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Autor Thema: Erdverfärbungen  (Gelesen 1253 mal)

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Offline Gelb

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Erdverfärbungen
« am: 29 Aug 21, 12:18 »
Hallo,

wir sind was das Mineralien ausbuddeln angeht absolute Anfänger und nach vielem lesen hier haben wir nun unsere erste Spalte untersucht.

In dieser Spalte haben wir dann neben bzw rund um die großen Brocken, ganz dunkle "Erde" gefunden. Beim näheren Betrachten war es eher sandig oder fein zerbröseltes oder verwittertes Gestein und kurz darauf sind uns diese Lila, Blau und Grünen Verfärbungen aufgefallen.

Könnt Ihr uns sagen um was es sich handelt?
Vielen Dank schonmal im vorraus!

Offline Gelb

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Re: Erdverfärbungen
« Antwort #1 am: 29 Aug 21, 12:23 »
Ach Schade, das mit den Bildern muss ich später nochmal probieren

Online guefz

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Re: Erdverfärbungen
« Antwort #2 am: 29 Aug 21, 14:07 »
Fotos und noch wichtiger der Fundort wären für sinnvolle Antworten erforderlich.

Günter

Offline Gelb

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Re: Erdverfärbungen
« Antwort #3 am: 03 Sep 21, 10:53 »
Vielen Dank fürs Freischalten :)

So, neuer Versuch mit den Bildern.

Fundort: Ehemaliger Steinbruch im Wald bei Waldgirmes (keine weiteren Infos bekannt wie Name etc.)

Kann man von dem Bild her sagen um was für ein Gestein es sich handelt? Wir sind wie gesagt noch völlige Anfänger aber haben auf Kalkstein getippt da es das Gestein ist was hier in der Gegend eigentlich überall zu finden ist neben Roteisenstein, Basalt und Diabas, die wir aber schon ausgeschlossen haben.

P.S. gefunden haben wir leider nicht wirklich was, die Spalte sah leider nur aus als ob es eine Spalte wäre, nach kurzem buddeln hat sich herausgestellt dass es nur mehrere größere Steinbrocken (ca 10kg) im Lehm waren und nichts weiter ausser dieser mysteriösen "Erde" direkt um die Brocken herum.
« Letzte Änderung: 03 Sep 21, 11:10 von Gelb »

Offline Roadrunner

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Re: Erdverfärbungen
« Antwort #4 am: 04 Sep 21, 12:25 »
Hallo,
bei der bläulichen Verfärbung der Erde könnte es sich um Vivianit handeln. Ein Eisenphosphat, welches bekannt dafür ist solche bläulichen Verfärbungen des Erdreiches in Oberflächennähe zu bilden. Es entsteht oft durch phosphatreiche Oberflächenwasser (Dünger oder ähnliches) in Verbindung mit Eisenminerale im Boden. Diese verwittern dann zu Eisenphosphat was sich als winzige blaue Aggregate absondert und so das Erdreich bläulich verfärbt.
Bis dann
Gruß Roadrunner

Offline Gelb

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Re: Erdverfärbungen
« Antwort #5 am: 05 Sep 21, 12:51 »
Vielen Dank @Roadrunner!

Heisst dass, das die Chance besteht dort auch einen Kristall davon zu finden oder sind Kristalle und das verwitterte Vivianit unabhängig voneinander?
Wir haben auch mehrmals gedacht jetzt haben wir einen Stein gefunden mit dieser Färbung aber diese "Steine" konnte man dann doch zerreiben mit zwei Fingern. Das brachte uns auf den Gedanken dass es verwittertes Gestein sein könnte und wir einfach ein paar tausend Jahre zu spät sind :D

Habe nochmal kurz nachgedacht, Eisenphosphat.. Das kann auch bei Eisenerzlagerstätten entstehen ohne das schöne Vivianit oder?
« Letzte Änderung: 05 Sep 21, 12:59 von Gelb »

Offline Roadrunner

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Re: Erdverfärbungen
« Antwort #6 am: 05 Sep 21, 13:31 »
Hallo,
ja, solche Verfärbungen deuten bei vielen Lagerstätten auf eine entsprechende Vererzung hin.
In früheren Zeiten war so etwas ein Indiez hier genauer zu suchen. Durch solche Beobachtungen entstand eigentlich der ganze Bergbau. Die Menschen haben einfach genau hingesehen und aus Ihren Beobachtungen gelernt. Dieses Wissen war quasi der Grundstein der ganzen Geowissenschaften!
Damit sich größere Kristalle bilden können, braucht es aber bestimmte Bedingungen wie Platz, ausreichend gelöste Minerale welche sich abscheiden können und auch Zeit, in welcher diese Bedingungen nach Möglichkeit unverändert bleiben.
Aber ja man kann es immer versuchen, ob man bei solchen Verfärbungen fündig wird.
Erwartet aber nicht zuviel, denn makroskopische Kristalle sind eher selten aus obigen Gründen einfach so im Erdreich zu finden. Günstiger ist es wenn dort ein festes Gestein oder ähnliches vorhanden ist, welches Hohlräume oder ähnliches beinhaltet. In diesen können sich die Oberflächenwasser sammeln und so ihre Mineralfracht im Laufe der Zeit ablagern.
Als Beispiele solcher Erdverfärbungen an der Oberfläche kann man Lagerstätten mit Kupfer (grün oder Blau) oder Kobalt (rosa) bzw. Nickel (hellgrün) anführen.
Auch der sogenannte "Eeiserne Hut" einiger Lagerstättenarten ist ein sehr gutes Beispiel für die unterschiedliche Anreicherung verschiedener Mineralien durch die oberflächliche Verwitterung und den Transport über das Wasser im Erdreich. Dieses wirkt oberflächlich bei Anwesenheit von Sauerstoff oxidierend und löst so viele Metalle oder andere Stoffe und scheidet diese dann in Höhe des Grundwasserspiegels wieder ab, da dort das Milieu zu reduzierend umkehrt (Sauerstoff wird entzogen).
Als Beispiele sind hier Metalle wie Silber, Wismut oder auch Uran in Form von Pechblende zu nennen. Ich finde das ein sehr interressantes Thema, zeigt es uns doch immer wieder auf, das alles auf diesem Planeten immer irgendwie in Bewegung ist!
In diesem Sinne
Gruß Roadrunner
 
 

Offline Gelb

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Re: Erdverfärbungen
« Antwort #7 am: 05 Sep 21, 16:20 »
Habe mal eine Skizze gemacht. Die verfärbte "Erde" kam erst nach etwas buddeln zum Vorschein und trat eigentlich direkt um die Brocken herum auf, ansonsten sind die Felsbrocken in sehr lehmiger erde eingepackt. Teilweise konnte man wie gesagt erahnen dass es mal Gestein war aber es kam uns nicht so vor als ob es direkt von den Brocken dort kommt.

Jetzt ärgere ich mich natürlich dass ich nicht mehr und bessere Fotos gemacht habe aber dass werde ich wohl nachholen.

Leider habe ich über diesen (mini) Steinbruch noch nichts im Internet gefunden. Könnte mir gut vorstellen dass dort in der Vergangenheit alles an Erz abgebaut wurde und nur dieses Loch zurück blieb wo heute der Kalkstein (?) zu sehen ist, kann aber natürlich auch sein dass dort nur Kalstein abgebaut wurde.
Die Grube Rotläufchen ist etwa 3km Luftlinie entfernt, aber das ist ein anderer Hügel. Die Grube Morgenstern wo auch Eisenerz abgebaut wurde ist auch nur unweit in die andere Richtung, jedoch auch auf einem anderen Hügel.

 

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