Glück Auf!
und herzlich willkommen im Mineralienatlas-Fossilienatlas. Hier wird keiner verteufelt, nur weil er gerne Minerale ohne Matrix in Lockersedimenten sucht und dabei ein Hilfsmittel einsetzt, dessen zusammengesetzte Bezeichnung an Körperhygiene und ein Kochutensil erinnert. Andere sitzen vor linsenhaltigen Apparaten und haben das Talent Lichtstrahlen zu motivieren, so dass diese sich zu kontrastreichen, aussagekräftigen Kunstwerken zusammenzufinden. Wieder andere treiben ihr Hobby mit Klebstoffen und Plastedosen voran und ganz andere wiederum versetzt es noch Jahre nach dem Vorfall eines Rückschlags in ungebremste Erregung, davon zu berichten, wie der Rucksack auf dem Rückmarsch von der Fundstelle mit einem lauten Reißgeräusch vom Rücken rauschte. Allein die Vorstellung des gemischten Gesichtsausdrucks aus Stolz über die Gewissheit, alles gut verpackt zu haben, dass ein Sturz aus 1 m Höhe keinen Schaden anrichtet, gepaart mit dem Blick der Verzweiflung, weil der Rucksack wie angewachsen auf dem Boden liegt, hat noch jedem Fachmann und Laien mindestens ein Schmunzeln abgewinnen können. Jeder hat in diesem sehr breitgestreuten Feld seine Schwächen, die er dann gerne in der Freizeit oder auch beruflich auslebt.
Zum Fund: Wenn die Grünfärbung in dem hellen Bestandteil tatsächlich auf eine sekundäre mineralische Bildung zurückzuführen ist, so würde ich sie eher in unmittelbarer Nähe der (vielleicht noch vorhandenen) Primärvererzung erwarten. Stammt der Fund aus einer oberflächennahen Sedimentschicht, die eher einer hohen Wasserdurchflussrate ausgesetzt ist oder aus einer tiefer liegenden Sedimentschicht, die eventuell eine Abscheidung einer Sekundärmineralbildung erlaubt. Die Korrosion deutet schon auf Calcit hin und dessen Lösungsvorgänge bieten ein gewisses Redoxpotential, was die Abscheidung einer Sekundärmineralbildung begünstigen mag. Zur Sicherheit könnte man hier noch einen Test mit einem Tropfen Salzsäure und einen Härtetest nachschieben. Ist das dunkle Gestein mit Sicherheit Basalt oder könnte auch Serpentin in Frage kommen? Basalt besteht aus viel Feldspat (Mohshärte 6) während Serpentinminerale bei Härte 2.5 bis 3 angesiedelt sind. Bei potentiell anteiliger Verwitterung und Mineralgemischen muss man mit der Einschätzung der Härte bei Gesteinen vorsichtig sein.
Ich will es nur erwähnt haben, da Bilder durchaus täuschen können: Wie wahrscheinlich ist ein Kunstprodukt oder ein durch menschliches Zutun entstandenes Produkt?
Mit freundlichen Grüßen
Das Felsenmammut