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Autor Thema: Fundstück, um was könnte es sich hier handeln?  (Gelesen 973 mal)

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Offline Gloomsen

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Hallo Zusammen.
Eine Frage in die Runde.
Ich war wärend meines letzten Urlaubs im Fichtelgebirge und habe in der Röslau nach einer Stelle zum Prospektieren gesucht. (Ja, ich gehöre zu den Goldwäschern, verteufelt mich also bitte nicht gleich *lach*)

Spass beiseite.
Ich habe nun in der Röslau dieses Basaltstück mit Einschlüssen gefunden. Er ist mir aufgefallen, da er unter Wasser regelrecht sehr grün "geleuchtet" hat. Ich vermute das es sich um Calcit handeln könnte, bin mir aber absolut nicht sicher.

Hat hier evtl jemand eine Idee um was es sich genau handeln könnte?

Fundort: Deutschland / Bayern / Oberfranken, Bezirk / Wunsiedel im Fichtelgebirge, Landkreis / Marktredwitz / Seußen

Offline felsenmammut

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Re: Fundstück, um was könnte es sich hier handeln?
« Antwort #1 am: 16 Sep 21, 10:14 »
Glück Auf!

und herzlich willkommen im Mineralienatlas-Fossilienatlas. Hier wird keiner verteufelt, nur weil er gerne Minerale ohne Matrix in Lockersedimenten sucht und dabei ein Hilfsmittel einsetzt, dessen zusammengesetzte Bezeichnung an Körperhygiene und ein Kochutensil erinnert. Andere sitzen vor linsenhaltigen Apparaten und haben das Talent Lichtstrahlen zu motivieren, so dass diese sich zu kontrastreichen, aussagekräftigen Kunstwerken zusammenzufinden. Wieder andere treiben ihr Hobby mit Klebstoffen und Plastedosen voran und ganz andere wiederum versetzt es noch Jahre nach dem Vorfall eines Rückschlags in ungebremste Erregung, davon zu berichten, wie der Rucksack auf dem Rückmarsch von der Fundstelle mit einem lauten Reißgeräusch vom Rücken rauschte. Allein die Vorstellung des gemischten Gesichtsausdrucks aus Stolz über die Gewissheit, alles gut verpackt zu haben, dass ein Sturz aus 1 m Höhe keinen Schaden anrichtet, gepaart mit dem Blick der Verzweiflung, weil der Rucksack wie angewachsen auf dem Boden liegt, hat noch jedem Fachmann und Laien mindestens ein Schmunzeln abgewinnen können. Jeder hat in diesem sehr breitgestreuten Feld seine Schwächen, die er dann gerne in der Freizeit oder auch beruflich auslebt.

Zum Fund: Wenn die Grünfärbung in dem hellen Bestandteil tatsächlich auf eine sekundäre mineralische Bildung zurückzuführen ist, so würde ich sie eher in unmittelbarer Nähe der (vielleicht noch vorhandenen) Primärvererzung erwarten. Stammt der Fund aus einer oberflächennahen Sedimentschicht, die eher einer hohen Wasserdurchflussrate ausgesetzt ist oder aus einer tiefer liegenden Sedimentschicht, die eventuell eine Abscheidung einer Sekundärmineralbildung erlaubt. Die Korrosion deutet schon auf Calcit hin und dessen Lösungsvorgänge bieten ein gewisses Redoxpotential, was die Abscheidung einer Sekundärmineralbildung begünstigen mag. Zur Sicherheit könnte man hier noch einen Test mit einem Tropfen Salzsäure und einen Härtetest nachschieben. Ist das dunkle Gestein mit Sicherheit Basalt oder könnte auch Serpentin in Frage kommen? Basalt besteht aus viel Feldspat (Mohshärte 6) während Serpentinminerale bei Härte 2.5 bis 3 angesiedelt sind. Bei potentiell anteiliger Verwitterung und Mineralgemischen muss man mit der Einschätzung der Härte bei Gesteinen vorsichtig sein.

Ich will es nur erwähnt haben, da Bilder durchaus täuschen können: Wie wahrscheinlich ist ein Kunstprodukt oder ein durch menschliches Zutun entstandenes Produkt?

Mit freundlichen Grüßen

Das Felsenmammut

Offline Gloomsen

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Re: Fundstück, um was könnte es sich hier handeln?
« Antwort #2 am: 16 Sep 21, 11:17 »
Glück auf Felsenmammut

Erstmal. Vielen Dank für Deine freundliche und auch zum schmunzeln bringende Antwort.

Es handelt sich definitv nicht um ein von Menschenhand gestaltetes Stück. Auch wenn es vom Bild her vermutbar ist, das sich da jemand am Basteltisch ausgetobt hat.

An der Fundstelle lagen ein paar weitere Brocken mit ähnlichen Einschlüssen auf dem Abschnitt den ich Einsehen konnte . Dieser war nur der Auffälligste und von der Größe her auch der angenehmste den ich mitnehmen konnte. ( Meine "Koch- und Hygieneuntensilen" hatten ja auch schon einiges an Gewicht was ich rumgeschleppt hab  ;) )

Er lag zum Fundzeitpunkt auf(!) der obersten Sedimentschicht. Die Röslau hatte noch kurz vor meinem Besuch dort Hochwasser geführt bzw es wurden einige Biberdämme entfernt und damit auch einen höheren Wasserdurchfluss. Ich gehe davon aus das er also angeschwemmt oder der Brocken aus dem er stammt mit der Zeit zerbrochen ist.

Das Dunkle Gestein ist, wenn ich nach meinen Vergleichstücken gehe, Basalt. Nur eben bei dem Einschluss bin ich mir nicht sicher.
Sieht aber auch blöd in der Vitrine aus: "Stück Bastalt mit Zeug was ich nicht definieren kann"  ;D

Was den Test mittels den Tropfen Säure  und der Härtetest angeht... Ich bin was Mineralien angeht ein Laie und würde das Fundstück damit vermutlich eher zerstören... 

Für mich hat es bisher ausgereicht das ich Pyrit von dem Gelblich glänzenden Mineral ohne Matrix unterscheiden kann ;)


Alle Beste Grüße
Gloomsen

[EDITH]  Habe von nochmal ein paar zusätzliche Fotos gemacht und angehängt [/EDITH]




« Letzte Änderung: 16 Sep 21, 11:41 von Gloomsen »

Offline stoanklopfer

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Re: Fundstück, um was könnte es sich hier handeln?
« Antwort #3 am: 16 Sep 21, 12:21 »
Das sieht aber schon sehr verdächtig nach Schlacke aus!

Volkmar

 

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