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Autor Thema: Wolkenachat  (Gelesen 3350 mal)

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Offline Manfrid

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Wolkenachat
« am: 31 Dec 20, 19:54 »
Hallo,

seit gestern bin ich glücklicher Besitzer eines Wolkenachats, der aus einer aufgelösten Sammlung von Funden aus dem Großraum Erzgebirge stammt. Kann vielleicht jemand Genaueres zum möglichen Fundort sagen? Ich wusste bisher nur von deutschen Wolkenachaten aus Rückweiler (mal abgesehen von den südbrasilianischen).
Danke im Voraus - und Guten Beschluss!

Manfrid

Offline Rockhounder

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Re: Wolkenachat
« Antwort #1 am: 31 Dec 20, 20:30 »
Das Stück schaut aber auch nach Südamerika aus.

Gruss Norbert

Offline Steinfrieder

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Re: Wolkenachat
« Antwort #2 am: 01 Jan 21, 11:01 »
Hallo
Ich kenne viele Fundstellen im Erzgebirge und Sachsen aber das gezeigte Stück will da nicht hinpassen.
Vielleicht hat jemand eine Idee wo es hinpasst.
Beste Grüße
Steinfrieder

Online oliverOliver

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Re: Wolkenachat
« Antwort #3 am: 01 Jan 21, 13:29 »
Vielleicht hat jemand eine Idee wo es hinpasst.

Jedenfalls nicht nach Mitteleuropa!

Hätte ich spontan auch nach Brasilien verortet (und nach 2. Betrachtung auch "nicht-spontan", und zwar recht eindeutig), vergleiche z.B.:

Brasilien/Süden (Região Sul)/Paraná
Wolkenachat

Online Klaus Schäfer

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Re: Wolkenachat
« Antwort #4 am: 01 Jan 21, 14:31 »
Hallo liebe Kollegen,

Die hier diskutierten Achate sind etwa seit Beginn der 1980iger Jahre verstärkt in den Handel gekommen. Den Fundort geben B. Cross und J. Culp Zeitner in ihrem Buch “Geodes, Nature Treasures” (2006) mit Três Pinheiros, Fountoura Xavier, Rio Grande do Sul, Brasilien an. Hier kommen diese Geoden im rötlichen Lehmboden als Verwitterungsreste eines Vulkanites in großer Zahl vor.
Beliebt sind diese meist tropfenförmigen Geoden, die eine Grösse von bis zu 12 cm erreichen können, wegen der schönen Quarzkristalle in ihrem Inneren. Den Achatsammler interessieren allerdings mehr die drei verschiedenen Chalcedonausbildungen, die gleichzeitig in diesen Mandeln vorkommen können:
1. Flammen- oder Wolkenachat in rötlichen oder grauschwarzen Tönen
2. gebänderter Festungsachat
3. Achat des “Uruguay-Typus”

Gruß von Klaus
« Letzte Änderung: 01 Jan 21, 15:30 von Klaus Schäfer »

Offline Manfrid

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Re: Wolkenachat
« Antwort #5 am: 01 Jan 21, 19:43 »
Danke für die Antworten, auch wenn sie für mich nicht so erfreulich sind. Ich hatte nicht nur dem Verkäufer bezüglich der Herkunftsangabe vertraut, sondern auch noch nach den sonstigen Angeboten aus dieser Sammlungsauflösung geschaut: wirklich lauter Sachsensachen.
Die Wolkenachate von Rückweiler als brasilianerähnliche Vergleichsojekte sind aber bekannt? Diese immerhin näher gelegenen Funde hatten mich halt hoffen lassen, dass auch in Sachsen neben Festungs- und Uruguayachaten Wolkenachate vorkommen könnten.
Freundliche Grüße!

Manfrid

Online oliverOliver

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Re: Wolkenachat
« Antwort #6 am: 01 Jan 21, 20:16 »
Die Wolkenachate von Rückweiler als brasilianerähnliche Vergleichsojekte sind aber bekannt?

ja, natürlich - sh.:
https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/LokationMineralData?param=6362,4561,1
ich kann da aber leider keinerlei Ähnlichkeiten feststellen - außer dass es Achat ist ....

Offline aca

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Re: Wolkenachat
« Antwort #7 am: 01 Jan 21, 21:07 »
Kann den Posting-Müll oben ein Moderator löschen?
Ich will nur auf 2 Bilder verweisen: 1470144055 und 1297966422
Da sieht man das.


Online guefz

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Re: Wolkenachat
« Antwort #8 am: 01 Jan 21, 21:15 »
Bilder kann man wie folgt einbauen: Beim Bild gibt es einen Link "Bild ins Forum", da erhält man den passend formatierten Link, um ihn mit Kopierpaste in den Post zu packen.

Offline aca

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Re: Wolkenachat
« Antwort #9 am: 01 Jan 21, 21:29 »
Danke Günter, hat man mir bestimmt schon 17 mal erklärt...
Die zwei beiden Bilder sind gemeint:
Deutschland/Rheinland-Pfalz/Birkenfeld, Landkreis/Baumholder, Verbandsgemeinde/Rückweiler/Erntekreuz
Wolkenachat


Deutschland/Rheinland-Pfalz/Birkenfeld, Landkreis/Baumholder, Verbandsgemeinde/Rückweiler
Wolkenachat


Offline Manfrid

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Re: Wolkenachat
« Antwort #10 am: 01 Jan 21, 21:56 »
- sh.:

Immernoch schlecht drauf?
Ich fragte ja nicht nach der Bekanntheit der Achate von Rückweiler schlechthin, sondern nach Wolkenachaten. Die Bilder auf der verlinkten Seite zeigen da z. T. zwar auch schon Andeutungen, aber noch deutlicher wird/wurde es an einem, der im Zenz ("Achate", Bd. 1) abgebildet ist und an einem weiteren, der neulich auf eBay angeboten wurde, aber inzwischen leider weg ist.

