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Taouz, Marokko: Vanadinit oder Pyromorphit?

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grauerstar:
Guten Abend!

Ich danke euch für eure Einschätzungen. Der Aufwand einer Analyse ist mir in diesem Fall zu groß. Daher werde ich bei der Formulierung von Sebastian bleiben.

Viele Grüße,
Robert


--- Zitat von: smoeller am 05 Dec 20, 12:58 ---
Eher so: Vanadinit/Pyromorphit, was bedeutet, dass es sich um Mischkristalle handelt.

Glück Auf!
Sebastian

--- Ende Zitat ---

Axinit:
Servus,

es ist fuer mich immer wieder interessant festzustellen, was man auf einem "briefmarkengrossen" Photoausschnitt zu erkennen glauben kann !

Noch interessanter sind dann die moeglichen Schlussfolgerungen: ist es nun ein Vanadinit oder ein Pyromorphit ? Leider laesst sich dies per Augenschein nun nicht wirklich entscheiden  :(.

Dann  schreiben wir halt beide Namen auf das Etikett und gut ist - Papier ist geduldig und das "Bestimmungsproblem" ist geloest. Was nun ein Mischkristall oder eine "solid solution series"  ist, lassen wir einmal aussen vor - ist sowieso kompliziert und eigentlich nur fuer Wissenschaftler interessant.

In Abwesenheit quantitativer Daten zu Vanadat- und Phosphatgehalten (evtl Arsenatgehalten) waere es dann allerdings auch besser  die Stufe mit der Bezeichnung:
"Mineral(e) der Apatit-Supergruppe - visuell als Vanadinit/Pyromorphit bestimmt" zu versehen. Der naechste Besitzer freut sich (;D - nicht ganz ernst gemeint).


Da mittlerweile immer mehr,  z. T.  recht exotische Minerale  mit der Bezeichnung “EDX-analysiert” auftauchen,  bin ich erfreut zu lesen, dass die Aussagekraft von EDX-Daten  kritisch hinterfragt wird.

Die Aussagekraft einer EDX-Messung haengt natuerlich  immer von der geeigneten Probenvorbereitung sowie der Wahl geeigneter Messbedingungen und Messorte ab.

Im vorliegenden Fall erscheint EDX als geeignete Methode (zielfuehrend und erschwinglich) um das tatsaechliche Vorliegen von Phosphat im Kristall  nachzuweisen und grob zu quantifizieren. Die Notwendigkeit der Klaerung dieser zur Mineral-Bestimmung essentiellen Frage  ist leider voellig in den Hintergrund getreten.


Die verschiedenen Anionen lassen sich auch per Schwingungsspektrospkopie nachweisen,  allerdings kaum quantifizieren.

Messergebnisse egal welcher Art sind immer nur so gut wie die Eignung der gewaehlten Methode, die Probenvorbereitung und letztlich die Durchfuehrung der Messung(en)  und damit so gut wie der Analytiker. Die Relevanz von EDX-Messungen, die lediglich auf einem Messpunkt beruhen,  sei  einmal dahingestellt.
 
Gluecklicherweise gibt es Dienstleister, die dem Problem der moeglichen Proben-Inhomogenitaet (Mineralgemisch, Verwachsung, Zonierung, Epitaxie ... ) Rechnung zu tragen versuchen und gegebenenfalls auch elementspezifische Kartierungen einer Probe durchfuehren.

Ob und inwieweit kostenpflichtige, analytische Dienstleistung zur Mineralbestimmung notwendig und sinnvoll sind, bleibt  jedem selbst ueberlassen.

Mit den besten Wuenschen zum Nikolaus-Tag,

Harald

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