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Autor Thema: Achate aus Brasilien  (Gelesen 1474 mal)

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Offline Praxiteles

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Achate aus Brasilien
« am: 15 Feb 21, 10:25 »
Weiß jemand den Grund, warum so selten höherwertige brasilianische Achate (ungefärbte aber farbintensive mit schöner Zeichnung) angeboten werden? Meist findet man nur kleine, farbarme Geoden mit wolkenartiger Musterung.
Gibt es dort keine nennenswerten Vorkommen oder werden die ggf. industriell anders verarbeitet?
Bin seit Monaten vergebens auf der Suche.

Offline Klaus Schäfer

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Re: Achate aus Brasilien
« Antwort #1 am: 15 Feb 21, 10:46 »
Hallo Michael,

Es gibt durchaus schöne naturfarbige und schön gemusterte Achate aus Brasilien im Handel. Allerdings in der Regel als Scheiben. Achate dieser Qualität musst du dir, wenn du halbe Mandeln möchtest, selbst zurechtschneiden und schleifen. Achate mit schöner Zeichnung werden auch als "Piranha-Achate" bezeichnet - klassische Preisankurbelung.
Hier in Idar-Oberstein kannst du zur Zeit Rohsteine dieser Art und schöne Scheiben bei der Firma Dreher in Tiefenstein und bei der Firma Impexco auf der Lay erwerben. Ab und an gibt  es auch bei anderen Händlern regelrechte Kellerfunde, wie die angehängten Achate von der Firma Otto Bühl zeigen. Falls du also eine Expedition in besseren Zeiten nach Idar-Oberstein starten solltest, vergiss nicht bei mir reinzuschauen,

Gruß von Klaus
« Letzte Änderung: 15 Feb 21, 11:48 von Klaus Schäfer »

Offline Praxiteles

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Re: Achate aus Brasilien
« Antwort #2 am: 15 Feb 21, 21:54 »
Vielen Dank Klaus!
Deine beiden Achate sind ein Traum. Gerne komme ich auf Deine Einladung zurück, wenn wir alle geimpft sind. Bis dahin heißt es wachsam sein.
Bleibt hinsichtlich brasilianischer Achate nur die Frage, warum im Vergleich zu Argentinien und Mexiko so minderwertige Ware angeboten oder allenfalls scheibchenweise verkauft wird. Eine modische Erscheinung?
Liebe Grüße
Michael

Offline Klaus Schäfer

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Re: Achate aus Brasilien
« Antwort #3 am: 16 Feb 21, 10:39 »
Hallo Michael,

Das sind Marktentscheidungen. Marokkanische und Mexikanische Achate sind limitiert und haben einen relativ hohen Wert. Produziert werden die Schliffe von europäischen oder amerikanischen, selten einheimischen und vor allem kleineren Händlern die einen direkten Kontakt zu ihren wenigen Kunden (Sammlern) haben. Geschliffen werden kleinere Partien (20 bis 400 Steine). Diese Sammlersteine kosten dann zwischen 5 - und 50.000 Euro im Stück.

Brasilianische Steine werden in großen Mengen von brasilianischen größeren Firmen abgebaut, die in sich in Konkurrenz einen größeren Markt teilen und einen bedeutenden Umsatz haben. Gedacht sind die Achate für Anwender - nicht für Sammler. Kleinen Achatscheiben werden zum Beispiel millionenfach in Brasilien für Windspiele geschliffen und gebohrt und über die ganze Welt verteilt. Die Firma Impexco hier in Idar-Oberstein allein hat konstant zwei Dutzend Achat-Produkte, die in Brasilien aus brasilianischem Achat geschliffen wurden, im Angebot - vom Trommelstein über Buchstützen bis hin zum Aschenbecher. Das meiste sind kleinpreisige Artikel zwischen 0,5 Euro und 50 Euro.

Auch die Schleifereien in Idar-Oberstein brauchen Achatlieferungen aus Brasilien, allerdings zur Produktion gefärbter Ware wie Onyx und Karneol. Ab und an werden dann auch naturfarbene Rohsteine für die unterschiedlichsten Zwecke geordert. In Idar-Oberstein kannst Du dir dann auch die Rohsteine für deine sammlerischen Zwecke kaufen und schleifen lassen.

Du könntest sie aber auch in Brasilien sammeln. Jens Götze aus Freiberg erzählt gerne die Geschichte, daß ihm zugeneigte brasilianische Händler in Soledade spontan einen kleinen Bagger aufgeladen und ihn mit diesem schweren Gerät etwa eine halbe Stunde entfernt in die Pampa gefahren haben, wo er dann am Nachmittag maschinell unterstützt suchen durfte. Die Achate lagen massenhaft knapp unter der Oberfläche und waren für industrielle Zwecke uninteressant, gaben aber passable Sammlungsstücke ab.

Bis bald, Klaus
« Letzte Änderung: 16 Feb 21, 11:32 von Klaus Schäfer »

Offline steinfroilein

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Re: Achate aus Brasilien
« Antwort #4 am: 16 Feb 21, 13:09 »
Brasilianische Steine werden in großen Mengen von brasilianischen größeren Firmen abgebaut, die in sich in Konkurrenz einen größeren Markt teilen und einen bedeutenden Umsatz haben. Gedacht sind die Achate für Anwender - nicht für Sammler. Kleinen Achatscheiben werden zum Beispiel millionenfach in Brasilien für Windspiele geschliffen und gebohrt und über die ganze Welt verteilt.

Bzw. auch bereits zu Schmuck verarbeitete Achatscheiben.

So bin ich vor einiger Zeit zu einer Firmenauflösung (mehrere Kartons voll, original in Schmuckpräsentationsladen) gekommen, wo der Firmeninhaber in Brasilien seinen Zweitwohnsitz hatte.

Fotografiert auf einer Unterlichtleuchte kommen da tolle Strukturen zum Vorschein ....

Allerdings nicht zu toppen mit den Fotos von Klaus.  ;)

Offline Praxiteles

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Re: Achate aus Brasilien
« Antwort #5 am: 16 Feb 21, 17:22 »
So farbenprächtige Achate sind beneidenswert.
Zwei aus meiner kleinen Sammlung können da schwer mithalten. Bei dem einen begeistert mich jedoch die Wolkenbildung.

 

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