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Autor Thema: Eisenoxid im Alkalifeldspat-Granit  (Gelesen 15359 mal)

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Offline Falk

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Eisenoxid im Alkalifeldspat-Granit
« am: 10 Jun 25, 10:38 »
Guten Tag,
ich hoffe meine Fragen passen hier rein. Nun bin ich nicht der klassische Mineralien- oder Gesteinssammler. Ich interessiere mich in erster Linie für Erdpigmente.
Meine Fragen betreffen Hämatit im Alkalifeldspatgranit. Dieser ist ja mitunter rötlich gefärbt, was von Hämatitablagerungen herrühren soll. Nur woher kommt dieses Eisenoxid? Ist es von vornherein im Granit enthalten? Oder entsteht es durch Verwitterung von einem oder mehreren Mineralien die den Granit bilden? (Biotit oder Muskovit)
Danke schon mal.

Offline oliverOliver

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Re: Eisenoxid im Alkalifeldspat-Granit
« Antwort #1 am: 10 Jun 25, 22:05 »
hallo Falk
meines Wissens bzw. meiner Geländeerfahrung nach stammt der Hämatit meistens aus der Granitverwitterung - also wie von dir vermutet, wird das Fe aus anderen Fe-hältigen Mineralien freigesetzt. Ob es auch vorkommen kann, dass Hämatit primär im Granit enthalten ist, weiß ich jetzt ad hoc nicht - wird aber vermutlich schon möglich sein, nachdem es ja in der Geologie "fast nichts gibt, was es nicht gibt".
lg
oli

Offline Falk

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Re: Eisenoxid im Alkalifeldspat-Granit
« Antwort #2 am: 11 Jun 25, 07:29 »
Hallo Oliver,

vielen Dank.

Grüße
Falk
« Letzte Änderung: 11 Jun 25, 10:36 von Falk »

Offline Uwe Kolitsch

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Re: Eisenoxid im Alkalifeldspat-Granit
« Antwort #3 am: 11 Jun 25, 10:17 »
Rötlicher Feldspat ist durch (meist feinste) Hämatitschüppchen gefärbt (entweder in Form einer Entmischung bei Abkühlung oder durch spätere hydrothermale Prozesse).
Vgl. Sonnenstein.

Granit s.l. enhält auch andere Fe-haltige Mineralien (Glimmer, z.T. Amphibole).

Offline Falk

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Re: Eisenoxid im Alkalifeldspat-Granit
« Antwort #4 am: 11 Jun 25, 10:37 »
Aha, dann trifft praktisch Beides zu - er ist enthalten wenn auch feinst und bildet sich bei Verwitterung.

Offline Falk

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Re: Eisenoxid im Alkalifeldspat-Granit
« Antwort #5 am: 12 Sep 25, 09:56 »
Hallo, nochmal eine Frage zur Geochemie und Verwitterung: Bei der Verwitterung von Gesteinen entsteht ja manchmal dieser farbiger Grus. Ist der Boden mit diesem Grus rot gefärbt ist Hämatit also Fe2O3 beteiligt, ist er braun/gelb dann steckt da u. A. Limonit FeO(OH) mit drin. Im Schwarzwald habe ich schon oft beobachtet, dass der Boden in Gegenden mit Alkalifeldspatgranit rot ist, in Gegenden mit Paragneisen gelb/braun. Bei beiden Gesteinen verwittert doch eisenhaltiger Glimmer bzw. Feldspat mit Eisenoxiden. Mich interessiert nun, was für Bedingungen braucht es damit Limonit entsteht und was muss da sein damit Hämatit entsteht?

Grüße
Falk
« Letzte Änderung: 12 Sep 25, 10:04 von Falk »

Offline smaragd123

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Re: Eisenoxid im Alkalifeldspat-Granit
« Antwort #6 am: 12 Sep 25, 13:55 »
Moin,

Wie die Formel der beiden schon erahnen lässt, kommt es hauptsächlich auf den Wasser-Gehalt an. Hämatit entsteht eher in Systemen (z.B. Magmatischen) in denen der Wassergehalt nur eine sekundäre Rolle spielt.
Goethit (bzw. Limonit) ist ein sekundäres Verwitterungsprodukt was meistens in einem Oberflächen-nahen, wässrigen Medium gebildet wird (auch aus Hämatit).

Grüße Noah

Offline Falk

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Re: Eisenoxid im Alkalifeldspat-Granit
« Antwort #7 am: 12 Sep 25, 14:03 »
Aha. Also bei der Oxidation zu Hämatit reicht Sauerstoff und bei Limonit muss es feucht sein? Und was ist ein sekundäres Verwitterungsprodukt? Ist da früher schon mal was verwittert?

Offline smaragd123

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Re: Eisenoxid im Alkalifeldspat-Granit
« Antwort #8 am: 13 Sep 25, 08:12 »
Ja genau, du hast oftmals eine Art zeitliche Reihenfolge in der die Fe-Minerale (Phasen) in geologischen Systemen umgewandelt werden.
Du startest z.B. in einem reduzierten, magmatischen System mit der Bildung von Magnetit (direkt aus der Schmelze). Dieser wird beim Wechsel zu einem oxidierenden Milieu (Oberflächen-naher) dann in Hämatit umgewandelt (Martitiserung, z.B. gut repräsentiert durch Pseudomorphosen von Hämatit nach Magnetit vom Vulkan Payún Matrú aus Argentinien).
Hämatit ist relativ stabil an der Erdoberfläche, daher verwittert er auch im wässrigen Milieu nur langsam zu limonitischen Phasen (im Endeffekt "Rost"). Pyrit ist da z.B. deutlich anfälliger für diese sogenannt Hydratisierung, daher finden sich oftmals Umwandlungen von Pyrit zu Limonit (Pseudomorphosen dann von Limonit nach Pyrit).

Man spricht bei derartigen Phasenumwandlungen (Minerale reagieren zu anderen Mineralen) oftmals von primärem und sekundärem Mineral. In dem oben beschriebenen Fall wäre Limonit aber ja sogar eine tertiäre (dritte) Mineralphase die sich bildet. Da die geologische Historie eines Minerals sehr komplex sein kann bleibt man daher bei typischen "primär/sekundär" Bezeichnungen.

Grüße Noah

 

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