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Autor Thema: Wissenschaftliche News .. Hamsterbau Miozän  (Gelesen 3366 mal)

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Offline McSchuerf

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Älteste Speisekammer der Welt
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Forscher finden in Garzweiler 17 Millionen Jahre alten Hamsterbau.
Einen ungewöhnlichen Fund haben Paläontologen der Universität Bonn
in den Tagebaugebieten bei Garzweiler gemacht, wo sie merkwürdige
Ansammlungen fossiler Nüsse entdeckten. Ihre Theorie: Ein Hamster
hatte in seinem Bau und den Gängen Nahrungsvorräte angelegt, um
in der kalten Jahreszeit davon zu knabbern. Der Fund, der aus dem
Miozän stammt, ist damit die älteste Speisekammer, die je entdeckt
wurde.
Irgendwann verließ der eifrige Sammler seinen Bau und kam nie wieder.
Vielleicht fiel er einem prähistorischen Meuchelmord zum Opfer,
vielleicht hatte auch eine Naturkatastrophe den Eingang zu seiner
Höhle verschüttet. Jedenfalls konnte die Bonner Paläontologin
Dr. Carole Gee keine fossilen Hamsterreste entdecken. Dennoch ist
sie sich ihrer Sache ziemlich sicher: Die Lage der mehr als 1.800
Nüsse erlaubt präzise Rückschlüsse auf die Größe des Baus und die
Form seiner Gänge. Der Bau stammt mit Sicherheit von einem Nagetier,
und zwar am wahrscheinlichsten von einem großen Hamster oder
möglicherweise einem Erdhörnchen.
Die Nagetierhöhle lag im hinteren Dünenbereich, der von Sträuchern
und Blumen bewachsen war - in der Umgebung des Fundorts sind
jedenfalls zahlreiche fossile Wurzeln zu sehen. Die Nüsse stammen
von einer ungewöhnlichen Baumart, die heute nur noch an der
nordamerikanischen Pazifikküste und in Ostasien vorkommt und
die mit der südeuropäischen Esskastanie verwandt ist.
Das Klima war während des Miozäns viel wärmer als heute;
im Rheinland lebten Krokodile, in den Urwäldern tobten Affen,
und bis weit in den Norden wuchsen Palmen. Die meisten heute
lebenden Nagetiere legen aber nur dann große Nahrungsvorräte an,
wenn sie sich auf Hungermonate einstellen müssen - zum Beispiel
in Regionen mit strengen Wintern oder Trockenzeiten.
Quelle: Pressemitteilung Uni Bonn
« Letzte Änderung: 25 Mar 13, 15:59 von oliverOliver »

 

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