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Reinigen mit Oxalsäure. Alternative zu Salzsäure?

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Axinit:
Servus,

was den sachdienlichen Beitrag von Juergen angeht, wollen wir doch bitte die Kirche im Dorf lassen.

Bei der Mineralreinigung  geht es um den sehr gelegentlichen Einsatz einer mindergiftigen Chemikalie in Mindermengen (max. 1 kg) - nicht um eine taegliche Exposition im industriellen Massstab waehrend eines jahrzehntelangen Berufslebens.

Nachdem gefuehlt schon mehrhundertfach hier im MA darauf hingewiesen wurde, sollte es selbstverstaendlich sein, dass Chemikalien aller Art in einer Kueche, die zum Kochen benutzt wird, NICHTS, aber auch gar nichts zu suchen haben.

Genauso sollte es selbstverstaendlich sein, beim Umgang mit Chemikalien Handschuhe (Kuechenhandschuhe sind gut geeignet) und eine Schutzbrille zu tragen, geeignete saeurebestaendige Behaelter und Gefaesse zu benutzen (die nicht zur Bereitung von Nahrung verwendet werden) sowie auf eine kindersichere (falls relevant) Aufbewahrung der Produkte und Abfaelle zu achten.


Oxalsaeure ist in groesseren Mengen bei oraler Aufnahme giftig, kommt aber in vielen Nahrungsmitteln (Spinat, Rhabarber !) vor.

Auch Salzsaeure, Phosphorsaeure oder Natriumdithionit die bei der Mineralreinigung zum Einsatz kommen, erfordern geeignete Sicherheitsvorkehrungen um Probleme zu vermeiden.

Nachdem Stefan offensichtlich bereits einige dieser Substanzen benutzt hat, verfuegt er offensichtlich ueber die noetige Sachkenntnis und persoenliche Schutzausruestung.

Ich darf an dieser Stelle auch noch einmal darauf hinweisen, dass sogar entmineralisiertes Wasser bei oraler Aufnahme in groesseren Mengen massive Gesundheitsprobleme verursachen kann  8).

In diesem Sinne - immer die notwendige Um- bzw. Vorsicht walten lassen.

Viel Spass beim Ausprobieren,

Harald


P.S.: Die vorgebliche Reinigunswirkung von Coca-Cola ist ein Ammenmaerchen. Phosphorsaeure ist biokompatibel und wird oft in Nahrungsmitteln als Saeuerungsmittel eingesetzt.



--- Zitat von: Stonebrother am 05 Dec 21, 00:02 ---Dann fasse ich das mal zusammen:
- destilliertes Wasser verwenden
- dem Wasser so lange Oxalsäure dazu geben, bis die Lösung gesättigt ist - maximal 100 g Oxalsaeure/Liter Wasser bei 20 Grad Celsius
- Wasserbad bis zu 80 Grad erhitzen b vorsichtig erwaermen
- ca. 1 Tag köcheln??? gut beobachten
- auf Raumtemperatur abkuehlen lassen
- Danach die Stücke gut wässern

Dann versuche ich das mal.
Vielen Dank für die Tips.

Gruß Stefan

--- Ende Zitat ---

Lynx:

--- Zitat von: Axinit am 05 Dec 21, 13:08 ---Nachdem gefuehlt schon mehrhundertfach hier im MA darauf hingewiesen wurde,

--- Ende Zitat ---

Harald Du hast ja so Recht - und dennoch sollte hier im Atlas auch ein 101. Mal darauf hingewiesen werden, da durchaus Leute mitlesen oder reinstolpern die per Google auf diesen Beitrag zur Reinigung gestossen sind und unsere anderen 100 Hinweise eben noch nicht gesehen haben. Leider ist das so und daher sollte ein Hinweis auf die Sicherheit in solchen Diskussionen (stiller?) Standard sein. Vielleicht wollen wir da irgendwann einmal einen Standard-Hinweis formulieren, sodass jemand, der eine Eingangsfrage beantwortet, auch gleich den Hinweis bringen kann "Und wie immer - an Eure Sicherheit denken, siehe <link>..."

