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Nur noch Dilletanten unterwegs...

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Fabian99:
Hallo Tobias,

deinen Ausführungen zu Dilettant zu Profi stimme ich zu.
Was Thomas und die anderen in meinen Augen zum Ausdruck bringen wollen, ist diese CRTL-A,C,V Mentalität. Kurz mal eben zusammenklatschen, keine Selbstkritik oder Falsifizierung.

Deine Ausführungen zur Wirtschaftlichkeit stimmen voll und ganz, jeder der Erz fördert möchte nicht einen 500Euro-Schein auf jede Tonne kleben. Aber es gibt auch Ausnahmen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Rheingold_(Schwimmbagger)
Diese Entscheidungen nennen sich dann gerne "strategisch", lol wenn man die Herkunft des Wortes kennt und dann den nächsten Absatz liest.

Warum jetzt und hier ein Wiki-Link? Eine Diskussion in einem Online-Forum sehe ich etwas anders als eine offizielle Information eines gesetzgebendes, geldfreigebendes "Entscheidungsgremiums"=Landtag. Jede Seminararbeit würde ohne Primärliteratur zerrissen. Wenn
sich die Schlipsträger mit 8319€ Diät mit einer solchen Antwort auf Schulniveau (naja Lehrer akzeptieren in der Regel keine Wikis als Quelle) zufrieden geben - was soll's?

Aber ich könnte vielleicht doch in die Politik gehen! Ich kann googlen, influenzen und youtuben - Ein neuer Ansatz...  8)

LG

Johannes Kalbe:

--- Zitat von: giantcrystal am 12 Aug 21, 15:35 ----- Haben die keine Geologen mehr im Ministerium, die über das Thema Bescheid wissen. Wie gesagt, das ehemalige geologische Landesamt ist in dem Ministerium aufgegangen ?

-- Kommen die nicht (mehr) an andere Unterlagen ran und müssen auf den Mineralienatlas als Datenbasis zurückgreifen. Das ist für uns hier zwar sehr ehrenhaft, aber trotzdem der falsche Weg...

-- Wissen die nichts (mehr) von dem gross angelegten Bundesbohrprogramm auf Kupferschiefer in Hessen in den 1980er Jahren und den nachfolgenden weitergehenden Bohrungen von St. Joe und anderen Gesellschaften, die durchaus abbaufähige große Kupferschieferlagerstätten südlich des Richelsdorfer Revieres nachweisen konnten ?

-- Wissen die nicht mehr, wo man nachfragen kann, wenn man selber anscheinend wenig Ahnung hat, z.B. bei der BGR in Hannover, GDMB, RDB, Bundesverband deutscher Geologen etc....

-- Wie kommt es zu dieser Art des Unwissens in einem Fachministerium ???

--- Ende Zitat ---

Die Antworten sind relativ einfach (die Antwort betrifft natürlich auch Politik, daher hoffe ich die ist an dieser Stelle trotzdem so ok):

Anstrich 1,2 & 3: GeolDG §28 (ggf. noch § 31(1)2 und §32(1)2). D.h. auch, es dürfen in solchen Anfragen nur öffentlich zugängliche Informationsquellen zitiert werden. Hier also der MA. Hat den Vorteil, dass man bei Argumententen gegenüber Mandatsträgern darauf auch mal Hinweisen kann. Stefan wird das also eher mit Freude lesen.

Anstrich 4 ist wegen o.g. Grund obsolet: Wozu fragen, wenn man die Antwort nicht weitergeben darf. Die Kommunikation zwischen den Landesgeol.fachbehörden und der BGR ist meiner Erfahrung nach eigentlich ziemlich gut.

Anstrich 5: Fachministerien lassen i.d.R. solche Anfragen unter Zuhilfenahme der Oberen Landesbehörden beantworten. Aufgabe dieser OL ist u.a. ist die fachliche Beratung der Regierung, nicht die fachliche Beratung der Opposition (die hier die Anfrage gestellt hat). Das GeolDG wurde ja auch deshalb vorangetrieben, damit mehr Informationen zu diesem Thema öffentlich zugänglich sind.
Die Oppositionsmitglieder kommen über die entsprechende Arbeit in den Fachausschüssen i.d.R. auch an die entsprechende nicht-öffentliche  Information heran (das ist die Arbeit, die sie machen wenn "Der Bürger" schimpft, dass sie nicht alle im Parlament sitzen), aber dann im nicht-öffentlichen Teil, der dann natürlich auch nicht für PR-Arbeit sondern nur für die inhaltliche Begleitung von Prozessen genutzt werden kann.

