Glück Auf!
die bunten Farben und Farbverläufe beruhen auf einem physikalischen Effekt, der nicht an einen bestimmten Stoff gebunden ist. Er lässt sich nicht pauschal einem Mineral zuordnen. Die Ursachen können vielfältig sein und beruhen meist auf geometrischen Strukturen in der Größenordnung der Wellenlänge des sichtbaren Lichts. Die daraus resultierende Interferenz erzeugt letztlich die bunten Farbeffekte. Dünne Schichten können problemlos die Voraussetzung für Interferenz erfüllen. Oxidation kann an der Bildung solcher Schichten beteiligt sein. Wie Du schon richtig (für Dein Stück) erkannt hast, sind dies in diesem konkreten Beispiel oberflächige Effekte. Diese Farbeffekte lassen sich aber z.B. auch im Inneren von Kristallen beobachten.
Die Mineralansprache ist rein anhand des Farbeffektes nicht möglich. Zieht man die Häufigkeit derartiger Beobachtungen bei Kenntnis des Minerals und das Gesamtszenario hinzu, so ist Limonit sicherlich ein vielversprechender Kandidat. Limonit kann recht massig auftreten, wobei dann nur die oberste Schicht die bunten Farbverläufe zeigt. Limonit ist mit dem Messer ritzbar und erzeugt eine braune Strichfarbe. Limonit ist ein variables Gemenge aus Goethit und Hämatit. Geht die Strichfarbe mehr Richtung orange, so ist mehr Goethit enthalten, geht die Strichbarbe mehr Richtung rot, so ist mehr Hämatit enthalten. Die Interferenz verursachenden Schicht eines Minerals A kann aber auch ausschließlich als eben diese dünnen Schicht ein anderes Mineral B überziehen. Hier ist man mit der Bestimmung mit haushaltsüblichen Methoden schnell am Ende der Möglichkeiten angelangt.
Der Gesamtbrocken erweckt bei mir den Eindruck von Jaspis, bzw. einer Jaspisbrekzie. Jaspis lässt sich nicht mit dem Messer ritzen und hinterlässt einen metallischen Abrieb vom Messer. Jaspis ritzt Glas. Für Bestimmungsanfragen möchte ich an der Stelle auch auf den Einsteigerguide verweisen:
https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/EinsteigerguideMit freundlichen Grüßen
Das Felsenmammut