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Autor Thema: Belemnit oder Murmel  (Gelesen 1082 mal)

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Offline Lia

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Belemnit oder Murmel
« am: 17 Feb 21, 00:48 »
Hallo zusammen,

im Thread "Mineralien auf Fossilien" habe ich Bilder hochgeladen, die ich zur Klärung nochmal von anderen Perspektiven aufgenommen habe.
Für mich sieht es aus wie ein Fossil, da es sich optisch vom Umgebungsgestein abhebt und - wie ich finde - einem Belemniten ziemlich ähnlich sieht :)

LG Lia

Offline Lia

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Re: Belemnit oder Murmel
« Antwort #1 am: 17 Feb 21, 00:51 »
Stimmt, farblich sieht es dem Diabas ähnlich.

Offline felsenmammut

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Re: Belemnit oder Murmel
« Antwort #2 am: 17 Feb 21, 06:50 »
Glück Auf!

Bild a bis d: Ja, eindeutig eine Murmel in einem basischen Ergussgestein (Mutmaßung). Diabas, Melaphyr/Mandelstein, Basalt, Andesit sind so übliche Gesteine, in denen man solche Murmeln finden kann. Sie können mm klein bis m groß sein. Vorkommen mit guten Aufschlüssen und nicht ganz so weit weg sind bei Idar-Oberstein in Deutschland, Turnov in Tschechien und Swierzawa in Polen, aber darüber hinaus weltweit zu finden. Einige Beispiele sind hier:

Deutschland/Rheinland-Pfalz/Birkenfeld, Landkreis/Herrstein-Rhaunen, Verbandsgem./Niederwörresbach/Steinbruch Juchem
Belemnit oder Murmel
Tschechien/Královéhradecký kraj (Königgrätz)/Jičín, Okres (Jitschin)/Eisenstädtel (Zeleznice)/Doubravice (Doubrawitz)/Doubravice Steinbruch (Doubrawitz; Kyje)
Belemnit oder Murmel
Dänemark/Färöer Inseln/Suduroy, Insel/Steinbruch am Berg Okslin
Belemnit oder Murmel


Die Form kann dabei von kugelrund, belemnitenförmig gelängt bis flatschig flach variieren. Inhalte sind häufig Calcit, Quarz und Chalcedon, Zeolithe und weniger häufig dann eine Vielzahl weiterer Minerale. An vielen Vorkommen sind die Mandeln durch eine mechanisch schwache Mineralschicht vom Gesteine getrennt, was die Bergung begünstigt. Der grüne Delessit ist dabei eines der häufigen Minerale. Eine gute Trennung von Gesteinsbestandteilen aus der Gesteinsmatrix ist kein Unterscheidungsmerkmal für Fossilien und Minerale.

Die Bilder "diabas" und "diabas1" brauchen auch noch etwas Interpretation. Ich will die Deutung mal einfahch halten, auch wenn dadurch viel Angriffsfläche für Ergänzungen ensteht. Relevante Informationen zu dem Fund und dem Fundort, insbesondere von Regionalsammlern, können aber gerne ergänzt werden. Den Bildern, der Beschreibung, dem Etikett und wenn der Fundort stimmt, dann auch den im Mineralienatlas für diesen Fundort gelisteten Gesteinen nach zu urteilen, handelt es sich um eine Brekzie mit Schieferklasten in einer Calcitmatrix. Das mit dem Calcit müsste nochmal überprüft werden, da man ihn nur vom Bild her leicht mit Quarz verwechseln kann. Härte und ein Tropfen Salzsäure schaffen da schnell Klarheit. Marmor und Schiefer bilden sich bei Regionalmetamorphose. Sind in den Ausgangsgesteinen Diabase mit eingeschaltet, entstehen aus den Diabasen bei der Regionalmetamorphose Amphibolite. Der Diabas behält dabei weitestgehend sein isotropes Gefüge. Auch wenn eine gewisse flächige Orientierung der Amphibolminerale zu beobachten ist, kann man keine Schieferung feststellen. Harnische können aber je nach Tektonik reichlich auftreten. Kalk ist zwar ein umgangssprachlich viel verwendeter Begriff, im geologischen Kontext aber unglücklich weil mehrdeutig. Gemeint ist hier wohl Kalkstein. Aus Kalkstein entsteht bei Regionalmetamorphose Marmor. Auf den Bildern ist aber kein Marmor zu sehen, auch wenn es körniger Calcit sein sollte.

Vieles ist hier im Mineralienatlas erklärt. Einfach mit den oben genannten Begriffen im Mineralienatlas auf Reisen gehen. Wenn es Fragen oder Unklarheiten gibt, einfach fragen. Eventuell gibt das Anlass für Ergänzungen.

Mit freundlichen Grüßen

Das Felsenmammut
« Letzte Änderung: 17 Feb 21, 09:02 von felsenmammut »

Offline jkstar

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  • Wulfenit Tsumeb
Re: Belemnit oder Murmel
« Antwort #3 am: 17 Feb 21, 08:32 »
Hier ist ein Stück von fossiler  Herkunft, was zum verwechseln ähnlich ist. Fundort Villmar.

Gruß, Julian

 

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