Manfrid

Online Klaus Schäfer

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Re: Wolkenachat
« Antwort #11 am: 01 Jan 21, 23:18 »
Hallo Manfrid,
Tritt ungebänderter Chalcedon (oft in Wechsellagerung mit makrokristallinem Quarz) als frühe Bildung in Achatmandeln auf, so wird er im Anschliffbild gerne als Wolkenachat bezeichnet. In der Saar-Nahe Region kommt diese Art der Zeichnung an vielen Stellen vor. Sehr bekannt dafür sind die "Wolkenachate" vom Erntekreuz (Hahnweiler/Rückweiler):

Deutschland/Rheinland-Pfalz/Birkenfeld, Landkreis/Baumholder, Verbandsgemeinde/Hahnweiler/Erntekreuz
Wolkenachat
Deutschland/Rheinland-Pfalz/Birkenfeld, Landkreis/Baumholder, Verbandsgemeinde/Hahnweiler/Erntekreuz
Wolkenachat
Deutschland/Rheinland-Pfalz/Birkenfeld, Landkreis/Baumholder, Verbandsgemeinde/Hahnweiler/Erntekreuz
Wolkenachat


Meine Lieblinge kommen allerdings aus Hoppstädten-Weiersbach:

Deutschland/Rheinland-Pfalz/Birkenfeld, Landkreis/Birkenfeld, Verbandsgem./Hoppstädten-Weiersbach
Wolkenachat
Deutschland/Rheinland-Pfalz/Birkenfeld, Landkreis/Birkenfeld, Verbandsgem./Hoppstädten-Weiersbach
Wolkenachat
Deutschland/Rheinland-Pfalz/Birkenfeld, Landkreis/Birkenfeld, Verbandsgem./Hoppstädten-Weiersbach
Wolkenachat


Viel Spass beim Betrachten !

Offline felsenmammut

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Re: Wolkenachat
« Antwort #12 am: 02 Jan 21, 02:16 »
Glück Auf!

Bei Arlesberg in Thüringen gibt es auch Achat, den man partienweise als Wolkenachat bezeichnen könnte. Die Färbungen sind aber immer deutlich ins Orange und Rosa gehend. Diese Achate sind Bildungen in Lithophysen, häufig begleitet von Quarzkristallrasen und sehen völlig anders aus als das eingags vorgestellte Stück. Ein solches Stück ist hier:
Deutschland/Thüringen/Ilm-Kreis/Geraberg/Arlesberg, Revier/Schwarzbachtal
Wolkenachat

In den vergangenen Jahren habe ich einige (Lithophysen-)Achate aus Nordwestsachsen gesehen mit Bildungen, die man gut und gerne als Wolkenachat bezeichnen kann. Es handelt sich dabei stets um Einzelfunde und keineswegs um fundstellentypische Bildungen. Da diese Achate aber zusätzlich die fundstellentypischen Merkmale zeigen, sind sie zuverlässig von dem eingangs vorgestellten Stück zu unterscheiden. In der Lausitz findet man gelegentlich Murmeln mit Wolkenachat. Da das alles Funde in Elbeschottern sind, kann man sich das potentielle Fundgebiet Elbe aufwärts selber auf einer Karte ausmalen. Der lange Transportweg bedingt, dass Drusen in Achaten, die in der Lausitz gefunden werden, selten sind. Am wahrscheinlichsten, aber nicht ausschließlich, für die Lausitzer Wolkenachate kommt das südliche Riesengebirgsvorland in Frage. Von dort gibt es  zumindest auch Einzelfunde von Wolkenachat. Diese kommen dem eingangs gezeigten Stück durchaus nahe. Allerdings sind auch das Exoten für die dortigen Fundstellen. Und bevor man versucht ist dem Exotentum zu verfallen, sollte man der höchsten Wahrscheinlichkeit folgen und die brasilianische Herkunft für das diskutierte Stück annehmen. Achatbildungen in Geoden sind in Sachsen generell selten. Mir fallen spontan zwei Fundgebiete ein, eins bei Zwickau und eins südlich Dresden. Die allermeisten Achate dieser beiden Fundgebiete sind wenig gebänderte massige Chalcedone von hellgelber bis blaugrauer Färbung.

Mit freundlichen Grüßen

Das Felsenmammut

Offline Manfrid

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Re: Wolkenachat
« Antwort #13 am: 02 Jan 21, 09:30 »
Danke für's Zusammentragen der Erfahrungen! Man sieht schon, dass die "Wolken"bildung mit zum Repertoire auch der mitteleuropäischen Achate gehört und zumindest nicht so fundstellenspezifisch ist, dass man sie bei Überlegungen zur Achatgenese getrost ausblenden könnte. Darum geht es mir. Die beiden von mir erwähnten Stücke von Rückweiler kommen den brasilianischen insofern noch näher, als da die Wolkenbildung deutlicher auf die Rinde begrenzt ist.
Einzelfunde und keineswegs um fundstellentypische Bildungen. ... Exoten für die dortigen Fundstellen. Und bevor man versucht ist dem Exotentum zu verfallen, sollte man der höchsten Wahrscheinlichkeit folgen und die brasilianische Herkunft für das diskutierte Stück annehmen.
Klar, ich werde die Fundgegend-Angabe weiterhin mit Vorsicht genießen.
Grüßle!

 

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