Glück Auf!
Im Kaokeveld kann der Dioptas auch recht nadelig werden. Die erste Dioptasgeneration sitzt meist in mehr oder weniger quarzigen Partien im Dolomit. Bei sparsam besetzten Stufen sind die Kristalle meist vereinzelt, Aggregate aus nadeligen Kristallen können auftreten. Vom Gesamteindruck der Stufe her könnte ich sagen, ich habe eine ähnlich aussehende Stufe, aber die nadeligen Kristalle sind deutlich vereinzelt. Bei gut ausgebildeten Kristallen kann die Kristallform die Vermutung Dioptas schon unterstützen oder widerlegen. Aber dazu reicht die Bildqualität nicht aus. Calcit ist als jüngere Bildung im Kaokeveld weit verbreitet, bildet freistehende Kristalle oder füllt die Hohlräume komplett aus.
Brochantit löst sich heimlich still und leise in höher konzentrierter Salzsäure auf (sie muss nicht rauchen, aber 20% wären schon sinnvoll, um ein eindeutiges Ergebnis in annehmbarer Zeit zu sehen. Läst man den Tropfen Salzsäure, der den Probenkrümel auflösen sollte, wieder eintrocknen, bilden sich häufig kleine nadelige Kristalle. Dioptas löst sich allmählich auch in HCl, hinterläst aber ein gelartiges Material, das nicht richtig eintrocknen will.
Mit etwas Übung kann man auch den Härteunterschied für die Bestimmung nutzen. Ein Splitter von den Mikromounts auf einer Kupferplatte positionieren und mit einem Holzstäbchen mit leichtem Druck schieben. Dioptas macht leicht Kratzer. Bei Brochantit ist es schwieriger und der Kristall zerbröselt eher unter dem Holzstäbchen, wenn man gewillt ist, etwas mehr Druck auszuüben, um einen eindeutigen Kratzer zu erzeugen. Die Probenahme muss sehr sorgfältig erfolgen, damit man keinen Quarz an dem Krümel hat. Quarz ritzt Kupfer in jedem Fall, egal ob mit Dioptas oder Brochantit.
Dem Vorschlag mit Brochantit von z.B. Marokko bin ich auch nicht abgeneigt.
Mit freundlichen Grüßen
Das Felsenmammut