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Autor Thema: Chrysopras  (Gelesen 2564 mal)

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Offline geologija83

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Chrysopras
« am: 16 Nov 20, 00:31 »
Hallo zusammen,

Ich habe mir ein Chrysopras Stück c.c. 2 kg schwer gekauft, der aber eine dünne Erdkruste hat die nicht so schön ist und die ich weck kriegen möchte. Der Verkäufer hat mir gesagt das manche seine Kunde die Kruste mit HCL weck machen. Hat jemand Erfahrung mit dem, oder wen jemand bessere Idee hat einfach melden.

Gruss
Tarik

Offline felsenmammut

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Re: Chrysopras
« Antwort #1 am: 16 Nov 20, 02:56 »
Glück Auf!

Da ist noch reichlich Spielraum für Spekulationen, bevor man eine hilfreiche, zielführende Antwort geben kann. Bilder wären hilfreich und Angaben zum Fundort. Eine genauere Beschreibung der störenden Kruste und das Verhalten beim (versuchten) ritzen mit einem Stahlwerkzeug könnten auch etwas mehr Aufschluss geben. Eine Erdkruste (Bodenbestandteil, nicht die äußere feste Schicht des Planeten Erde) würde man ja mit Wasser und Bürste wegbekommen. Wenn das nicht reicht, wird es wohl etwas anderes sein. Damit gehen die Spekulationen erst richtig los. Es könnten biogene Anhaftungen sein, die man dann eher mit basischen Lösungsmitteln oder z.B. Geschirrspültabs gut angreifen kann.

Die nachfolgenden Spekulationen sind vorrangig dem professionellen Umgang mit Chemikalien vorbehalten:
Wenn die Kruste aus Eisen/Mangan-Oxiden besteht, kann man das mit konzentrierter Salzäure wegbrutzeln. Das bedeutet aber den Umgang mit ohnehin schon gefährlicher Substanz in noch besonders gefährlicher Konzentration. Weniger gefährlich, aber deshalb nicht gleich ungefährlich, allerdings möglicherweise weniger wirksam sind Weglösestrategien auf Grundlage von z.B. Oxalsäure und Natriumdithionit. Wenn es (Reste der) Magnesiumsilikate der häufig Chrysopras umgebenden Serpentingesteine sind, so kann man diese ebenfalls mit konzentrierter Salzsäure weglösen, dauer aber und braucht wahrscheinlich eine mechanische Nachbearbeitung. Höher konzentrierte Schwefelsäure ist in dem Fall noch wirksamer aber noch viel gefährlicher, da sie neben der ohnehin schon starken Säurewirkung oxidierend und stark exotherm reagiert. Wenn es keine Magnesiumsilikate mehr sind, sonder schon verkieselte Bildungen, kommt man mit Flusssäure schnell zu Ziel. Allerdings dürfte dann auch Einiges vom Chrysopras gleich mit weggelöst sein.

Zum Schluss besteht noch die Möglichkeit die Fläche einfach abzuschleifen. Je nach finanzieller Motivation und Engagement des Schleifers kann das im Planschliff oder Muggelschliff erfolgen. Resultate solcher Bearbeitung können sich sehen lassen.

Mit freundlichen Grüßen

Das Felsenmammut

Offline giantcrystal

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Re: Chrysopras
« Antwort #2 am: 16 Nov 20, 11:17 »
Hallo aus Mittelfranken

wenn die Kruste braun ist, vermute ich mal, das es sich um Eisenhydroxide handelt. Die kriegt man mit Kleesalz / Oxalsäure weg. Zumindestens dann, wenn es nur ein dünner Überzug ist.

Ansonsten bleibt wirklich nur das Abschleifen übrig

Glück Auf

Thomas

Offline geologija83

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Re: Chrysopras
« Antwort #3 am: 16 Nov 20, 11:35 »
Vielen Dank für die Infos.
Grüße aus München.

Offline geologija83

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Re: Chrysopras
« Antwort #4 am: 16 Nov 20, 11:38 »
Das ist das gute Stück

Offline geologija83

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Re: Chrysopras
« Antwort #5 am: 16 Nov 20, 11:39 »
Kann mir noch jemand sagen ob des gute Qualität ist?
Danke

Offline giantcrystal

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Re: Chrysopras
« Antwort #6 am: 16 Nov 20, 15:42 »
Hallo aus Mittelfranken

Die Stufe sieht für Chrysopras recht ungewöhnlich aus. Google mal Bilder, zum Beispiel mit den Suchworten "Rough Chrysoprase" dann weißt Du was ich meine und kannst Dir gleich ein Bild über gängige Qualitäten machen

Kennst Du den Fundort deiner Stufe ?

