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Autor Thema: Farbfeuerwerk  (Gelesen 1728 mal)

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Offline Lia

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Farbfeuerwerk
« am: 03 Jan 21, 23:52 »
Hallo zusammen,

in natura eher unscheinbar, entfaltet dieser Stein seine Farbenpracht verblüffenderweise erst auf dem Foto.

kennt jemand dieses Mineral?  Mein erster Eindruck war Jaspis. Fühlt sich aber anders an. Die Regenbogenfarben scheinen auch eher oberflächlich zu sein. Oxidation?
FO unbekannt, ~ 6x2cm

Offline felsenmammut

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Re: Farbfeuerwerk
« Antwort #1 am: 04 Jan 21, 04:23 »
Glück Auf!

die bunten Farben und Farbverläufe beruhen auf einem physikalischen Effekt, der nicht an einen bestimmten Stoff gebunden ist. Er lässt sich nicht pauschal einem Mineral zuordnen. Die Ursachen können vielfältig sein und beruhen meist auf geometrischen Strukturen in der Größenordnung der Wellenlänge des sichtbaren Lichts. Die daraus resultierende Interferenz erzeugt letztlich die bunten Farbeffekte. Dünne Schichten können problemlos die Voraussetzung für Interferenz erfüllen. Oxidation kann an der Bildung solcher Schichten beteiligt sein.  Wie Du schon richtig (für Dein Stück) erkannt hast, sind dies in diesem konkreten Beispiel oberflächige Effekte. Diese Farbeffekte lassen sich aber z.B. auch im Inneren von Kristallen beobachten.
Die Mineralansprache ist rein anhand des Farbeffektes nicht möglich. Zieht man die Häufigkeit derartiger Beobachtungen bei Kenntnis des Minerals und das Gesamtszenario hinzu, so ist Limonit sicherlich ein vielversprechender Kandidat. Limonit kann recht massig auftreten, wobei dann nur die oberste Schicht die bunten Farbverläufe zeigt. Limonit ist mit dem Messer ritzbar und erzeugt eine braune Strichfarbe. Limonit ist ein variables Gemenge aus Goethit und Hämatit. Geht die Strichfarbe mehr Richtung orange, so ist mehr Goethit enthalten, geht die Strichbarbe mehr Richtung rot, so ist mehr Hämatit enthalten. Die Interferenz verursachenden Schicht eines Minerals A kann aber auch ausschließlich als eben diese dünnen Schicht ein anderes Mineral B überziehen. Hier ist man mit der Bestimmung mit haushaltsüblichen Methoden schnell am Ende der Möglichkeiten angelangt.

Der Gesamtbrocken erweckt bei mir den Eindruck von Jaspis, bzw. einer Jaspisbrekzie. Jaspis lässt sich nicht mit dem Messer ritzen und hinterlässt einen metallischen Abrieb vom Messer. Jaspis ritzt Glas. Für Bestimmungsanfragen möchte ich an der Stelle auch auf den Einsteigerguide verweisen: https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Einsteigerguide

Mit freundlichen Grüßen

Das Felsenmammut

Offline oliverOliver

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Re: Farbfeuerwerk
« Antwort #2 am: 04 Jan 21, 12:44 »
Hallo Lia,
mir sieht das auch nach einer Jaspisbrekzie mit viel Hämatit aus, der teilweise limonitisiert ist.
Wird manchmal auch als "silikatisches Fe-Erz" bezeichnet, wenn ich das richtig in Erinnerung habe.
Sollte einige gute Vergleichsbeispiele im Lexikon geben .....

z.B.:

Deutschland/Rheinland-Pfalz/Rhein-Lahn-Kreis/Nastätten/Bettendorf
Farbfeuerwerk
  Deutschland/Niedersachsen/Göttingen, Landkreis/Osterode am Harz, Stadt/Lerbach, Ortsteil/Grube Weintraube
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Deutschland/Sachsen-Anhalt/Harz, Landkreis/Oberharz am Brocken, Stadt/Elbingerode
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  Deutschland/Rheinland-Pfalz/Birkenfeld, Landkreis/Idar-Oberstein/Idar/Wäschertskaulen/Jaspisacker
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Deutschland/Sachsen-Anhalt/Harz, Landkreis/Oberharz am Brocken, Stadt/Elbingerode/Grube Büchenberg
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  Deutschland/Sachsen-Anhalt/Harz, Landkreis/Oberharz am Brocken, Stadt/Elbingerode/Grube Büchenberg
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und als Beispiel für die Anlauffarben bei Hämatit noch eins von mir:  ;)
Österreich/Niederösterreich/Horn, Bezirk/Eggenburg, Stadtgemeinde/Engelsdorf
Farbfeuerwerk
« Letzte Änderung: 04 Jan 21, 13:11 von oliverOliver »

Online geni

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Re: Farbfeuerwerk
« Antwort #3 am: 04 Jan 21, 17:14 »
Hallo Lia,
das Farbenspiel kann auch durch ganz feinen Hämatit hervorgerufen werden, vor allem weil bei den weiteren Bildern so rostrote Einlagerungen vorhanden sind.

Glück Auf
Gerhard Niceus  (geni 8))

Offline Lia

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Re: Farbfeuerwerk
« Antwort #4 am: 06 Jan 21, 02:24 »
 :) danke,

dann tippe ich auf Limonit, denn es ist mit einem Messer rel. leicht ritzbar (ups, hab wohl zu viel Kraft reingesteckt - hat jetzt
ne Kerbe auf der Rückseite) und die Strichfarbe ist rot-braun.

Es hat sich auch nicht so kompakt wie Jaspis angefühlt und die Oberflächenstruktur ist etwas rauher an den Seiten aber optisch dem Jaspis sehr ähnlich.

Gruß Lia

 

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