Gesteine / Rocks / Rocas > Sonstige Lokationen / Other Locations

Ist das ein Granat Peridotit?

(1/2) > >>

Lothar Schuh:
Hallo,
ich hab diesen Stein bei einem Steinmetz gefunden. Weiss nicht woher der kommt. Sieht aber nach Mantelgestein (Olivin, Pyroxen und Granat ) aus.
Bildgröße: ca. 3 auf 4 cm

Liege ich da halbwegs richtig?

Lothar

aca:
Sind da nicht auch Feldspäte (Plagioklas) drin?
Plagioklas in Peridotit ist nichts Verbotenes, ich frag nur...

Lothar Schuh:
Hallo,
da komm ich eben auch nicht weiter. Plagioklas und Granat passen bezüglich der pT-Bedingungen nicht !? Da gibts Granat-Lherzolith, Spinell-Lherzolith und Plagioklas-Lherzolith. Und das passt nicht, wenn Granat und Plag. zusammen drin sind....

Oder lieg ich da falsch?

Ist Peridotit vielleicht falsch, dann wäre das Grüne kein Olivin...

Gruß
Lothar

felsenmammut:
Glück Auf!

Nur anhand von Bildern, bei denen entweder die Minerale nicht zu identifizieren sind oder andere charakteristische und eindeutige Merkmale fehlen, eine Geteinsbestimmung vorzunehmen, die zudem noch einen gewissen Anspruch an Zuverlässigkeit haben soll, stellt die Hoffnung über die Erwartung.

Eine Dichtemessung könnte etwas Klarheit schaffen. Wenn der Großteil der Masse Quarz und Feldspat ist mit dem sichtbaren Anteil an rotem Granat und vielleicht noch diversen anderen Mineralen mit höherer Dichte, würde wohl die Gesamtdichte trotzdem unter 3 g/cm3 liegen. Bei Peridotit oder Ähnlichem sollte sie deutlich über 3 g/cm3 liegen.

https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Dichte

Olivin ist in konzentrierter Salzsäure langsam löslich während Quarz und Feldspat stabil sind. Bei Quarz und Feldpst kann die Säure vollständig verdunsten und es bleiben die gleichen Quarz- und Feldspatkrümel zurück, die man für den Test verwendet hat. Bei Olivin bleibt beim Eintrocknen ein gelartiger Anteil übrig, der nicht so richtig eintrocknen will. Die Reaktion ist nicht besonders schnell, so dass gegebenenfalls noch ein Teil des Olivinkorns übrig bleibt. In der Regel reichen ein paar kleine Krümel und ein paar Tropfen für den Test.

Wenn man das Stück selber schleift und poliert und Erfahrung mit Quarz, Feldspat und Olivin hat, dann wird man merken, dass Olivin deutlich langsamer eine gute Politur annimmt. Allerdings ist dieses Argument weniger zuverlässig, da Quarz unter einigen Bildungsbedingungen (z.B. manchmal hornsteinartige Bildungen in Hydrothermalsystemen) ebenfalls schwer polierbar wird. Feldspat hat auch so seine Problemzonen (Rhyolithe, Alteration). Mit als Körner sichtbarem Quarz und Feldspat (ohne Alteration) in magmatischen Gesteinen hatte ich bisher keine Schwierigkeiten.

Mit freundlichen Grüßen

Das Felsenmammut

Lothar Schuh:
Danke für die ausführliche Antwort.

Dichte werde ich bestimmen... Den HCl-Test mach ich auch.

Gruß
Lothar

Navigation

[0] Themen-Index

[#] Nächste Seite

Zur normalen Ansicht wechseln