, an denen man die Korngrenzen nur noch erahnen kann, da sie keine scharfe Grenze mehr ausbilden.

Und dann kommt ja noch die chemische Mobilisierung von Silizium dazu. So werden verkieselte Quarzsedimente auch als Quarzit bezeichnet, obwohl sie keine Metamorphose erfahren haben. Allerdings ergänzt man die Benennung mit dem Hinweis der sedimentären Bildung und nennt sie dann Sedimentärquarzit.

Was die Bearbeitung angeht, so gibt es ebenso ein großes Spektrum. Natürlich ist ein krümeliger Sandstein unbehandelt keine Freude für einen Schleifer. Aber auch Quarzit ist nicht gleich Quarzit was die Polierfähigkeit anbetrifft. Chiasma-Sandstein bzw. Kalmarsund-Sandstein lassen sich schon brauchbar gut polieren. Sie sind auch so weit verfestigt, dass das Schleifen keine Probleme bereitet. Eine richtig gute Politur, die mit der von reinen Chalcedonen gleichzusetzen ist, zeigen z.B. lausitzer Sedimentärquarzite. Aber auch hier gibt es Unterschiede.

Und um auf die Frage zum Anfangsbeitrag zurückzukommen. Auch ich würde die dunklen Einschlüsse als pflanzliche Relikte deuten. In den grobkörnigen Sandsteinen ist der Erhaltungszustand meist miserabel. In Tonen sieht es deutlich besser aus, so dass der fachkundige Sammler eine nähere Bestimmung wagen kann.

Mit freundlichen Grüßen

Das Felsenmammut

Eckard:
Hallo Markus,

danke für Deinen interessanten Bericht zu Sandsteinen, Quarziten, Sedimentärquarziten etc. Ich brauche solche Informationen um mich in dem für mich eigentlich unbekannten Wissensgebiet zurechtzufinden.

Ich hänge mal einen Stein an, gefunden an der Flensburger Förde bei Habernis, geschnitten und poliert im Erzgebirge. - Ich mag die Sedimente. :)

Besten Gruß
Eckard

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