Gesteine / Rocks / Rocas > Geschiebe / Glacial erratic
Geschiebefund
Angler:
Hallo Detlef und Sebastian,
zunächst vielen Dank für Eure Expertisen. Wir haben etwas nachgelesen und denken, dass Eure Verortung unseres Fundstückes sehr gut passen könnte. Da der Rhätsandstein aus sedimentären Ablagerungen in fließenden Gewässern entstanden sein soll, erklärt sich für uns die feine Schichtung und die richtungsgebundene Einlagerung der "Einsprenglinge".
Dann bliebe nur noch eine Frage offen, die nach dem Wesen der "Einsprenglinge". Wenn wir Dich Detlef, richtig verstanden haben, dann sollte es sich um pyritisierte Pflanzenreste handeln können.
Da Pyrit sehr hart ist, denken wir einige Kristalle freilegen zu können, um diese anzuschleifen. Dann sollte sich zeigen, ob Detlefs These richtig ist oder es sich um eins der anderen Minerale im Rhätsandstein handelt.
Eine engere zeitliche Verortung ist für uns ebenso sekundär, wie die Frage, Geschiebe oder Verschleppung. Wobei wir letztere Möglichkeit nur als theoretisch denkbar ansehen, wegen des oben beschriebenen Fundortes und Sebastians Hinweis auf Bornholm.
Wenn wir neue Erkenntnisse haben, werden wir Euch berichten. Bis dahin,
VG von der brandenburger Rentnerband und Michael
Detlef:
Hallo Michael,
der Pyrit im Rhätsandstein ist im Prinzip fein verteilt und in den meisten Fällen bereits oxidiert, was dem Stein die cremig bräunliche Färbung verleit. Der pflanzliche Häcksel hat sichelich zur Anreicherung von Pyrit/Markasit gedient. Ich glaube ein Anschliff bringt nichts, auch ist der Sandstein nicht polierfähig. Pyrit kommt hier nur mikroskopisch klein zwischen den einzelnen Sandkörnern vor, mit maximaler Anreicherung an einzelnen Stellen. Auch ist der Pflanzenhäcksel nur ein Hauch von Kohlenstoff.
Liebe Grüsse Frank-Detlef Paul
Eckard:
Hallo Frank-Detlef,
Du schreibst: ..., auch ist der Sandstein nicht polierfähig.
Meine Frage: Gilt das speziell für diese Art Sandstein?
Besten Gruß
Eckard
Detlef:
Hallo Eckard,
dieser Sandstein, sowie auch andere sind generell nicht polierbar.
Quarzit dagegen müsste mit mä0igen Erfolg polierbar sein, da die Zwischenräume zwischen den einzelnen Sandkörnern durch Quarz ausgefüllt sind.
Eckard:
Danke, Frank-Detlef
Den Satz:
dieser Sandstein, sowie auch andere sind generell nicht polierbar
möchte ich so nicht unterstreichen. Den Stein von Michael kenne ich nicht, kann ihn also nicht beurteilen. - Ich habe ja erst vor zwei Jahren begonnen, mich mit Steinen zu befassen, habe darum alles Mögliche an meinen Schneider und Polierer geschickt, geschnitten und poliert zurückbekommen; auch Sandsteine und, soweit ich sie so einstufen kann, auch Quarzite.
Gelegentlich werde ich mal zwei Kalmarsundsandsteine zum Schneiden und Polieren schicken. Mal schauen, was daraus wird.
Du schreibst weiter:
Quarzit dagegen müsste mit mäßigen Erfolg polierbar sein, da die Zwischenräume zwischen den einzelnen Sandkörnern durch Quarz ausgefüllt sind.
Bei Vinx lese ich das etwas anders. Er schreibt:
Typischer Quarzit zeigt ein einheitliches Mosaik von unmittelbar aneinander grenzenden oder auch miteinander verzahnten Quarzkörnern ohne Bindemittel.
Also ohne zwischenraumfüllenden Quarz.
Jetzt bin ich ein wenig verunsichert bezüglich des Quarzits. Aber ich lerne gerne noch etwas hinzu.
Besten Gruß
Eckard
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