Falls Du das Material verschleifen willst, dann könnte das durchaus attraktiv aussehen, ähnlich wie Türkis mit Limonitadern

Glück Auf

Thomas

Offline geologija83

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Re: Chrysopras
« Antwort #7 am: 16 Nov 20, 19:14 »
Hallo zusammen,

Mir wurde die Stufe angeboten von einen Mienenarbeiter aus Indonesien. Der hat auch kleinere Stufen. Ich wollte eine große für meine Kollektion. Die hier ist 6 kg schwer. Di kleinen sind von 0,5-1 kg.

Offline geologija83

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Re: Chrysopras
« Antwort #8 am: 16 Nov 20, 19:17 »
Des sind die kleine Stücken

Offline aca

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Re: Chrysopras
« Antwort #9 am: 16 Nov 20, 22:44 »
Die Farbe sieht schon mal "richtig" aus, es gibt ja anscheinend sehr große Ni-Minen in Sulawesi, die in verwitterten Ultramafiten liegen, was zu der braunen Kruste passt.

Sind die Stücke nass?
Wenn frische Bruchstellen glänzend sind, kann es kein Chalcedon sein, sondern ist wahrscheinlicher Opal ("Chrysopal", kommt auch zusammen mit Chrysopras vor).
Was ist das spezifische Gewicht?

Wenn der Name der Mine bekannt ist, könnte man einen entsprechenden Fundstelleneintrag im Mineralienatlas machen.

Offline felsenmammut

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Re: Chrysopras
« Antwort #10 am: 17 Nov 20, 03:14 »
Glück Auf!

Also bei dem Stück auf dem Bild C20CB224-E6DA-4677-A501-CB6FFB2C1BB0 habe ich so meine Bedenken mit Chrysopras. An der oberen Linken Ecke wurde anscheinend schon einmal herumgefitschelt mit einer Säge. Das Schnittbild sieht sehr krümelig aus, und lässt mich eher an andere Ni-Silikate wie Garnierit erinnern. Bei den Stücken auf dem Bild BB14373B-C2AB-4BA7-A1B4-B6A2B4794D83 stimme ich dem vorangegangenen Beitrag zu, dass Opal durchaus möglich ist, wenn die Stück unlackiert (und auch nicht anderweitig beschichtet) und trocken fotografiert wurden. Aber bitte wie in meinem obigen Beitrag die Härte testen. Dazu mit einem spitzen/scharfen Stahlwerkzeug die verschieden grünen Substanzen (versuchen zu) ritzen und das Resultat hier mitteilen. Chalcedon, bzw. Chrysopras lassen sich nicht ritzen und hinerlassen auf der rauhen Oberfläche einen metallischen Abrieb. Opal ließe sich mit einem guten Stahl noch ritzen. Die Oberfläche von Opal ist aber sehr glatt und lässt daher auch keinen Abrieb von (einem weicheren) Stahlwerkzeug sichtbar werden. Hierzu muss man die Kanten nutzen, was bei Opal etwas kniffelig ist, da er auch recht spröde ist und leicht bricht. Nickelsilikate wie Garnierit sind deutlich weicher und lassen sich problemlos ritzen.

Nach dem Bild C20CB224-E6DA-4677-A501-CB6FFB2C1BB0 zu urteilen, halte ich eine Kruste für eher unwahrscheinlich. Hier vermute ich ebenfalls eher (teilweise) verwittertes (ultra)basisches Gestein. Das wegzulösen, würde zum Zerfallen der Stufe führen. Sägen, Versiegeln, Schleifen und Polieren wären da vielleicht die besseren Optionen, um ein attraktives Aussehen herzustellen.

Mit freundlichen Grüßen

Das Felsenmammut

Offline geologija83

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Re: Chrysopras
« Antwort #11 am: 17 Nov 20, 13:28 »
Hallo zusammen,

Ich habe den Minenarbeiter jetzt geschrieben und gefragt was des für eine Mine ist wo das Stück kommt. Sobald ich eine Antwort bekomme melde ich mich wieder.

PS: ich möchte mich bei allen bedanken für die Unterstützung.

Gruß
Tarik

Offline geologija83

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Re: Chrysopras
« Antwort #12 am: 17 Nov 20, 15:56 »
Die Mine oder die Insel heißt " Kendari sulawesi island".

Offline Uwe Kolitsch

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    • Uwe Kolitsch, NHM Wien
Re: Chrysopras
« Antwort #13 am: 17 Nov 20, 17:21 »
Kendari ist die Hauptstadt einer Provinz auf Sulawesi.
https://en.wikipedia.org/wiki/Kendari

Nickel-Minen sind nicht in der Nähe von Kendari, aber das Büro einer Minengesellschaft ist in Kendari:
https://www.scmnickel.com/ (auf Project klicken)


 

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