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Porphyr Herkunft? (FO Sylt)

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Stefan:
Hier noch eine Nachricht an mich.


--- Zitat ---Hallo Stefan,
vielen Dank für deine Mail. Mein Thema - Fundstelle Eytum Kirche 1635 – „eskaliert“ förmlich.
Vor einer Woche war ich mit meinen 4 Boxen – jede wiegt etwa 40 kg. (Anhang 1)  im PKW auf
dem Festland bei einem Steinmetz, der mir einige Fundstücke fachgerecht schneidet, damit ich
diese in das Forum stellen kann. Der Steinmetz hatte bis 10.01.2022 Betriebsferien. Nach der
Fertigstellung hole ich mir die „Stücke“ und stelle sie schnellstmöglich ins Forum (So ist das
Leben auf einer Nordseeinsel J).

Aus dem Anhang erkennst du, dass ich aus der Fundgrube noch einiges zu Tage gebracht habe.
Dafür haben Kontaktpersonen in Holland und Dänemark bereits ihre Experten eingeschaltet.
Bei kleineren Sturmfluten wurde der große Porphyr leider wieder eingesandet, bevor wir ihn
bergen konnten. Die kleineren Stücke stammen aber sicherlich auch aus dem Gebiet.

Viele Grüße
Günter
--- Ende Zitat ---

Stefan:
Noch ein paar Anhänge

ruebezahl:
Glück auf allseits,

ist denn die Ansprache Porphyr so sicher und kann das so in der Beantwortung der Frage woher weiterführen?

MMn nach ist eine petrologisch/petrographische Bearbeitung der Objekte der erste Schritt: Dünnschliffuntersuchung (Porphyr?), Bestimmung der Hauptelemente Si, Al, Fe, Ca, Na, K, Ti - evtl. Spurenelemente Mn, Ni, Cr etc. (granitoider Chemismus, geochemische Signatur).

Das müsste ein entsprechend ausgerüstetes Institut über nehmen.

Wenn diese Untersuchungen den Porphyr bestätigen, gibt es geochemische Vulkanit-Datenbanken, in denen man anhand der geochemischen Signatur gleichartige Proben  samt deren Herkunft und weiteren Daten recherchieren kann (EarthChem, GEOROC, alle frei zugänglich).

Glück Auf
ruebezahl

Schroeder:
Moin, moin,
die eingangs erwähnte Kirche hat man 1634 abgebrochen. Vermutlich wurde sie in der Mitte des 14.Jh. erbaut. Während dieser Zeit nahm man es  hier mit den Göttern nicht so genau  -  mal christlich, mal heidnisch!
Daher könnte es sein, dass sich in dem Bauwerk auch mal eine Destille zur Herstellung von Pech (Stoff) zum Kalfatern der Schiffe befand. Durch
Verbrennen von Birkenrinde erhält man Pech und verschiedene Produkte aus der Petrochemie.
Beim Fotografieren (mit Blitzlicht) von Bruchstücken einer Rinne (Bilder der Konkretion L2, M5, M1) leuchteten Teile der Versteinerung hell gelb.
Daher meine Fragen: 1. Kann es sich bei den gelb "leuchtenden" Bruchstücken um Teile einer Ablaufrinne für Schwefel/Schwefelsäure handeln?
2. Lassen sich auf einen Granit Findling (siehe Foto) Ziffern und mystische Zeichen mit Schwefelsäure einätzen, sodass diese bei einer Lagerung im sandigen, nassen Untergrund nach Jahrhunderten noch lesbar sind?
Sorry, aber hier auf den Eilanden im hohen Norden bereitet das Meer immer noch Rätzel !
Günter S.

Axinit:
Servus,

zu Deiner Frage 1:

Eine Ablaufrinne zur Schwefelsaeuregewinnung scheint sehr unwahrscheinlich.

Schwefelsaeure (Vitrioloel) war auch schon im ausgehenden Mittelalter bekannt und wurde durch thermische Zersetzung von Vitriolen (= Metallsulfaten wie Alaun oder Kupfervitriol) gewonnen.

Ob sich in der Rinne tatsaechlich Schwefel befindet, kannst Du leicht feststellen.

Schwefel ist brennbar (mit blauer Flamme) - dabei ensteht charakteristisch (stechend) riechendes Schwefeldioxid (Gas). Schwefel schmilzt bereits bei ca. 110 Grad Celsius (Haartrockner).

Bitte nur mit kleinen Mengen und im Freien ausprobieren.

Frage 2: Schwefelsaeure greift Granit kaum an. Zum Aetzen wuerde man eher Flussaeure oder ein Gemisch aus Flusspat und konzentrierter Schwefelsaeure verwenden.

Viel Erfolg bei der Loesung des Raetzels,

Harald


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