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Autor Thema: Rutil mit epitaktisch aufgewachsenem Anatas  (Gelesen 1723 mal)

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Offline Lexikon

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Rutil mit epitaktisch aufgewachsenem Anatas
« am: 20 Mar 21, 20:21 »
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Österreich/Tirol/Schwaz, Bezirk/Finkenberg, Gemeinde/Zamser Grund/Schrammacher/Oberschrammachkees
Rutil mit epitaktisch aufgewachsenem Anatas

Offline Klaus Schäfer

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Rutil mit epitaktisch aufgewachsenem Anatas
« Antwort #1 am: 20 Mar 21, 20:21 »
Hallo Kollegen und Anatasfreaks,

meines Erachtens haben wir es hier nur mit Rutil zu tun.

Offline Pcheloyad

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Re: Rutil mit epitaktisch aufgewachsenem Anatas
« Antwort #2 am: 20 Mar 21, 20:33 »
Vllt. kann man die Epitaxie nicht so gut erkennen ?

Wenn das Stüfchen in einem anderen Winkel "eingespiegelt" würde/könnte...

Hab das selber mit Perowskit epitaktisch auf Leucit von der Graulay so erlebt.

Erst denkste: "Hmmm....schaut so "geordnet" aus, aber täuschst Dich bestimmt" .

Dann spiegelst das Stüfchen im "richtigen" Winkel zur Lichtquelle und dann schaut einer der Eifel-Spezialisten ( Günter Blaß ) drüber und bestätigt die Epitaxie.

Sehr schwer bei kleinen Objekten, das photographisch einzufangen.

Spannendes Stück allemal, welches Du uns hier rausgesucht hast.

VG

Marcus




Offline felsenmammut

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Re: Rutil mit epitaktisch aufgewachsenem Anatas
« Antwort #3 am: 21 Mar 21, 07:40 »
Glück Auf!

Rutil wäre möglich. Oder es ist etwas ganz Anderes und die scheinbar Kniezwillinge andeutenden Linen sind lediglich das Ergebnis von jetzt sichtbar gewordenen Kontaktflächen zu einem ehemels vorne dran sitzenden Kristall, der jetzt abgefallen ist.

Mit freundlichen Grüßen

Das Felsenmammut

Online Josef 84,55

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Re: Rutil mit epitaktisch aufgewachsenem Anatas
« Antwort #4 am: 21 Mar 21, 07:57 »
Hallo,

es gab schon mal eine Diskussion zu diesem Stück.

https://www.mineralienatlas.de/forum/index.php?topic=34374.msg258719#msg258719

Ich bin auch heute noch der Meinung, dass es sich um ein linomitisiertes Sulfid wie Markasit oder Arsenkies handelt.

Grüße Josef

Offline Klaus Schäfer

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Re: Rutil mit epitaktisch aufgewachsenem Anatas
« Antwort #5 am: 21 Mar 21, 10:20 »
Hallo liebe Sammler und Freunde der verqueren Kristallographie,

Meine Kritik an der Bildbeschreibung fußt auf dem Vergleich mit einem Stück aus meiner Sammlung. Ich habe das Stück heute im Lexikon eingestellt, um  zu verdeutlichen, daß es sich zwar um einen zyklischen Rutilzwilling, aber nicht um eine Epitaxie mit Anatas handelt.

Schweiz/Wallis, Kanton/Goms, Bezirk/Binntal/Binn/Kriegalptal (Chriegalptal)/Wannigletscher-Scherbadung
Rutil mit epitaktisch aufgewachsenem Anatas
Schweiz/Wallis, Kanton/Goms, Bezirk/Binntal/Binn/Kriegalptal (Chriegalptal)/Wannigletscher-Scherbadung
Rutil mit epitaktisch aufgewachsenem Anatas


Die erste Ansicht ist annähernd deckungsgleich mit der kritisierten Aufnahme. Man erkennt den Zykling und die einspringenden Winkel zwischen sechs Rutilkristallen. Diese einspringenden Winkel wurden in der kritisierten Aufnahme als hemiedrisch ausgebildete (also nicht bipyramidale, sondern polar-pyramidale) Anataskristalle verstanden, die den Rutilen epitaktisch aufsitzen sollen. Diese "Spitzen" sind allerdings immanenter Bestandteil der extrem kurzprismatisch-pyramidal ausgebildeten Rutile auf beiden Stüfchen.

