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Cumengeit - Kristall- und Wachstumsformen

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felsenmammut:
Die Möglichkeit einer Zwillingsbildung von Cumengeit halte ich für gering, da die oberen Kanten der kleineren (aufsitzenden) realen Kristalle auf dem Foto nicht parallel zueinander sind und einen kleinen Winkel aufweisen, wie schon in dem Eingangsbeitrag angemerkt. Für den Fall einer Verzwillingung oder auch der Verwachsung wie im Bild Cumengit,V08c im vorangegangenen Beitrag oder von Josef 84,85 im Bild Cumengit 03 wäre der einspringende Winkel, z.B. zwischen der 101-Fläche (orange) und 101-Fläche (gelb) 136°. Die Flächen 011 (orange) und 011 (gelb) weisen eine Winkel von 153° zueinander auf.

Mit freundlichen Grüßen

Das Felsenmammut

Josef 84,55:
Hallo Das Felsenmammut,

natürlich ist das kein Zwilling und auch kein neues Epitaxie-Gesetz. Diese Verwachsung kann auch, wie geschrieben, durch geometrische Auswahl mit abweichenden (tafeligen) Habitus (bei diesem Prozess) der Cumengeite entstehen. Die Ecken die seitlich über die Würfelfläche des Boleits hinaus wachsen sind hier die am schnellsten wachsenden Bereiche und setzen sich durch. Ob sich die gegenüberliegenden Kristalle zu einem vereinen oder ob einer eingeschlossen wird, kann man nicht mehr erkennen und ist auch unerheblich. Die Orientierung kommt von der Epitaxie Cumengeit {001} auf Boleit {100} wobei die a-Achsen Cumengeit mit den Achsen Boleit parallel sind.
Eine geringfügige Fehlorientierung währe auch nichts ungewöhnliches und könnte viele Ursachen haben, wobei ich eine solche beim gezeigten Beispiel kaum erkennen kann.

Glück Auf!
Josef

felsenmammut:
Glück Auf!

Danke Josef 84,85 für die schöne Zeichnung. Mit der Argumentation gehe ich soweit mit. Die überstehenden Ecken kann man erst einmal recht gut mit den Beobachtungen in Einklang bringen. Dass das Loch zuwächst, wäre gut möglich. Was mir an der Stelle aber noch zu denken gibt, ist, dass das Loch sich überhaupt bildet. Mit Boleit als Wirtskristall sollte eigentlich auch auf der Fläche, über der mit voranschreitendem Cumengeitwachstum das Loch in der Zeichnung erscheint, ein Cumengeitkristall wachsen. Damit würde das Loch gar nicht erst entstehen, was hier aber anhand des Bildes vom Beginn der Diskussion nicht beurteilt werden kan. Was aber außerdem zu erwarten wäre, ist, dass dann seitlich einige Ecken sichtbar sein müssten. Diese habe ich im angehängten Bild rot gefärbt. Diese Ecken sind aber auf dem Eingangsbild der Diskussion nicht zu erkennen. Damit könnte man als Arbeitshypothese dann doch einen tetragonalen Wirtskristall annehmen, bei dem die {001} Ebenen nicht besetzt werden, zeitweise eine Vertiefung während des Aggregatwachstums bedingen und schlussendlich einfach überwachsen werden.
Die Diskussion hat gezeigt, dass eine orientierte Verwachsung von Cumengeitkristallen durchaus in der Lage ist, Tracht und Habitus der beobachteten Kristallaggregate zu erklären. Das war mein Hauptanliegen. Die Beantwortung der noch bestehenden Fragen und Klärung der nicht zu Ende geführten Überlegungen würden wohl mehr Aufwand erfordern, um weitere Fakten in die Diskussion einzubringen. Wenn jemand die Möglichkeiten hat und die Mühe auf sich nimmt, so wäre es eine Bereicherung für die Diskussion. Mir ist allerdings auch bewusst, dass eben solche orientierten Verwachsungen von einem ohnehin schon seltenen Minerale große Ausnahmen darstellen.

Mit freundlichen Grüßen

Das Felsenmammut

Josef 84,55:
Hallo Das Felsenmammut,

anders als bei der geometrischen Auswahl der Cumengeite mit pyramidialen Habitus, waren sich hier die konkurrierenden Ecken sehr nahe. Es ist durchaus möglich, dass eine der drei Orientierungen der Cumengeite hier nicht mehr sichtbar ist, weil sie eingeschlossen wurde.

Deine Theorie mit dem tetragonalem Wirt währe zwar möglich, würde aber voraussetzten, dass die Basisfläche (001) auf eine Prismenfläche {100} aufwachsen würde. Eine gleiche Orientierung beider Partner währe hier viel wahrscheinlicher.

Glück Auf!
Josef

felsenmammut:
Glück Auf!

Bei dem tetragonalen Wirtskristall der Arbeitshypothese hatte ich jetzt nicht in erster Linie an Cumengeit gedacht, sondern eher an z.B. Pseudoboleit. Aber das ist nur Spekulation, die durch die real nicht zu beobachtbaren roten Ecken in dem Bild von meinem vorangegangenen Beitrag motiviert ist. Bei Heteroepitaxie sind vor allem die Atomanordnungen an der Kontaktfläche entscheidend, so dass sich eine niedrige Bindungsenergie an der Kontaktfläche der aufsitzenden Kristalle ergibt. Da ergeben sich häufig abweichende Achsenorientierungen zwischen den Kontaktpartnern. Für Homoepitaxie gebe ich Dir Recht. Da ist eine kohärente Ausrichtung der Achsen am wahrscheinlichsten.

Mit freundlichen Grüßen

Das Felsenmammut

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