Unabhängig davon sehe ich es kritisch, dass Stellenneubesetzungen in den Fachämtern (so es sie denn noch gibt) heutzutage aus Haushaltsgründen oft ohne überlappende Einarbeitungszeit durchgeführt werden und man den Wissensverlust mit einer Abwandlung des alten Umzugsspruchs "dreimal neubesetzt ist wie einmal abgebrannt" ganz gut beschreiben kann. Auch das spielt mitunter in die von Dir am Anfang kritisierten Punkte mit hinein. Das liegt aber leider i.d.R. im Bereich des jeweiligen Finanzministeriums und nicht bei den Fachministerien. Kritik an den Zuständen muss man also meist dort und beim MP anbringen.

Besten Gruß

Doc Diether:
ich hatte einmal vor ca. 5 Jahren die Freude, im Rahmen eines informellen Treffens der VFMG mit den Abteilungsleitern des Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau in Freiburg zur Frage, wo und wann überhaupt noch gesammelt werden dürfte, einige aufschlussreiche Informationen zu bekommen:
a) Es fand sich bei den Fachleuten niemand, der bereit war, die Vorschriften- und Gesetzeslage diesbezüglich einmal für den Sammler, sprich "Aufschluss"  darzustellen, daß der Normal-Sammler konkret Bescheid weiß.
b) Auf die Frage, ob die Behörde denn bei der Erstellung neuer Vorschriften und Gesetze (Land und Bund), die den Geo-Bereich tangieren, gefragt würde, war keine Zustimmung zu erfahren. Kulturgut-Schutz-Gesetz war da hochaktuell.
c) Auf die Frage, warum auf alten 60-jährigen Bergbauhalden im Schwarzwald nicht gesammelt werden dürfte, da es sich ja um Abfall handelte, der im übrigen schon 60 Jahre lang von Sammlern "bearbeitet" wurde, kam die Antwort, daß es sich hier um Denkmalschutz handele.
d) Meine Nachfrage, ob auf der nahegelegenen Freiburger Müllkippe das auch gelte, kam die Antwort: "Ja, die steht auch unter Denkmalschutz."
Da ist selbst der heilige Bürokratius nicht mehr in der Lage, zu helfen.
Doc Diether

vandendrieschen:
Die möchten nicht, dass du oder sonstirgendwer Mineralien aus den Boden hebt. Nur sagen die dir das nicht so direkt.
Als Antwort käme von denen höchstens noch "Dann kaufen Sie doch auf Mineralienbörsen Mineralien, wenn Sie Mineralien sammeln."

Gruß
Jule

helgesteen:

--- Zitat von: Doc Diether am 19 Aug 21, 21:58 --- Es fand sich bei den Fachleuten niemand, der bereit war, die Vorschriften- und Gesetzeslage diesbezüglich einmal für den Sammler, sprich "Aufschluss"  darzustellen, daß der Normal-Sammler konkret Bescheid weiß.

--- Ende Zitat ---

Wir schweifen vom Thema des Threads ab, aber hierzu gibt es eine Äußerung des Pressesprechers des RP Freiburg, Matthias Henrich, wiedergegeben in der Badischen Zeitung vom 15.08.2020 (im Zusammenhang mit einem Einbruch in das Besucherbergwerk Teufelsgrund im Münstertal, der zunächst Mineraliensammlern zugeschrieben wurde, später wurden durch die Polizei aber örtliche Jugendliche als Täter ermittelt):


--- Zitat ---„Nicht nur Einbrüche durch das Aufbrechen von massiven Türen und Gittern an Stolleneingängen werden beklagt. Häufig wird der Waldboden großflächig umgegraben und Gehölz gerodet“. Prinzipiell erlaubt ist nur das Sammeln von Handstücken. Das setze aber ein Betretungsrecht für das Grundstück voraus oder den freien Zugang über die Natur.

--- Ende Zitat ---

Ich denke, das kann jeder für sich interpretieren...

Viele Grüße,
Helge



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