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Tetraedrit-(Hg)
Lynx:
Aber zurück zum Praktischen:
Wenn wir jetzt anfangen, das im Kleingedruckten bei den Fundstellen mitzuliefern, wird das schwer nachzuverfolgen. Es sind sicher noch nicht alle Fundstellen des Reviers eingetragen und ich vermute, dass das Thema auch weiter nach Osten noch zutrifft (Leogang, Kupferplatte) oder?
Die Analyse aus der Veröffentlichung zeigt für mich, dass - insbesondere wenn wechselnde Anteile von Fe und Zn (und wahrscheinlich auch Cu) mitberücksichtigt werden, ein Tetrahedrit Hg aus dem Gebiet Schwaz Brixlegg nicht ausgeschlossen werden kann.
Die weitere Information - und die sollte meiner Meinung nach erhalten bleiben - ist die, dass in dem Raum die Fahlerze typischerweise, zwar recht unteschiedliche, aber doch auch signifikante Mengen Hg enthalten.
Mehrere Wege sind gangbar:
Die Tetraedrit-Gruppe eintragen. Das tut nicht weh und ist definitiv richtig. Dann muss noch die Information mit dem Quecksilber dazu.
Das kann (Variante 1) dadurch geschehen, dass zusätzlich auch die Varietät "Schwazit" mit eingetragen wird, und bei Schwazit eine genaue Erklärung folgt.
Variante 2a dass bei jeder Fundstelle (... das muss dann individuell geprüft werden) bei der Mineralieninformation zu Tetraedrit-Gruppe noch eine Art Disclaimer zu Hg dazukommt. Das ist viel Arbeit und nicht zukunftssicher - das müsste dann auch für jede neue Fundstelle geprüft und gemacht werden.... Und zudem ist die Reichweite der Information begrenzt: die Fundstellen bezogene Mineralinformation wird nicht gut genutzt.
Variante 2b dass bei jeder Fundstelle (... das muss dann individuell geprüft werden) in der Beschreibung noch eine Art Disclaimer zu Hg dazukommt. Das ist viel Arbeit und nicht zukunftssicher - das müsste dann auch für jede neue Fundstelle geprüft und gemacht werden....
Variante 2c dass bei jeder übergeordneten Fundstelle noch ein Hinweis dazukommt (das liest niemand und setzt prompt sein "Schwazit" in die Liste der konkreten Fundstelle dazu) - ist auch nur begrenzt sinnvoll.
Variante 3 die einzelnen Spezies genannt werden und *tentativ* mit viel Fragezeichen auch Tetraedrit-Hg dazugenommen wird (ist für mich die schlechteste Lösung).
Deshalb könnte ich mir schon vorstellen dass Variante 1 gar nicht so übel ist. Sobald dann für diese Fundstellen das Wissen konkreter wird, können ja die Spezies Tetraedit-Zn+Tertraedit-Fe+ ggf Tetraedit-Hg gezielt eingepflegt werden.
Gruß Martin
Lynx:
--- Zitat von: loismin am 10 Feb 21, 18:15 ---Ja, bei manchen Fundorten dort ist viel Hg mit dabei .
Aber es reicht halt dann doch nicht um es als Schwazit zu bezeichnen .
--- Ende Zitat ---
Hallo Lois
Schwazit ist nicht das Endglied, Schwazit ist eben nur eine quecksilberhaltige Varietät - jedenfalls verstehe ich die Definition der Tetraedrit-Gruppe von 2020 so.
Für ein Tetraedrit-Hg ist am Ende nicht nur die Menge an Hg wichtig, sondern auch, wie sich der Rest verhält - bei (Fe,Zn,Hg) reicht formal ein Verhältnis Fe:Zn:Hg=0.66:0.66:0.67 und wenn evtl ein Teil des Cu mitgerechnet werden muss, reicht evtl sogar noch weniger Hg aus.
Aber vielleicht täusche ich mich da auch.
Gruß, Martin
guefz:
Bei den Analysen aus der Publikation ist ja vermutlich auch der Detail-Fundort angegeben. Dann fügt man an diesen Fundorten auch dieses Mineral konkret hinzu mit Referenz zu dieser Publikation. An allen Fundstellen wird zusätzlich der Gruppenname eingetragen mit dem Vermerk über die wechselnden Anteile. Tetraedrit-(Hg) wird erst dann eingetragen, wenn es von einer Fundstelle analysiert wurde und dann auch nur an dieser Fundstelle. Formal reicht für die detaillierte Zuordnung die einfache Mehrheit eines Elements auf dieser Position im Gitter unter Berücksichtigung der Messgenauigkeit. Bei Fe:Zn:Hg=0.66:0.66:0.67 darf halt der Messfehler nur sehr klein sein, ansonsten wird in solchen Fällen halt der Gruppenname fällig.
Lynx:
--- Zitat von: guefz am 10 Feb 21, 18:39 ---Bei den Analysen aus der Publikation ist ja vermutlich auch der Detail-Fundort angegeben. Dann fügt man an diesen Fundorten auch dieses Mineral konkret hinzu mit Referenz zu dieser Publikation.
--- Ende Zitat ---
Das hatte ich damit gemeint, wenn eben mehr Daten da sind.
--- Zitat von: guefz am 10 Feb 21, 18:39 ---An allen Fundstellen wird zusätzlich der Gruppenname eingetragen mit dem Vermerk über die wechselnden Anteile.
--- Ende Zitat ---
Schon - nur wohin mit dem Vermerk? wenn der nur unter dem (i) erscheint, ist das ein bisserl arg versteckt.
--- Zitat von: guefz am 10 Feb 21, 18:39 ---Tetraedrit-(Hg) wird erst dann eingetragen, wenn es von einer Fundstelle analysiert wurde und dann auch nur an dieser Fundstelle.
--- Ende Zitat ---
seh ich auch so. Meine Variante 3 hatte ich ja auch schon als schlechteste Lösung bezeichnet.
Und trotzdem nochmal nachgehkt. Wir führen den Varietätsnamen Schwazit. Wenn wir den von den Fundstellen löschen, verschwindet auch damit der eigentliche Kontext, aus dem heraus jene Publikation entstand sowie der historische Kontext. Nur muss eben klar sein, dass Schwazit nicht mit Tetraedrit-Hg gleichzusetzen ist. Und das steht dann bei Schwazit.
Lynx:
... und konkret z.B. beim Stockerstollen https://www.mineralienatlas.de/?l=1032 ist Schwazit durchgestrichen und als Varietät gekennzeichnet. Wenn Schwazit nur eine Varietät mit Hg ist, dann kommt sie am Stockerstollen vor -> durchstreichen ist nicht passend. Und in der Referenz unter (r) heisst es
"s. https://www.zobodat.at/pdf/Der-steirische-Mineralog_27_2013_0060.pdf
Die einzige Analyse aus 1849 mit >= 15 % Hg ist mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Fehlbestimmung."
Das passt auch nicht, weil da gleichgesetzt wird Schwazit=Tetraedrit-Hg...
Das Dilemma entsteht dadurch, dass Schwazit jetzt undefiniert ist - und eigentlich wieder eine möglich Bezeichnung ist.
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