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Rutil mit epitaktisch aufgewachsenem Anatas

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Klaus Schäfer:
Hallo liebe Sammler und Freunde der verqueren Kristallographie,

Meine Kritik an der Bildbeschreibung fußt auf dem Vergleich mit einem Stück aus meiner Sammlung. Ich habe das Stück heute im Lexikon eingestellt, um  zu verdeutlichen, daß es sich zwar um einen zyklischen Rutilzwilling, aber nicht um eine Epitaxie mit Anatas handelt.

Rutil mit epitaktisch aufgewachsenem Anatas

Die erste Ansicht ist annähernd deckungsgleich mit der kritisierten Aufnahme. Man erkennt den Zykling und die einspringenden Winkel zwischen sechs Rutilkristallen. Diese einspringenden Winkel wurden in der kritisierten Aufnahme als hemiedrisch ausgebildete (also nicht bipyramidale, sondern polar-pyramidale) Anataskristalle verstanden, die den Rutilen epitaktisch aufsitzen sollen. Diese "Spitzen" sind allerdings immanenter Bestandteil der extrem kurzprismatisch-pyramidal ausgebildeten Rutile auf beiden Stüfchen.

Rutil mit epitaktisch aufgewachsenem AnatasRutil mit epitaktisch aufgewachsenem Anatas

Rutile, die prismatisch mit kleinen Pyramidenflächen ausgebildet sind bilden zyklische Zwillinge, bei denen nach außen eine polygonale Form ohne einspringende Winkel entsteht. Hier ein Beispiel von der Turbenalp, ebenfalls im Binntal gelegen.

oliverOliver:

--- Zitat von: Josef 84,55 am 21 Mar 21, 07:57 ---
es gab schon mal eine Diskussion zu diesem Stück.

https://www.mineralienatlas.de/forum/index.php?topic=34374.msg258719#msg258719


--- Ende Zitat ---

jo - was mich wieder mal in meinem Appell an die Admins bzw. Stefan bestärkt, bei Bildern den Link zu einer bereits bestehenden Diskussion zu belassen, auch wenn diese inzwischen zu den "erledigten" verschoben wurde - einfach um allfällige "Doppel-Diskussionen" zu vermeiden ....

Klaus Schäfer:
Hallo Oliver,

Prinzipiell gebe ich dir recht. Man hätte die Diskussion an anderem Ort weiterführen können. Allerdings ist das Weiterführen in diesem Fall wichtig, da die Synopse zum falschen Schluss führte.

Gruß von Klaus

oliverOliver:
ja klar, ich spreche mich ja keinesfalls gegen das Weiterführen aus, ganz im Gegenteil -
war eine rein technische Anmerkung: wenn (angeblich) erledigte Diskussionen mit dem Bild verknüpft blieben, sprich man durch Anklicken des Diskussions-Buttons weiterhin zur "alten" Diskussion käme, anstatt eine neue zu erföffnen, würde das ja das Weiterführen einer Diskussion erleichtern - weil eben alle Beiträge in einem einzigen Thread wären, anstatt auf zwei aufgeteilt zu sein ......

Josef 84,55:
Hallo,

schöne Beispiele Klaus. Ich kenne auch Fundstellen bei denen es solche visiergraupenartige Rutilzwillinge gibt, z.B. Grub bei Rinchnach.
Aber der Winkel zwischen den mittleren beiden Kristallen passt dennoch besser zum Markasit. Die Streiffung vom linken und rechten Teil sind parallel was auf einen durchgehenden Kristall hinweißt mit zwei Zwillingspartnern die sich in einer normalen Kontaktfläche in einem stumpferen Winkel treffen. Beim Markasit währe der Winkel zweier auf einander zugerichteten Zwillingen 149,23° und beim Rutil 131,22° falls ich die Messfunktion in Kristall2000 richtig angewandet habe.

Ohne Analyse glaube ich hier nicht an ein Titanoxid.

Ich hänge zur Übersicht noch mal die Kristallzeichnung von 2013 an.

Grüße Josef

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