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Neue Funde aus der Oberpfalz - silifiziertes Holz (Agathoxylon)
waldi:
Hallo
Könnt Ihr mir helfen! Brückenneubau der B299 über die B22 bei Erbendorf
Hier ein Stück aus dem Anstehenden. "Zwischen" Rotliegenden? und Gneis, fand ich in einer mulmig, erdigen Masse eine
Linse mit diesem steinkohleartigen Material (Holz).
Außen ist eine dünne Haut aus Kohle, aber der Kern ist verquarzt.
Ist das nun versteinertes Holz, versteinerte Steinkohle, oder vielleicht Lydit?
Steinkohle und Lydit sind von diesem Ort bekannt.
waldi
Rockhounder:
Ich glaub,das ist ein Fall für den Dr. Holzförster von der KTB. Frag den doch mal bei Gelegenheit.
Gruß Norbert
oliverOliver:
hallo Waldi,
sicher kein Lydit.
"mulmige erdige Masse" klingt nach Paläosol, und das Rotliegend ist ja bekannt für Kieselhölzer. Und dass silifizierte Hölzer oft noch im Verband mit inkohlten Resten auftreten, ist auch recht üblich - auch noch in der miozänen Braunkohle. Diejenigen Anteile des Holzes, die nicht silifiziert wurden, inkohlten eben im Lauf der Zeit.
Also: silifiziertes Holz mit Steinkohle, keine "versteinerte Steinkohle" und, wie gesagt, sicher auch kein Lydit.
Gratuliere zu dem schönen Stück!
lg + ga
oliver
waldi:
Servus
Danke Oliver für Deine ausführliche Antwort, und Norbert für Deinen Tipp.
Waldi
oliverOliver:
hallo Waldi,
nix zu danken - :)
aber noch eine Frage dazu: wenn Lydit von dort verbürgt ist, müssten noch mehr geol. Einheiten als der Gneis und das Rotliegend auf der "Brückenbaustelle" vorkommen - denn die Ablagerungs- bzw. Bildungsbedingungen von (Stein-)Kohle und Lydit schließen sich gegenseitig aus.
Während Lydit definitionsgemäß ein schwach bis mäßig metamorph überprägter Radiolarit ist, also ursprünglich ein marines Sediment größerer Wassertiefen (obwohl es auch da fließende Übergänge gibt - z.B. "Radiolarienhornstein" mit auch noch anderen Mikrofossilien als nur Radiolarien, als Bildung etwas seichterer mariner Environments) sind Kohleablagerungen (inkl. silifizierter/permineralisierter Hölzer) ja einem terrestrisch-lakustrinen Millieu (bis maximal "Küstensümpfen") zuzuordnen.
Wenn es also von dort wirklich Lydit ("Kieselschiefer") gibt (ich kenne leider das dortige geol. setting überhaupt nicht), müsste es noch andere (paläozoische) geologische Einheiten geben - oder der "Lydit" ist eine Fehlbestimmung. Aus deiner obigen Beschreibung schließe ich aber, dass das Rotliegend dort direkt über dem Gneis - also wohl mit einer Erosionsdiskordanz als Unterkante - liegt.
Gibts da eventuell diesbezügliche Literatur dazu? Wäre interessant!
lg + ga
oliver
p.s.:
wenn es dich nicht stört, würde ich die Kieselholz-Beiträge als eigenes Thema abtrennen und zur Paläobotanik verschieben - die haben ja mit den "allg. Mineralien-Diskussionen" wenig zu tun ...
edit:
siehe auch https://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,54712.msg371668.html#msg371668 (von diesem Thema abgetrennt)
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