Schweiz/Wallis, Kanton/Goms, Bezirk/Binntal/Binn/Kriegalptal (Chriegalptal)/Wannigletscher-Scherbadung
Rutil mit epitaktisch aufgewachsenem Anatas
Schweiz/Wallis, Kanton/Goms, Bezirk/Binntal/Binn/Kriegalptal (Chriegalptal)/Wannigletscher-Scherbadung
Rutil mit epitaktisch aufgewachsenem Anatas
Tschechien/Karlovarský kraj (Karlsbad)/Sokolov, Okres (Falkenau)/Horní Slavkov, Obec (Schlaggenwald, Gemeinde)
Rutil mit epitaktisch aufgewachsenem Anatas


Gut erkennbar wird es in diesen Aufnahmen, bei denen, die Aufnahme Richtung um 90° geändert wurde. Im Prinzip könnte man diese Ausbildung der Rutile und ihre zyklische Zwillingsbildung sehr gut mit Zinnsteinzwillingen, den sogenannten "Visisergraupen" in Form und Anordnung gleichsetzen.

Schweiz/Wallis, Kanton/Goms, Bezirk/Binntal/Binn/Ofenhorn-Turbhorn-Gebiet/Turbenalp
Rutil mit epitaktisch aufgewachsenem Anatas


Rutile, die prismatisch mit kleinen Pyramidenflächen ausgebildet sind bilden zyklische Zwillinge, bei denen nach außen eine polygonale Form ohne einspringende Winkel entsteht. Hier ein Beispiel von der Turbenalp, ebenfalls im Binntal gelegen.

Offline oliverOliver

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Re: Rutil mit epitaktisch aufgewachsenem Anatas
« Antwort #6 am: 21 Mar 21, 12:02 »

es gab schon mal eine Diskussion zu diesem Stück.

https://www.mineralienatlas.de/forum/index.php?topic=34374.msg258719#msg258719


jo - was mich wieder mal in meinem Appell an die Admins bzw. Stefan bestärkt, bei Bildern den Link zu einer bereits bestehenden Diskussion zu belassen, auch wenn diese inzwischen zu den "erledigten" verschoben wurde - einfach um allfällige "Doppel-Diskussionen" zu vermeiden ....

Offline Klaus Schäfer

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Re: Rutil mit epitaktisch aufgewachsenem Anatas
« Antwort #7 am: 21 Mar 21, 12:36 »
Hallo Oliver,

Prinzipiell gebe ich dir recht. Man hätte die Diskussion an anderem Ort weiterführen können. Allerdings ist das Weiterführen in diesem Fall wichtig, da die Synopse zum falschen Schluss führte.

Gruß von Klaus

Offline oliverOliver

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Re: Rutil mit epitaktisch aufgewachsenem Anatas
« Antwort #8 am: 21 Mar 21, 13:07 »
ja klar, ich spreche mich ja keinesfalls gegen das Weiterführen aus, ganz im Gegenteil -
war eine rein technische Anmerkung: wenn (angeblich) erledigte Diskussionen mit dem Bild verknüpft blieben, sprich man durch Anklicken des Diskussions-Buttons weiterhin zur "alten" Diskussion käme, anstatt eine neue zu erföffnen, würde das ja das Weiterführen einer Diskussion erleichtern - weil eben alle Beiträge in einem einzigen Thread wären, anstatt auf zwei aufgeteilt zu sein ......

Online Josef 84,55

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Re: Rutil mit epitaktisch aufgewachsenem Anatas
« Antwort #9 am: 21 Mar 21, 18:06 »
Hallo,

schöne Beispiele Klaus. Ich kenne auch Fundstellen bei denen es solche visiergraupenartige Rutilzwillinge gibt, z.B. Grub bei Rinchnach.
Aber der Winkel zwischen den mittleren beiden Kristallen passt dennoch besser zum Markasit. Die Streiffung vom linken und rechten Teil sind parallel was auf einen durchgehenden Kristall hinweißt mit zwei Zwillingspartnern die sich in einer normalen Kontaktfläche in einem stumpferen Winkel treffen. Beim Markasit währe der Winkel zweier auf einander zugerichteten Zwillingen 149,23° und beim Rutil 131,22° falls ich die Messfunktion in Kristall2000 richtig angewandet habe.

Ohne Analyse glaube ich hier nicht an ein Titanoxid.

Ich hänge zur Übersicht noch mal die Kristallzeichnung von 2013 an.

Grüße Josef

 

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