Mineralien / Minerals / Minerales > Mineralien (Fundort) bestimmen / determine minerals

Beryll, Molybdänit und Amazonit aus der Mongolei

<< < (2/2)

felsenmammut:
Glück Auf!

Namentlich ist mir die Mine kein Begriff. Die DDR war bei etlichen Bergbauprojekten in der Mongolei beteiligt. Ich habe mal etwas im Internet rumgekratzt und einiges beim USGS gefunden. Daraus lässt sich grob die Bergbauaktivität auf der Lagerstätte ableiten. Die Lagerstätte wird ausschließlich im Zusammenhang mit Wolframproduktion erwähnt. Wolfram und Molybdän sind aber genetisch eng aneinander gebunden bei Lagerstätten, die man im pneumatolytischen Pegmatoid- bis Greisenmileau ansiedelt. Letztlich entscheidet das Vorhandensein in der Metall liefernden Quelle, ob nur eines oder beide Metalle wirtschaftlich sind. Molybdän und Wolfram sind nur teilweise im gleichen Parameterbereich mobilisierbar und damit teilweise nach unterschiedlichen Lagerstättenbildungsprozessen anzutreffen. Beryll ist bei pegmatischen Bildungsbedingungen regelmäßig anzutreffen. Beryllium - wesentlicher Bestandteil von Beryll - gehört zu den silicophilen Elementen und ist damit bevorzugt in sauren/siliziumreichen Gesteinen (granitoide Gesteine) anzutreffen. Beryll wird bei Greisenbildung meist vollständig wieder aufgelöst. Das unter diesen Bedingungen gut lösliche Beryllium wird überwiegend abtransportiert und andernorts, z.B. Apophysen und Gänge oberhalb des Greisenkörpers zur Bildung neuer Berylliummineralien verwendet. Je nach Bedingungen kann dabei auch wieder Beryll entstehen, andere Berylliumminerale wie Bertrandit sind dann aber häufig anzutreffen. Derartige, sekundäre Berylle sind meist deutlich nadeliger und auch in Rosetten oder Igeln ausgebildet. Am Ende der Greisenbildung können sich auch innerhalb des Greisenkörpers wieder Beryllminerale bilden. Es gibt einen durchaus signifikanten Überschneidungsbereich der Bildungsbedingungen für Beryll und Molybdänit. Diese hier genannten Auzüge einer Kurzfassung sind nicht ansatzweise umfassend. Die Auswahl an Aussagen orientiert sich an der für Burentsogt recherchierten Gesteine. Wer hierzu Anmerkungen hat, kann diese gerne anführen. Mir fallen einige weitere Fundstellen ein, an denen Molybdänit und Beryll zusammen vorkommen: Wildenau (Vogtland), Altenberg (Erzgebirge), Zinnwald, Henneberg bei Weitisberga, Ehrenfriedersdorf, Horní Slavkov, Malyschewa und viele ähnliche Lagerstätten im Ural. Für die erstgenannten Fundstellen sind zwar Molybdänit und Beryll bekannt, Stufen aber selten, auf denen beide Minerale zu beobachten sind. Ein Beispiel für Ehrefriedersdorf ist das hier:

Philip Blümner:
@felsenmammut
das ist ja sehr ausführlich, danke.

Leider ist mir ein Fehler unterlaufen - der Amazonit-Granit trägt Burentsogt als Fundort. Pavel Kartashov kann mir das Vorkommen bestätigen.
Die Molybdänit-Beryll-Stufe allerdings stammt laut Etikett von "Bodontschil, Chowd Aimag, MVR". Mit Herrn Kartashovs Hilfe habe ich die Lokalität gefunden. Es handelt sich um den Bodonchin-Komplex (Bodonchin Khure), nördlich von der Stadt Altai im Chowd Aimag. Allerdings gibt es außer Publikationen, die die Gesteinsabfolgen behandeln, nicht viel mineralogische Info.
In der Nähe gibt es auch W-Lagerstätten, weswegen die Korrektheit der angegebenen Herkunft nicht auszuschließen ist. Es lässt sich nur nicht genau sagen.

LG Philip

Navigation

[0] Themen-Index

[*] Vorherige Sete

Zur normalen Ansicht wechseln