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Heliodor - "Perimorphose", Fundort ?
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giantcrystal:
Hallo aus Mittelfranken
aus einer alten Sammlung habe ich vor einiger Zeit einen recht interessanten Heliodorkristall erhalten
Während der etwa 5 cm große, an der Basis glatt abgelöste Kristall im Inneren die z.B. für Wolodarsk typische, stark fortgeschrittene Auflösung mit zahlreichen Ätzfiguren zeigt, ist überraschenderweise ein Großteil der Außenfläche des Kristalls erhalten - sogar mit Glanz auf den Flächen.
Quasi eine Umhüllungsperimorphose nach sich selbst...
Ich wollte das interessante Stück eigentlich mit nach München bringen, aber das hat sich ja jetzt leider erledigt. Daher hier die Fragen :
-- wer hat solche Heliodor - Kristalle schon mal gesehen ?
-- Kennt jemand den Fundort ?
-- Wie selten sind solche Bildungen ?
Danke für die Antworten und bleibt gesund
Thomas
smaragd123:
Hallo Thomas
Ich habe tatsächlich so eine starke Ätzung bei Heliodor noch nie gesehen. Ich versuche gerade auch noch das Stück zu "kapieren". So wie ich dass momentan sehe, ist das keine Art von Pseudomorphose, sondern einfach eine innere Auflösung von dem hexagonal, prismatischen Kristall. Oder ist im inneren auch noch eine zweite Generation Heliodor gewachsen?
Von der Farbe und Form her würde ich Khoroshiv (Ukraine) ausschließen und eher in Richtung Brasilien (vielleicht Galiléia/Brasilien) gehen. Aber tatsächlich findet man nirgendwo im Internet solch einen Heliodor, scheint also recht selten.
felsenmammut:
Glück Auf!
interessantes Stück in der Tat. Ich kenne andere Minerale, die etwas Vergleichbares aufweisen. Der Kern wird aufgelöst, zu neuer Mineralsubstanz verarbeitet, aber die Außenhülle sieht tiptop glänzend und farbig aus. Interpretationen gehen meist in die Richtung, dass der Kern instabiler ist und als erstes zersetzt wird. Die Ursachen der Instabilität gehen in verschiedene Richtungen. Da werden z.B. angeführt: Wachstumsbedingungen und Wachstumsgeschwindigkeit und damit einhergehnd Gitterbaufehler, chemisch inkompatible Elemente, Eigenspannungen. die Außenhülle konnte am perfektesten kristallisieren mit wenig Eigenspannung, Gitterbaufehlern, chemisch inkompatiblen Elementen. Das mit den inkompatiblen Elementen muss man allerdings differenzierter betrachten, da manchmal gerade die Außenschichten intensiv gefärbt sind und die Färbung durch Fremdatome verursacht wird. Man kann das auch aus dem Blickwinkel eines Stabilitätsfeldes (Temperatur, Druck, chemische Umgebung) betrachten. Was anfangs, als der Kern wuchs, stabil war, rutschte mit Veränderung von Druck, Temperatur und chemischem Umfeld zunehmend an den Rand des Stabilitätsfeldes oder darüber hinaus.
Um eine der vorangegangen Fragen noch einmal aufzugreifen. Falls tatsächlich aus der aufgelösten Heliodormasse wieder Heliodor gebildet wurde, könnte man eher von einer Pseudomorphose von Heliodor nach Heliodor sprechen.
Und noch eine Frage, da ja nur Fotos und die Beschreibung verfügbar sind: Ein beabsichtigtes oder zufällig entstandenes Ergebnis menschlicher Schöpfungskraft ist auszuschließen?
Mit freundlichen Grüßen
Das Felsenmammut
giantcrystal:
Hallo aus Mittelfranken
erst einmal danke für die beiden ausführlichen Antworten
Eine künstliche Ätzung kann mit großer Sicherheit ausgeschlossen werden. Weitere Informationen leider auch, da die Stufe ziemlich zusammenhanglos in einer Schublade mit Siegerlandmaterial (!) lag...
Glück Auf
Thomas
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