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Autor Thema: Wachstumsgeschwindigkeit von Hyalit  (Gelesen 1037 mal)

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Offline Pcheloyad

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Wachstumsgeschwindigkeit von Hyalit
« am: 18 Oct 20, 19:50 »
Guten Abend in die Runde,

Passend zu Uwe´s Link im Thread :

https://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,52386.msg357235/topicseen.html#new

hier meine Frage an Euch :

Wie schnell kann/könnte sich Hyalit auf Bruchstücken einer zerbrochenen Quarz- ( Chalcedon auf Achat ) Druse bilden ?

Hintergrund : Vor ein paar Tagen konnte ich den Großteil einer ( vermutlich durch tekt. Bewegungen und Erosion ) beschädigten Druse bergen. Aktuell sind es keine 2m zur Erdoberfläche. Wie die Situation früher ausgesehen hat, kann ich nicht beurteilen. Es kann sein, da dort früher Felder und Gärten waren, es mit mehr Boden bedeckt war und die Erosion sich mehr in Grenzen hielt.Die tektonischen Bewegungen im anstehenden Basalt sind auf jeden Fall gesichert. Erdbeben gehören zu unserem Planeten.

Nach der Reinigung und bei der jetzigen Rekonstruktion der Druse stellt sich mir die obige Frage.
Die Bruchstücke sind fast noch scharfkantig, passen sehr gut zusammen, nur ab und an muss ich diese 0,5-1mm dicken Hyalitkrusten entfernen.

Die zu sehenden Stufe ( war Teil der Druse ) lag lose im limonitischen Seladonitmulm und wurde, nach Entfernung der Hyalitkruste, einfach und schmerzlos mit Sillikon zusammengefügt.

Sorry, für die miese Quali der Fotos, nur momentan sieht es auf meinem Arbeitstisch ziemlich wüst aus. Kaum Platz für Beleuchtung. Naja, Hauptsache gute Stufen auf dem Tisch sag ich immer  :)


Danke für Eure Antworten,Ideen und Hinweise.

Alles Gute

Marcus

Offline oliverOliver

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Re: Wachstumsgeschwindigkeit von Hyalit
« Antwort #1 am: 18 Oct 20, 20:11 »
Hyalit ist ja Opal, also denke ich, dass das sehr schnell gehen kann.
Ich weiß zwar nicht wie das jetzt konkret bei den Krusten ist, aber ich hatte das Thema einmal mit einem Paläontologen vom NHM besprochen, bezüglich der Süßwasseropale von den Csaterbergen - da gibt es Stücke, die sehen aus, als wären sie "schlagartig" versteinert, mit aufrechten Halmen/Pflanzenstängeln (bzw. deren Hohlformen) drin in originaler Wuchsposition und mit Abstand, also keinesfalls zusammengeschwemmtes Material (das es auch gibt) - wie wenn es über Nacht friert und am nächsten Morgen stecken die Schilfhalme in einem Eisblock. Ich erhielt damals die Auskunft, dass eine SiO2-gesättigte Lösung bei einer geringen Änderung des pH-Wertes wirklich "schlagartig" ausfällen bzw. erstarren kann. Es sollte wohl auch (eine) Publikation(en) zu dem Thema geben, aber das ist mir leider vollständig entfallen.

Offline Pcheloyad

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Re: Wachstumsgeschwindigkeit von Hyalit
« Antwort #2 am: 18 Oct 20, 21:10 »
@Oliver : Vielen Dank. Klasse.

Auch ein sehr spannendes Gebiet, welches Du besammelst

Csaterberge

https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/%C3%96sterreich/Burgenland/Oberwart%2C%20Bezirk/Kohfidisch%2C%20Gemeinde/Kohfidisch%2C%20KG/Csaterberge

Sollte ich mich auch mal um ähnliche Fundstellen ( Fossilien in Opal ) hier in den Ost-Rhodopen kümmern. Solange ich noch hier bin.

Viele Grüße

Marcus

P.S. @Oliver : Hast Du vllt eine kurze Erklärung oder einen Link zur Erklärung/Bezeichnung "Süßwasseropal" ?

Wenn wir gerade mal beim Thema sind  ;)



« Letzte Änderung: 18 Oct 20, 21:17 von Pcheloyad »

Offline alfredo

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Re: Wachstumsgeschwindigkeit von Hyalit
« Antwort #3 am: 18 Oct 20, 22:01 »
In der Schwefelmine El Desierto wächst gelegentlich Hyalitopal auf den Endflächen großer Schwefelkristalle. Ich nehme an, dass der Opal durch Hydrolyse von SiF4-Gas bei Temperaturen von nur etwa 90° C oder noch weniger abgeschieden wird. (Bei mehr als 108 kann es nicht gehen weil sonst schmilzt das Schwefel.) Da der Schwefel selbst sehr jung und der Opal offensichtlich jünger ist, muss er sich im geologischen Zeitrahmen ziemlich schnell bilden. Fumarolen sind vergängliche Fundstelle und haben in tektonisch aktiven Regionen keine lange Lebensdauer.

Offline oliverOliver

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Re: Wachstumsgeschwindigkeit von Hyalit
« Antwort #4 am: 18 Oct 20, 22:28 »
@Oliver : Hast Du vllt eine kurze Erklärung oder einen Link zur Erklärung/Bezeichnung "Süßwasseropal" ?

ups, wieder mal erwischt ...  ;D
"Süßwasseropal" ist eigentlich eine inkorrekte bzw. laienhafte Bezeichnung - hätte wohl besser "Limnosilizit" schreiben sollen.
Wobei (Hydro- oder) "Limnosilizit" weiter gefasst ist, aber eben korrekter. Ist eigentlich ein sedimentäres Gestein, dass aber auch (mehr oder weniger, bzw. beinahe) monomineralisch sein kann - daher im speziellen Fall eben "Süßwasseropal", wobei das Zeug oft auch als "Opalit" (oder Opalfels) bezeichnet wird.
Entspricht also grob dem, was in Ungarn und der Slowakei gerne als "Hydroquarzit" oder "Limnoquarzit" bezeichnet wird (oder eher wurde, auch dort wird immer öfter "Limnosilizit" verwendet, weil Quarzit - also die Bezeichnung für ein metamorphes Gestein - natürlich irreführend ist).

Wobei das mit dem oben angeführten "monomineralisch" auch wieder so eine Sache ist - nach den Untersuchungen von M. A. Götzinger & H. Pristacz (2009) bestehen die Csaterberg-Opalte im Wesentlichen aus Opal-CT (also Cristobalit und Tridymit), Quarz und Goethit in wechselnden Anteilen - vom fast "reinen" Quarz bis hin zum fast "reinen" Opal. Zudem tritt manchmal ein geringer Anteil an Calcit auf. Bei einer noch unpublizierten Untersuchung eines Grazer Geowissenschafters konnten hingegen auch noch weitere Mineralien als Gemengebestandteile nachgewiesen werden, wenn auch nur in sehr geringen Mengen.
« Letzte Änderung: 18 Oct 20, 22:45 von oliverOliver »

Offline Pcheloyad

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Re: Wachstumsgeschwindigkeit von Hyalit
« Antwort #5 am: 19 Oct 20, 12:42 »
@Alfredo & Oliver :

Habt recht herzlichen Dank für Eure Hilfe.

VG

Marcus

 

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