Glück Auf!
ich teile Deine Bedenken, würde vom Bild her Bournonit für wahrscheinlicher halten, Wolframit aber nicht sicher ausschließen können.
Bournonit und Wolframit ließen sich recht sicher unterscheiden mittels Härtetest. Spaltbarkeit, Strichfarbe, Tracht und Magnetismus können Hinweise geben. Falls in der unteren Hälfte des Kristalls tatsächlich Bruchflächen in größerem Umfang vorhanden sind, sollte im Falle von Wolframit eine gute Spaltbarkeit in einer Ebene parallel zur Streifung erkennbar sein. Bei Bournonit ist die Spaltbarkeit deutlich schlechter ausgeprägt. Bournonit hat eine deutlich grau-schwarze Strichfarbe. Bei Wolframit ist meist ein deutlicher Braunton in der Strichfarbe. Bei Ferberit wäre der Magnetismus feststellbar. Bournonit ist unmagnetisch. Schwierigkeiten kann der Arsenkies bereiten, falls dieser auch für Arsenkies deutlichen Magnetismus zeigen sollte. Eine sorgfältige Testdurchführung sollte dieses Problem aber ausgrenzen können. Der Magnetismus wird schwächer je weiter der Wolframit Richtung Hübnerit liegt. Eine sorgfältige Inspektion der Orientierung der ausgebildeten Flächen kann Hinweise auf eine monokline Natur des Kristalls liefern. Leider können Bournonit und Wolframit aber rein von der Tracht sehr ähnlich ausfallen. Wenn die beim monoklinen Wolframit schief stehenden Flächen nicht ausgebildet sind, bleiben Bournonit und Wolframit auch im Habitus recht ähnlich.
Für eine Aussage ob Wolframit oder Bournonit anhand von Tracht und Habitus liefert das Bild nicht genug Hinweise. Eine Überprüfung des Magnetismus, der Strichfarbe und der Spaltbarkeit fällt dem Besitzer der Stufe zu. Wenn man den unteren Teil des Kristalls als Bruchflächen deutet, so erweckt das Bild hierbei eher einen muschligen Bruch, den man so als Argument für Bournonit auslegen könnte.
Mit freundlichen Grüßen
Das Felsenmammut