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Autor Thema: Faseriger Fluorit Andreasbachtal  (Gelesen 1686 mal)

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Offline Erzsucher

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Faseriger Fluorit Andreasbachtal
« am: 02 Jan 21, 18:39 »
Hallo zusammen,

vor einiger Zeit habe ich auf den Dingen vom Reinebornstal (in der Nähe der Grube Floßberg in Bad Lauterberg) einen großen Brocken Baryt auseinander genommen. Dieser enthielt neben sehr wenig Kupfererz und kleinen farblosen, sehr flächeneichen Fluorit XX auch die auf den angehängten Bildern zu sehenden strahligen Aggregate, die in einer Druse auch frei stehende Nadeln bilden. Diese strahligen Aggregate kommen auch eingewachsen in nahezu farblosem derben Fluorit vor, sind dann allerdings kleiner.
Eine EDX-Analyse hat dann für mich überraschend Fluorit ergeben, den ich in dieser Ausbildung bisher nicht kannte. Kann mir von Euch jemand mehr Informationen zu der Ausbildung und ihrer möglichen Entstehung geben?

Danke im Voraus und allen ein frohes und vor allem gesundes Neues Jahr!

Burkhard
« Letzte Änderung: 02 Jan 21, 18:44 von Erzsucher »

Offline Erzsucher

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Re: Faseriger Fluorit Andreasbachtal
« Antwort #1 am: 02 Jan 21, 18:42 »
Sorry, Bildbreite vergessen.

Das erste Bild ist ca. 15 mm und das zweite rd. 8 mm breit.

Burkhard

Offline helgesteen

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Re: Faseriger Fluorit Andreasbachtal
« Antwort #2 am: 02 Jan 21, 18:55 »
Hallo Burkhard,

klasse Fund! Als ich das sah musste ich sofort an die Pseudomorphosen von Fluorit nach Sellait von der Grube Clara im Schwarzwald denken. Hat das EDX zufällig auch etwas Magnesium gefunden?

Ansonsten habe ich zugegebenermassen keine Ahnung, wie solcher Fluorit entstanden sein könnte.

Viele Grüße,
Helge 

Offline oliverOliver

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Re: Faseriger Fluorit Andreasbachtal
« Antwort #3 am: 02 Jan 21, 18:55 »
Zitat
den ich in dieser Ausbildung bisher nicht kannte

kannte ich so auch nicht - und bin auch etwas skeptisch. War die Analyse verlässlich bzw. eindeutig ?

Offline oliverOliver

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Re: Faseriger Fluorit Andreasbachtal
« Antwort #4 am: 02 Jan 21, 18:57 »
Als ich das sah musste ich sofort an die Pseudomorphosen von Fluorit nach Sellait von der Grube Clara im Schwarzwald denken.

ja, eine PM wäre wohl die naheliegendste Erklärung dafür!

Offline Erzsucher

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Re: Faseriger Fluorit Andreasbachtal
« Antwort #5 am: 02 Jan 21, 19:01 »
Die Analyse hat Joy gemacht und er hatte etwas Mühe mich zu überzeugen, dass es Fluorit ist (irgendwie hatte ich mit Sellait gerechnet). Aber die Analyse war eindeutig.

BG
Burkhard

Offline oliverOliver

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Re: Faseriger Fluorit Andreasbachtal
« Antwort #6 am: 02 Jan 21, 19:22 »
hallo Burkhard,
Aber die Analyse war eindeutig.

Gut! Dann wirds wohl wirklich eine Pseudomorphose sein, wie von Helge schon ins Spiel gebracht.
Jedenfalls sehr interessant ...

Offline giantcrystal

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Re: Faseriger Fluorit Andreasbachtal
« Antwort #7 am: 03 Jan 21, 12:08 »
Hallo aus Mittelfranken und ein frohes Neues Jahr (hoffentlich wird es das auch)

Interessante Stufe. Sieht für mich in der Tat sehr nach Sellait aus. Daher die Frage : Von welcher Stelle auf der Stufe wurde analysiert. Möglich, das ein randlicher Bereich tatsächlich in Fluorit umgewandelt ist, aber für mich sieht der Großteil wie Sellait aus.

Ich würde mal einen chemischen Test auf Magnesium machen, sollte relativ einfach möglich sein

Glück Auf

Thomas

Offline Axinit

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Re: Faseriger Fluorit Andreasbachtal
« Antwort #8 am: 03 Jan 21, 13:58 »
Servus,

... immer diese Probleme mit den Analysen  ;D.

Ein qualitativer Nachweis von Magnesium ist z. B. als schwerloesliches Magnesiumammoniumphosphat ist moeglich, allerdings muss dazu der Fluorit/oder Sellait erst einmal in Loesung gebracht werden. Dies gilt auch fuer die Verwendung anderer Reagenzien und ist im haeuslichen Labor vielleicht nicht so ganz einfach zu bewerkstelligen.

Eine professionelle, quantitative Mg-Analyse kostet um die 80 € zzgl. Aufschlusskosten (Gesamtkosten ca. 150 - 200 €).

Es waere vermutlich am einfachsten und kostenguenstigsten, nochmals eine Serie von EDX-Messungen an verschiedenen Messorten auf der Probe anzufertigen oder anfertigen zu lassen. Ein Messpunkt ist  bei inhomogenem Material unzureichend.

Alternativ sollte ein Roentgenpulverdiagramm sofortige Klarheit bringen.

GA,

Harald


Offline Erzsucher

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Re: Faseriger Fluorit Andreasbachtal
« Antwort #9 am: 03 Jan 21, 17:37 »
Vielen Dank erstmal für die Hinweise und Anregungen :)

Die Analyse stammt von einer anderen Stufe aus dem selben Brocken und mit der gleichen faserigen Ausbildung. Insofern macht es vermutlich Sinn in die Analyse noch den ein oder anderen Überprüfungsversuch zu investieren.

Mit meinen Mitteln habe ich gerade  noch einmal die Fluoreszenz überprüft. Diese ist unter LW kaum wahrnehmbar mit einem 3-4 Sekunden langem weiß-leicht gelblichem Nachleuchten. Bei KW fluoresziert sie dagegen deutlich hellorange mit einem sehr kurzen weiß-gelblichem Nachleuchten. Hier im Atlas ist für KW allerdings eine deutlich grüne Fluoreszenz für Sellait angegeben. Passt also nicht.

VG
Burkhard

 

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