Mineralien / Minerals / Minerales > Mineralien (Fundort) bestimmen / determine minerals

Brekzie

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Lia:
Hallo Zusammen,

habe zu Weihnachten eine interessante Brekzie mit ?Rosette geschenkt bekommen und noch nichts dergleiches gesehen.
Kennt sich jemand damit aus?

Lia:
....ach ja, sie misst ~ 11,0 x 4,0 x 6,0cm

felsenmammut:
Glück Auf! Lia,

was genau ist Deine Absicht mit dem Beitrag? Deine Frage, ob sich jemand damit auskennt, ist sehr allgemein und führt bei vielen Lesern eher zu mehr Fragen als dass sie Dir antworten können. Ich selber weiß nur ein bisschen was über Brekzien. Wenn Dein eigentliches Interesse in meinen Kenntinsbereich fällt, würde ich Deine Frage mit Ja beantworten. Wenn Dein Interesse aber einen Bereich des weitläufigen Brekzienthemas betrifft, von dem ich auch keine Ahnung habe, dann werde ich die Frage mit Nein beantworten müssen. Vielleicht interessiert es mich dann aber auch und ich kann von einem anderen Beitrag selber etwas lernen.

Mit freundlichen Grüßen

Das Felsenmammut

Lia:
Hallo Felsenmammut,

stimmt, die Frage war ziemlich allgemein gestellt.
Worauf ich hinaus wollte, war, ob der Fundort nächträglich zu bestimmen ist und worum es sich bei den einzelnen Komponenten - speziell der Rosette (Hämatit?) handelt. Ich dachte, ich mache es kurz und bündig, da ich es unter dem Thread "Fundortbesimmung" gepostet habe.

Ich bin auch noch ein bißchen aufgeregt, da ich heute das erste Mal einige Mineralien und Fossilien ins Lexikon gestellt habe  :)

felsenmammut:
Glück Auf!

Lia, damit sieht die Fragestellung in der Tat konkreter aus.

Zur Mineralbestimmung:
Die Rosette ist vermutlich ein Glimmer. Das lässt sich leicht überprüfen. Die Mohshärte ist mit 2 bis 3 niedrig und mit den Fingernagel nachprüfbar. Zudem lassen sich sehr dünne Schuppen ablösen und die dünnen Schuppen sind elastisch, lassen sich also sichtbar biegen. Hämatit ist deutlich härter, spröde und somit nicht derart biegsam wie Glimmer und zeigt eine dunkelkirschrote Strichfarbe.
Das gelblich weiße Material ist ein Feldspat. Feldspat weist eine Mohshärte von 6 auf und ist mit einem spitzen harten (Eisen)Stahl noch ritzbar.
Das violette Material wäre nach meiner Einschätzung Fluorit oder Amethyst. Das lässt sich entweder an der Kristallform und Spaltbarkeit erkennen, wofür die Bildauflösung aber nicht ausreicht oder anhand des Härteunterschiedes überprüfen. Quarz ritzt Glas und selbst ein hartes (Eisen)Stahlwerkzeug hinterlässt am Quarz einen metallischen Abrieb. Fluorit ritzt kein Glas und wird schon von einfachen Eisenwerkzeugen geritzt.

Nachträgliche Fundortbestimmungen sind immer wie Kartenlesen - beeindruckend, wenn man eine klare Antwort bekommt und daran glaubt; sinnlos, wenn man sich der vielen alternativen Möglichkeiten bewusst ist.  Spontan würde mir zu dem Stück Babora-Stollen bei Krupka einfallen. Aber. Der grobe Feldspat und Glimmer lassen unter Berücksichtigung der Häufigkeit solcher Bildungen vermuten (aber Alternativen nicht ausschließen), dass es sich um eine pegmatische bis metasomatische Bildung in oder mit Beteiligung eines sauren (viel Silizium enthaltenden) Gesteins handelt, am ehesten Granit. Diese grobkristalline Bildung wurde brekziiert, was auf eine spätere tektonische Aktivität mit vermutlich einhergehender Gangbildung schließen lässt. Damit einher ging wohl auch die Bildung des violetten Bestandteils. Fluorit und Amethyst kommen beide in Begleitung von Graniten und verwandten Gesteinen vor. Alleine in Sachsen und Tschechien gibt es zahlreiche Vorkommen, die diese Rahmenbedingungen erfüllen. Pegmatite und Stockscheiderbildungen sind in etlichen Zinn/Wolfram/Molybdänlagerstätten mit Tektonik, Brekziierung und Fluorit assoziiert und durch den Bergbau aufgeschlossen (worden). Die in der Regel mit den Zinnlagerstätten einhergehende Vergreisung zersetzt aber den Feldspat, so dass hier zumindest eine räumliche Trennung der Feldspatbrekzie und Vergreisung erforderlich wäre während der Bildungsphase.

Mit freundlichen Grüßen

Das Felsenmammut

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