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Geburt eines Kristalls oder Laune der Natur

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Krizu:

--- Zitat von: Collector am 31 Jul 05, 16:44 ---
Was mich erstaunt,  ist, daß manche Autoren Bezug auf Dünnschliffe von Reticulit nehmen. Ich weiß, daß manche Reticulite in Form feinstnetziger hauchdünner Platten gefunden wurden (wa wohl die Ausnahme bildet);  kaum vorstellen kann ich mir aber, daß man von den nicht mehr als 1/50 mm feinen Fäden der Polygone in Ihrem äußerst feinsten Gespinst Dünnschliffe herstellen kann. Darüber würde ich gerne mehr wissen und ggf. die Technik lernen wollen.


--- Ende Zitat ---

Hallo,

solche Techniken sind meist in Verbindung mit Transmissionselektronenmikroskopen zu finden. Da gibt es verschiedene Techniken, u.a. Ätzverfahren oder Ionentrennen. Ich hoffe, ich finde den Link noch  >:(

Ich habe mal einen Bereicht gelesen, wo aus einem ein 0,2µm Rutilkorn eine Scheibe geschnitten wurde  8). Da wird in einer Art Rasterelektronenmikroskop mittels eines Ionenstrahls eine Lamelle geschnitten. Stichworte sind da: FIB (Fokused Ion Beam, Fa. Zeiss) oder Crossbeam oder Dualbeam.

hth

Frank


giantcrystal:
Hallo aus Franken


Vielleicht ist folgendes von Interesse :

In jedem Schaum gibt es die Tendenz der Bläschen, einen möglichst minimalen Raum einzunehmen - das hängt mit Oberflächenspannungen, Grenzwinkeln etc zusammen, Näheres wird ein Physiker erklären können. Die optimale Form wäre dabei eine Kugel. Da sich die aber in einem homogenem Schaum wegen der Nachbarkugeln nicht realisieren lässt (Was sollte in den Zwickeln sein ?) bilden sich andere Flächen aus, die in einen möglichst geringen Innenraum resultieren. Dabei kommt es stets zu bemerkenswert geometrischen Formen, in den sich Flächenform und Winkel stark angleichen - ohne das dieses eine Kristallbildung wäre !

Das alles hört sich ein wenig abstrakt an, wird aber sofort verständlich, wenn man mal mit Seifenblasen spielt und versucht, mehrere Seifenblasen aneinander zu "kleben". Schon bei wenigen Blasen bilden sich die entsprechenden regulären geometrischen Formen und Minimalräume aus.

Viel Spaß mit den Seifenblasen wünscht

Thomas


Iridium:
Hi,

Ich kann nur sagen, was es nicht alles gibt! Auf jeden Fall ein sehr interessantes Mineral. Ich kenne ein Buch "The self-made tapestry - Pattern formation in nature" (Philip Ball, Oxford University Press), in dem etwas ausführlicher auf die Strukturbildung bei Schäumen eingegangen wird. Letztendlich entsteht das komplexe Muster wohl durch die Optimierung verschiedener Prozesse. Einerseits gibt es für einzelne Schaumblasen geometrische Anordnungen, die energetisch besonders günstig sind. Diese lassen sich aber nicht unbedingt in drei Dimensionen fortsetzen und außerdem "versucht" jeder Schaum seine Gesamtoberfläche zu minimieren. Irgendwo landet man dann bei einem Kompromiss und recht kompliziert aussehenden Strukturen. Immerhin ist das Thema bei Mathematikern und Physikern immer noch sehr aktuell. Als Chemiker erinnert mich das ganze an die Strukturen von Gashydraten bzw. Clathraten, wo ähnliche Strukturen auf atomarer Ebene gebildet werden und nebenbei auch auf Kristallgittern ausgeordnet vorliegen. Das wird bei diesen Schäumen wohl eher nicht der Fall sein, da die zugrundeliegenden Kräfte nicht vergleichbar und der gesamte Entstehungsprozeß ein anderer ist. Für Abbildungen der Strukturen einfach nach dem Begriff "Clathrat" googeln, es gibt da sonst zu viele Links, die man hier reinsetzen könnte.

Ciao

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