Hallo;
Hier mal wieder ein Beispiel für Vandalismus. Ärgert mich leider immer wieder, wenn man sich bemüht, mit Betreibern ein Vertrauensverhältnis aufzubauen um den Fundort so lange wie möglich zugänglich zu halten und dann solche Idioten kommen, die den Ruf der ehrlichen Fossiliensammler, wenn auch unwissentlich, wieder zu nichte machen. Nachfolgend ein aus dem Mindener Tageblatt übernommener Artikel dieser Woche.
Amok-Fahrt durch den Steinbruch
Erst Stubenarrest, jetzt ein Gerichtsurteil
Bückeburg (Ly). Eine Woche Stubenarrest, verhängt von den Eltern, hat‘s bereits gegeben. Jetzt kommen 60 Stunden gemeinnütziger Arbeit wegen Sachbeschädigung und Diebstahls im besonders schweren Fall hinzu.
Von Stefan Lyrath
Mit diesem rechtskräftigen Urteil ist vor dem Bückeburger Amtsgericht ein Prozess gegen einen der Jugendlichen zu Ende gegangen, die Anfang 2004 im Steinbruch Steinbergen in blinder Zerstörungswut eine Art ,,Radlader-Rallye" veranstaltet und rund 100 000 Euro Sachschaden angerichtet hatten.
Angesichts der Summe erscheint das Urteil auf den ersten Blick recht milde. Doch erstens liegen die Taten bereits länger zurück, zweitens ist der zwischenzeitlich unter Betreuung stehende 16-Jährige seitdem nicht mehr straffällig geworden und hat ,,eine gewisse Reife vollzogen", drittens stufte Jugendrichter Dr. Dirk von Behren den Schüler aus der Samtgemeinde Eilsen als Mitläufer ein.
Dennoch: ,,Das war Vandalismus, eine ganz üble Geschichte", wie von Behren dem Angeklagten ins Stammbuch schrieb. ,,Was habt ihr euch eigentlich dabei gedacht?" Eine Antwort blieb der schmächtige junge Mann schuldig. Nur so viel: ,,Meine Eltern fanden das nicht so toll." Als Rädelsführer gilt ein anderer Jugendlicher aus Eilsen, der mittlerweile in eine langfristige Erziehungsmaßnahme gesteckt worden ist. Zwei weiteren Mitgliedern der Randale-Bande konnte kein Prozess gemacht werden, weil sie noch nicht strafmündig waren.
Am Nachmittag des 4. Januar 2004, eines Sonntags, hatte das Quartett nach einem Streifzug durch das Werk die Tür zur Verladestation aufgebrochen und die Schlüssel für zwei Radlader gestohlen. Die Jugendlichen setzten beide Fahrzeuge in Betrieb, starteten damit zu einer Amok-Fahrt durch den Steinbruch und machten zunächst zwei Masten platt. Danach rammten sie mit dem größeren Caterpillar den kleineren Liebherr-Radlader, an dem Totalschaden entstand.
Nur wenige Tage später konnten die Vandalen nach einem anonymen Hinweis gefasst werden. Bei den polizeilichen Vernehmungen gaben die Burschen weitere Taten zu, um die es jetzt auch im Prozess gegen den 16-Jährigen ging, der damals 14 war. Bei den drei vorausgegangenen Einbrüchen im Verlauf des Jahres 2003 hatten die Schüler einmal eine Grafik-Karte aus einem Rechner ausgebaut, einmal wurden sie beim versuchten Diebstahl eines Computers überrascht. Über Weihnachten brach die Bande dann einen Container auf, ohne jedoch Beute zu finden.
,,Da gehen Leute jeden Tag ihrer harten Arbeit nach", erinnerte Richter von Behren den Angeklagten an jene Serie von Straftaten: ,,Dann kommt ihr und macht alles kaputt." Schadensersatzforderungen, so hieß es während der Verhandlung, seien bisher nicht geltend gemacht worden.
Gruß
Hybodus