Ist lästig ich weiss. Ist auch unschön, ja. Dennoch bin auch ich schon zu oft in Forenbeiträge hineingestolpert, weil Google mir diese eine Seite eben vorgeschlagen hat mit chemischen/biologischen/physikalischen etc Versuchen. Deren 100 Sicherheitshinweise bekomme ich aber von Google leider nicht mit angeboten. Und das passiert anderen Leuten bei uns eben auch....

Gruß, Martin

oliverOliver:

--- Zitat ---P.S.: Die vorgebliche Reinigunswirkung von Coca-Cola ist ein Ammenmaerchen.
--- Ende Zitat ---

Das kommt drauf an, was man unter "Reinigen" versteht - als Entroster/Rostumwandler funktionierts jedenfalls (zumindest bedingt). Eine Freundin von mir hat das einmal bei einem stark rostverkrusteten Hufeisen versucht - das hat funktioniert. Ich hab das Stück zwar dann im Endzustand nicht gesehen, sondern nur während der (fortgeschrittenen) Prozedur - da waren aber die meisten Stellen schon blank, und nur noch ein paar kleinere "Rostinseln" übrig.
(war allerdings kein Coke, sondern irgendein Billig-"noname"-Diskonter-Cola - vielleicht gibts da ja Unterschiede ...)

Axinit:

--- Zitat von: oliverOliver am 05 Dec 21, 15:11 ---
--- Zitat ---P.S.: Die vorgebliche Reinigunswirkung von Coca-Cola ist ein Ammenmaerchen.
--- Ende Zitat ---

Das kommt drauf an, was man unter "Reinigen" versteht - als Entroster/Rostumwandler funktionierts jedenfalls (zumindest bedingt). Eine Freundin von mir hat das einmal bei einem stark rostverkrusteten Hufeisen versucht - das hat funktioniert.

--- Ende Zitat ---

Servus Oliver,

die Wirkung von Rostumwandlern beruht auf der Umwandlung wasserlöslicher Eisen-Verbindungen, z. B. oberflaechlicher Rost in schwerlösliche Eisen-Verbindungen, die ihrerseits wieder eine Schutzschicht auf der Metalloberfläche bilden und begrenzt gegen weiteres Rosten schützen sollen. Tatsaechlich kann Phosphorsaeure mit Eisen(III)ionen zu schwerloeslichen Phosphaten reagieren, die dann allerdings an der Oberflaeche des Reinungsgutes haften und dieses verunzieren.

Eine Rost-Entfernung sollte eben diese anhaftenden Belaege loesen und restlos entfernen.

Beide Effekte gleichzeitig zu beobachten ist nicht moeglich.

Vielleicht hat Deine Freundin mit Stahlwolle oder aehnlichem nachgeholfen.

GA

Harald

aca:
Coca Cola und Rost: funktioniert "ein bisschen". Ich habe das gerade mal an einem rostigen Nagel probiert, aber in warmer Cola (50°C). Sehr dünne Rostschichten verschwinden tatsächlich, der Rest wird erwartungsgemäß in einen grauschwarzen Belag gewandelt, sodass es "entrostet" aussieht.

- - - -

Die ursprüngliche Frage war:
Das Reinigen mit Salzsäure dauert immer so lang und mit gemischten Ergebnissen, kann man mit Oxalsäure schneller Rost entfernen und hat man dann weniger Probleme mit verfärbten Stufen?

Hinweis: da arbeitet bereits jemand mit Chemikalien und fragt, was man da besser machen könnte.

Aber kein "Chemie-Thread" ohne Zeigefinger.
Vielleicht gar keine schlechte Idee, das in einen Standard-Disclaimer für die Rechtsanwälte zu packen, dann fühlt sich auch niemand mehr zu sicherheitstechnischen Belehrungen genötigt.

In meiner Küche steht zwar keine Salzsäure, aber aus Platzmangel noch ganz andere, wirklich üble Chemikalien aus dem Supermarkt, nämlich unter der Spüle: Xylol, Waschbenzin, Terpentin, WC- und Rohrreiniger etc. " ... und in Bad und WC ist alles ok, tralala". Alles ganz und gar nicht "biokompatibel", und im Gegensatz zur Salzsäure, die ich auch im Magen produziere, sehr giftig.
Aber niemand regt sich auf.

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